Von meinem Schreibtisch: Manchmal knutscht die Muse langsam aber gewaltig

Frei nach dem Ina Deter Song „Frauen kommen langsam aber gewaltig“ scheint meine Muse zu leben.

Während ich schon Google und Lexend mit der Etablierung eines neuen Schriftsatzes über den grünen Klee lobte und seit der Nutzung von Lexend Deca mein Held Vigilante endlich das Tankstellenszenario in seinem neusten Abenteuer DAS VIGILANTE GESETZ hinter sich gelassen hat, setzte die Muse noch einen drauf.

Einen Roman kann man auf verschiedene Arten schreiben. Es gibt viele unterschiedliche Herangehensweisen, eine Geschichte zu erzählen. Die beiden Extrema sind die Methoden von Dan Brown oder Andreas Eschbach und die von Wolfgang Hohlbein.

Die Brown-Methode plant einen Roman bis ins kleinste Detail durch, bevor im Manuskript auch nur das erste Wort geschrieben wird. Da können schon einmal ein bis zwei Jahre reine Vorbereitung und Recherchearbeit im Vordergrund stehen, ehe der Prolog oder das erste Kapitel angegangen wird.

Das Hohlbein-Prinzip ist das genaue Gegenteil – wobei, Wolfgang möge mir verzeihen, ich absolut nichts über Wolfgang Hohlbeins Recherchemethoden sagen kann. Hier geht es um die Planung der Story, deren Plot allerdings nicht in Stein gemeißelt steht, sondern, die sich beim Schreiben entwickelt und zuweilen, oder gar immer öfter ein Eigenleben entwickelt.

Bei Beginn des ersten Satzes weiß der Autor vielleicht ungefähr, wo er hinkommen will und was am Ende steht, im besten Fall nicht einmal das.

Ich schreibe nach dem Hohlbein-Prinzip. Allein, weil es unheimlichen Spaß macht und man sich beim Schreiben mehr in der Rolle des ahnungslosen Lesers fühlt, der unterhalten werden will. Hätte ich ein 50setiges Exposé und würde meine Stichworte nur ausformulieren – wo bleibt dann der Spaß? Okay, den will ich Dan Brown nicht absprechen, aber so funktioniert es bei mir eben nicht.

Leider hat diese Methode auch einen negativen Aspekt. Es kommt durchaus vor, dass man plötzlich an Stellen festhängt. Als ich LEX GALACTICA: TOT ODER LEBENDIG schrieb, hing ich mehrere Wochen fest, weil ich den Protagonisten in eine unmögliche Situation katapultierte, aus der ich ihn nicht herausbekam. Bis mir die zündende Idee kam, ruhte das Manuskript.

Ähnliches geschah nun bei DAS VIGILANTE GESETZ. Die Handlung hatte sich an der Tankstelle festgefahren, da meine Protagonisten in einer Sackgasse gelandet waren und mit dem Rücken zur Wand standen. Es gab keinen Ausweg mehr, bis ich dann doch den Hauch einer Idee hatte, wie es weiter ging.

Und dann knutschte sie gewaltig

Die Muse verspürte nach der Tankstellenszene wohl ein unwiderstehliches Verlangen mal wieder richtig zu küssen. In einer Art Geistesblitz stand die komplette Handlung bis zum Ende plötzlich klar vor meinen Augen.

Unmöglich, das alles schnell in Worte zu fassen, seien es auch nur Stichworte. Und die Gefahr, dass der Blitz verblasst und die guten Ideen vergessen werden, besteht immer. Also musste das Ganze irgendwie und vor allen Dingen schnell festgehalten werden, da ich mich quasi auf dem Sprung befand.

Das Vigilante Gesetz – momentan noch in Arbeit.

Was geht schneller als Tippen und langsamer als Gedankenübertragung? Richtig, sprechen. Also schnell eine Voice-Recorder-App gestartet, vorzugsweise den direkt in Evernote integrierten, da ich hier ohnehin alle meine Gedanken und Notizen festhalte.

So war es mir möglich in einer knapp sieben minütigen Audioaufnahme nicht nur die Richtung des Plots festzuhalten, sondern auch alle Szenen, die mir vorschwebten zu beschrieben.

Nun denn, jetzt nur noch weitertippen …

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