The Division 2: Rückkehr nach Washington

Wenn ich ein Spiel förmlich gesuchtet habe, dann ist es The Division 2. Nein, ich habe keine 800 Spielstunden auf der Uhr wie manch einer bei No Man’s Sky – aber 144 sind es schon seit Release. Und ich bin Spieler der ersten Stunde.

Der Witz ist, dass ich den Vorgänger zwar mochte, ihn aber irgendwann aufgegeben habe, ohne ihn durchzuspielen. The Division war mir letzten Endes zu schwer, je weiter man kam. Ohne Hilfe war da nichts zu machen. Gerade die Endbosse steckten ganze Magazinladungen ein und ich war nur tot, tot, tot. Verabredungen mit Dirk van den Boom als Sidekick brachten dann auch nichts mehr, weil sie nicht regelmäßig stattfanden – und ich weiß nicht mehr, ob man auch so um Hilfe rufen und ein anderer Spieler sich mit einklinken konnte.

Hinzu kam die deprimierende Atmosphäre. Winter. Kalt. Trostloses New York und vor dir sterben die Menschen am helllichten Tag auf offener Straße an Hunger und Kälte.

Ganz ehrlich, als ich die Demos von Division 2 sah, vier Spieler gleichzeitig und dann später Kommentare hörte, dass das Spiel viel schwerer als das erste ist, hatte ich bedenken.

Doch dann wurden auch Stimmen laut, dass man die Kampagne auch solo spielen und schaffen kann. Also los. Freundlicheres Stadtbild, dynamisches Wetter, ausgeklügelte K.I.Gegner in drei, später vier Fraktionen, die sich allesamt anders verhalten. Das war es!

Und ja, es gibt Sessions mit Dirk und ich habe während meines Solotrips zweimal um Hilfe gefunkt und bei einem wichtigen Endspielstützpunkt (Roosevelt Island) auch Unterstützung durch einen Spieler gehabt, der den Level schon einmal gespielt hatte. Aber District Union Arena, das Kapitol und später Tidal Basin – das hab ich alles solo durchgerockt und es hat unheimlichen Spaß gemacht.

Streng genommen bin ich mit dem Spiel durch. Ich habe die Story gespielt und die letzten Bastionen gestürmt. In der Regel lässt man dann ein Spiel vermutlich links liegen oder wie im Falle einiger Shooter spielt man nach der Story nur noch Online mit und gegen andere.

Bei The Division ist man im sogenannten Endgame – ein Begriff, den ich erst kennenlernen musste. Das Endgame ist das Spiel nachdem das Spiel „eigentlich“ zu Ende ist. Um die Spieler weiter bei der Stange zu halten, bietet The Divsion und sein Nachfolger tägliche und wöchentliche Herausforderungen. Natürlich gibt es immer etwas zu tun. Man kann ziellos durch Washington laufen und Kontrollpunkte einnehmen, Geiseln retten, Konvois abfangen, Elitepatrouillen ausschalten, aber auf Dauer wiederholt sich alles und es wird langweilig, weil es kein konkretes Ziel gibt.

Die Hauptmissionen nochmals zu spielen, weil eine wöchentliche Herausforderung das anbietet, ist auch nicht so meins. Man kennt die Orte bereits und metert jetzt noch mal da durch? Nein, ein Ortswechsel muss her.

Mit dem Raid wurde ein weiterer Teil von Washington geografisch freigeschaltet: Der Flughafen. Der Raid ist jedoch für 8 Spieler konzipiert und solange man keine 7 Freunde findet, die ebenfalls das Spiel spielen, ist es essig den Raid anzugehen (siehe unten).

Deswegen haben wir jetzt mit Episode 1 die willkommene Abwechslung, die mich zurück nach Washington führt. Neues Terrain. Neue Umgebung. Neue Locations. Mehr Fun?

Als ich hörte, es geht im Norden der Stadt weiter, dachte ich, ich kann dorthin laufen, so wie man es gewohnt war. Mit aller Liebe zum Detail haben die Entwickler nicht nur einfach am Ende der virtuellen Karte eine Barriere errichtet, sondern bieten einen schönen, weiten Ausblick dessen, was hinter der Barriere liegt:

Tor öffnet sich und man spaziert durch? Leider, leider nein. Ganz Washington ist zu Fuß ohne Ladezeiten erreichbar. Es sei denn man bedient sich der Schnellreise. Leider aber werden Geheimaufträge (mit neuen Gebäudekarten), die Dark Zones und nun auch die „Vororte“ von Washington nicht durch einfaches Durchschlendern erreicht, sondern hier tut man so, als würden diese Orte so weit weglegen, dass man dorthin transportiert wird.

Ähnliches gab es schon beim Raid. Man geht dort auch nicht einfach zum Flughafen, sondern bekommt einen Ladescreen zu sehen. Aus der Traum, vom Weißen Haus aus einfach Richtung Norden zu schlendern und nach 3 Kilometern den National Zoo erreichen, der in The Division 2 Manning National Zoo genannt wird.

Um zum Zoo, zum neuen College Areal oder Camp White Oak, dem Rückzugsort des verräterischen amerikanischen Präsidenten zu gelangen, muss man auf die Hubschrauber-Landeplattform neben dem Weißen Haus und sich von der Pilotin via Heli zum Ort des Geschehens bringen lassen.

