Mein erster Cussler


Cliver Cussler kenne ich bisher nur als Autor des Buches zum Film "Sahara", in dem Matthew McConaughey die Rolle des Abenteurers Dirk Pitt verkörpert. Zu Dirk Pitt hat Cussler eine Reihe von Romanen verfasst und so war ich nach dem Lesen des Klappentextes zum Buch "Höllenjagd" schon sehr gespannt auf den Inhalt.

Etwas enttäuscht wurde ich dann jedoch, als ich die Jahreszahl im Roman las. Denn er spielt nicht in der Gegenwart, sondern im Jahr 1906. An eine Art Western hatte ich nicht gedacht. Aber gut, es kommt dann doch anders.

1906 ist ein als der Schlächter bekannter Bankräuber unterwegs, der sich besonders durch zwei Methoden auszeichnet: Er raubt die Löhne von Bahn- und Minenarbeitern und er lässt keine Zeugen zurück. Egal ob Frau, Kind oder Mann – wer das Pech hat sich während des Überfalls in der Bank zu befinden, wird durch präzise Kopfschüsse getötet.

Die erst kürzlich gegründete Bundespolizei und der Präsident der Vereinigten Staaten wollen der Bestie das Handwerk legen und beauftragen die renommierte Detektivagentur Van Dorn mit dem Fall. Die wiederum schickt ihren besten Mann Isaac Bell, der sofort die Spur des Schlächters aufnimmt und ihn quer durch Kalifornien bis hoch zur kanadischen Grenze jagt.

Der Roman erinnert tatsächlich an alte Detektivgeschichten. Van Dorn hätte auch gut gegen Pinkerton ausgetauscht werden können. Das Flair der beginnenden Industrialisierung nach der Jahrhundertwende in den Vereinigten Staaten ist gut getroffen. Auch wenn der Leser schon recht früh erfährt, wer hinter dem Schlächter steckt, macht es dennoch Spaß mitzuverfolgen, wie er schließlich gestellt wird.

Wer hinter dem Titel "Höllenjagd" jetzt allerdings eine rasante Jagd vermutet, liegt hier leider falsch. Cussler fährt in diesem Roman nicht gerade Tempo auf, sondern behält sich dieses für den Showdown auf. Und an nicht wenigen Stellen stolpert man über hölzerne und klischeehafte Dialoge, die die Charaktere in dem Moment wie Bühnendarsteller dastehen lassen.

Nichtsdestotrotz ist der Roman insgesamt kurzweilig zu lesen, sicherlich eine gute Urlaubslektüre und für Fans von alten Eisenbahngeschichten fast schon ein Muss.


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