Fantasy goes Wild West


Das Besondere an Mark Anthonys Fantasy Epos um Die letzte Rune war für mich schon immer der Mix aus Gegenwartshandlung auf der Erde und fantastischen Abenteuern auf der mittelalterlichen Welt Eldh. Dazu kommen die ausgeprägten Charaktere, die wohl kreiert sind, von denen jede ihre bestimmten Macken hat.

All die Helden und Antihelden, die in Die letzte Rune mitwirken, sind plastisch, menschlich. Man muss sie einfach liebgewinnen und kann dann mit ihnen fühlen, leiden, zittern, sich freuen oder trauern.

In den letzten sechs Romanen hat mich Mark Anthony auf diese Art und Weise sehr gut unterhalten. Nun bringt er die Gefahr aus den ersten beiden Romanen wieder auf den Tisch: Doch statt etwas nur Aufzuwärmen, erhält es eine ganz neue Verpackung.

Im Norden regt sich der Fahle König. Wir erinnern uns: Travis Wilder gelang es die Pforten des Gefängnisses von Imbrifale mit einer Rune zu versiegeln. Doch das ursprüngliche Schloss bestand aus insgesamt drei Runen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es dem Fahlen König gelingt, diese eine zu brechen.

Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass die letzte Schlacht auf der Welt Eldh bevorsteht. Eisenherzen und Feydrim tauchen wieder auf. Und bereits zwei der sieben Domänen sind in die Hände der geheimnisvollen Schwarzen Ritter gefallen, die offensichtlich dem Rabenkult huldigen.

Grace Beckett, von der seit dem sechsten Roman bekannt ist, dass sie die letzte Erbin in der Blutlinie von Malachor ist, bricht mit Falken Schwarzhand, Sir Beltan und der Meuchelmörderin Vani zu dem alten Kontinent Toringarth auf, um dort die Bruchstücke des magischen Schwertes Fellring zu suchen. Nur mit Hilfe Fellrings soll es der letzten Erbin Malachors möglich sein, dem Fahlen König zu trotzen.

Gleichzeitig hat es die andere Gefährten beim Kampf gegen den beschworenen Dämon in der alten Stadt Tarras zurück zur Erde verschlagen: Allerdings ins Jahr 1887.

Indem Mark Anthony die Handlung auf der Erde in den Wilden Westen verlagert, verleiht er der Handlung eine neue Würze. Travis Wilder, Sir Durge, die Hexe Lirith und Sareth, der Bruder Vanis, finden sich nicht nur als Fremde in einer anderen Welt, sondern dazu noch in einer anderen Zeit wieder. Ihre Hoffnungen, wieder nach Eldh und in die Gegenwart zu gelangen stützen sich einzig und allein auf Jack Graystone, dem alten Runenmeister, der Travis zu einem Runenbrecher machte.

High Fantasy, packend von der ersten bis zur letzten Seite, atmosphärisch dicht und nie langweilig. Was Anthony in sechs Vorbänden geschafft hat, führt er nahtlos mit »Die Schwarzen Ritter« fort.

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