Es folgt ein Ladebildschirm und ihr seid in der neuen Kartenumgebung. Wollt ihr wieder fort, geht das über ein virtuell eingeblendetes Fenster mit dem Hinweis „Zurück nach Washington“. Letzten Endes verständlich, denn wenn die Entwickler den kompletten Weg zum Zoo oder auch zum Kenley College oder Camp White Oak so gestaltet hätten, dass man sich zu Fuß dorthin bewegt, hätten sie gewaltige Stadtbezirke nachbilden müssen, die in Gänze vermutlich sogar die bisherige Größe des virtuellen Washingtons sprengen würden.

Inzwischen habe ich den Manning Zoo, die erste Expeditionen Mission in der Bibliothek des Kenley College und Camp White Oak gespielt.

Der Zoo ist schön. Endlich sieht man neues Areal. Allerdings hätte ich mir auch noch neue Features gewünscht. Man metert in gewohnter Manie durch die Outcasts bis man am Ende Emeline Shaw trifft – ich hatte mich nach Roosevelt Island gefragt, was nun mit der „guten“ Dame ist, hatte ich sie getötet, nachdem ich das letzte Boot in die Luft gesprengt habe oder ist sie davon gekommen. Letzteres ist der Fall.

Umso enttäuschter war ich, dass ich ihr im Zoo recht schnell beikommen konnte und am Ende nur ein violettfarbenes Item als Belohnung gedropped wurde (violett sind gewöhnliche Gegenstände, goldfarben die außergewöhnlichen und höher gerankten). Zwar sieht man im Unterwassergewölbe einen riesigen Tintenfisch daher schwimmen, im Alligatorengehege springen ein paar Krokodile ins Wasser und man begegnet frechen Affen – aber sie alle stellen keine zusätzliche Gefahr dar. Letzten Endes geht es nur gegen die Outcasts und ihre Anführerin Emeline.

Die Expeditionen bestehen dagegen aus mehreren Miniaufträgen. Es gibt offenbar drei größere Herausforderungen, die rund um das 20 Meilen nördlich von Washington gelegene Kenley College angesiedelt sind. Wie viele Orte ist auch dieser fiktiv, was den Namen anbelangt. Das Camp White Oak soll wahrscheinlich eine Alternative zu Camp David darstellen. Die District Union Arena existiert in der Form nicht, sondern heißt in Wahrheit Capital One Arena – zum Einen mag es an nicht erhaltenen Namensrechten liegen zum anderen, um nicht komplett von der Realität abzuweichen, denn das echte Camp David liegt etwa 100 km Luftlinie von Washington entfernt und sieht schon ganz anders aus, als die Nachbildung von Camp White Oak.

Zurück zu den Expeditionen. Hier findet man ein Echo, das man untersuchen muss und das drei Wege erlaubt, die man nacheinander abarbeitet. In der Bibliothek trifft man wieder auf die Outcasts, die sich dort verschanzt haben. Man muss ihr Funksystem hacken und ein geheimes Waffenlager ausheben. Sind alle drei Missionen erfüllt, ist die Bibliothek abgeschlossen und man muss warten, bis der nächste Bereich freigeschaltet wird – Tage warten. Denn hierbei handelt es sich um „saisonale Missionen“, die nicht direkt hintereinander Weg erledigt werden können. Auch sollte man als Spieler Zeit mitbringen, denn hat man eine der drei Untersuchungs-Missionen begonnen, muss man diese bis zum Ende durchspielen – komplett. Ich hatte beim ersten Durchgang nur zwei erledigt und war dann aus dem Spiel rausgegangen. Am nächsten Tag, startete ich komplett neu.

Von meinem Durchgang im Camp White Oak habe ich wenig gesehen, kann mich aber an eine atemberaubende, idyllische Landschaft erinnern. Ich hatte einen anderen Spieler als Begleiter, der ein echter Hetzer war und nur vor stürmte. So blieb keine Zeit, mal an Punkten innezuhalten und die toll umgesetzte Landschaft zu bestaunen. Im Camp haben sich die Black Tusk verschanzt und bieten dem verräterischen Präsidenten Ellis Schutz. Wir locken sie aus der Reserve, allerdings bekommt man am Ende Ellis nicht – ich nehme an, der Präsident wird noch in Episode 2 im Pentagon eine Rolle spielen.

Darüber hinaus ist es mir mit dem neuen Spielupdate vergönnt gewesen, endlich den Raid zu spielen. Nun muss man nicht mehr 8 Kumpels zusammenstellen, sondern kann sich einer Spielersuche anschließen, ähnlich wie es in anderen Online-Shootern der Fall ist. Es werden dann Spieler vom gleichen Rang gesucht und als bunt zusammengewürfelte Truppe in zwei Teams gesteckt – und dann geht es los am Washingtoner Flughafen. Unser 8er Team ist gut durchgekommen.

An der letzten Station jedoch mussten wir einmal klein beigeben. Nach hartem Kampf gegen die Black Tusks und Dutzende von Elitegegnern und Drohnenschwärmen, wurde unser komplettes Team ausgelöscht. Wir konnten am Speicherpunkt noch einmal einsteigen und haben dann nach langem Kampf die automatische Raketenstellung der Black Tusks in die Luft gejagt. Reiche Beute für jeden.

Mein Problem ist nur … ich bin jetzt schon fast wieder durch. Beide Hauptmissionen erfüllt, den Raid gespielt, ein Drittel der Expeditionen. Wenn in zwei Tagen die nächste Expedition freigeschaltet wird ist danach nicht mehr viel übrig an neuen Spielinhalten und ich stehe wieder dort, wo ich vor ein paar Tagen stand: Das Spiel hat wieder einen Punkt erreicht, an dem ich nichts Neues mehr bekomme und mich bis zur Episode 2 gedulden muss.

Genug geschwafelt, ich muss auf nach Washington. Bis die Tage!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s