Die Zukunft des Smartphone-Designs

Immer perfomantere Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher, bessere Kamera – was bieten Smartphones in Zukunft an einem MEHR als nur immer noch ein Update der bisherigen Komponenten zu liefern?

Blickt man Zurück auf die Geschichte der heutigen Smartphones (beginnend mit Apples iPhone in 2007) hat sich auch optisch einiges getan.

Während zuvor Mobiltelefone immer kleiner wurden („Sie machen Sie immer kleiner, und warum? Damit man sie verliert! Damit man sich ein neues kauft!“, Leo Getz in Lethal Weapon III) ist das Display von Smartphones über die Jahre deutlich angewachsen.

Auch wenn einige Menschen jammern, dass ihnen alles zu groß wird, muss man aber auch bedenken, was auf einem Smartphone konsumiert wird. Ganze Webseiten, Bücher, vielleicht sogar die Arbeit mit Tabellen und Texten, das Anschauen von kompletten Spielfilmen und vieles mehr. Viel Inhalt passt nicht auf kleine Bildschirme.

Aus Androiden-Anfängen von 2,7 – 2,8″, dem 3,5″ iPhone wurden dann schon bald die 4″ Größe und später die 5″ Größe überschritten.

Heute bewegen wir uns jenseits der 6″ und es wird gejammert, das sei alles viel zu groß. Oft ist es jedoch nur der Wert auf dem Papier, der die Menschen irritiert. Denn machen wir uns nichts vor: Die Smartphones von heute haben zwar wahnsinnig große Displaygrößen, sind aber im Verhältnis in ihrer Bauweise nicht angewachsen. Neue Technologien ermöglichen es uns, mehr Fläche zum Sehen zu generieren und dafür Überflüssiges wie Seitenränder zu eliminieren.

Zum Vergleich: Das Nexus 6, seinerzeit von Motorola für Google produziert, besaß 2014 eine Bildschirmdiagonale von 6″. Mit seinen äußeren Abmessungen und seiner Dicke ist es aber größer gewesen als ein iPhone Xs Max mit 6,5″ Displaydiagonale oder einem Huawei P30 Pro mit ebenfalls 6,5″.

Selbst das neue Oneplus Pro 7, das von vielen als vieeeel zu groß bezeichnet wird, misst nur 2 Millimeter in der Höhe mehr als das Nexus 6 von 2014, ist in der Breite jedoch um 7 Millimeter schmaler und 1,3 Millimeter dünner – und das mit einer Diagonale von gut 6,67″.

Der Trend, der sich in der Geschichte des Smartphones abzeichnet ist hier klar erkennbar: Wir wollen Display und keine Ränder und keine überflüssigen Knöpfe.

Nachdem Homebuttons & Co verschwunden sind, Fingerabdrucksensoren auf die Rückseite verbannt wurden, kam Samsung 2017 mit einem kleinen Design-Kunststück auf den Markt. Extrem wenig Rand, gerade im oberen und unteren Bereich und viel Display-Fläche. Sicher galt das auch für das bereits 2016 erschienene Mi Mix von Xiaomi, das aber hierzulande nur in Szenekreisen populär wurde, da Xiaomi noch nicht so tief im europäischen Markt verwurzelt war, wie heute.

Apple ging einen ähnlichen weg. Der Displayformfaktor änderte sich vom typischen 16:9 auf ein 18:9 Format und man brachte 2017 das iPhone X als fast randloses Smartphone auf den Markt – musste jedoch Abstriche machen. Statt den Fingerabdrucksensor auf die Rückseite zu legen, entschied man sich in Cupertino für eine neue Sicherheits-Identifikation des Nutzers: Face-ID. Bis heute unerreicht durch andere Geräte, denn nur Face-ID setzt auf eine dreidimensionale Gesichtserkennung. Die Kameras und Infrarotsensoren, die dafür in die Front verbaut werden mussten, nahmen wieder einen Teil des Displays weg, sodass die berühmte Notch (Einkerbung) entstandt.

Mit diesem technischen Dilemma setzte Apple allerdings einen neuen Trend. Fast alle namhaften Hersteller setzten zunächst sehr schnell auf die Notch (bis auf Samsung in den Flaggschiffgeräten, um nicht als Copycat dazustehen). Unter Android ließ sich die Notch zumindest ausblenden, sodass man sie nicht wahrnahm und dennoch rechts und links neben ihr einen Mehrgewinn durch die Anzeige von mehr Informationen bekam.

Da die meisten Hersteller auf die Tiefeninformationen bei der Gesichtserkennung verzichtete, musste man nicht ein großes Kamerasetup installieren – es reichte also quasi eine Selife-Cam auf der Front. Die Technologie ermöglicht es heute, andere Sensoren, wie den Umgebungslicht-Sensor oder den Annäherungssenor unter das Display zu bringen, sodass der Nutzer ihn gar nicht sieht.

Voilà, geboren war die Tropfennotch. Wieder mehr Display für den Anwender, dafür weniger Sicherheit bei einer Entsperrung per Gesichtserkennung. Doch die Android-Geräte nutzen weiterhin Fingerabdrucksensoren auf der Rückseite, sodass man hier keine Abstriche machen musste.

Doch auch der Tropfen kann stören. Der Traum, das Ziel hinter allen Bestrebungen ist ein komplett randloses Display, ohne stören Einkerbung und ohne Kameraloch, wie Samsung es mit dem Galaxy S10 eingeführt hat.

Die Chinesen kamen dann mit einer neuen Idee um die Ecke. Vivo griff mal so richtig in die Trickkiste und stellte ein Konzept mit einem Fingerabdrucksensor unter dem Display vor, somit konnte man den Sensor wieder nach vorne verlegen, wo er eher gebraucht wird, als auf der Rückseite. Und damit nicht genug, es war meines Wissens auch Vivo, die dann die erste Selfie-Kamera zum Ein- und Ausfahren präsentieren, um noch mehr Display-Fläche einzusparen.

Inzwischen sind sie nicht mehr die einzigen. Auch Huawei präsentierte mit dem P smart Z bereits eine Kamera, die im Gehäuse verschwindet und nur auftaucht, wenn man sie aktiviert. Asus geht mit dem Zenphone 6 sogar den weg eine rotierende Kamera zu integrieren, die dann sowohl Haupt, als auch Selfie-Kamera darstellt. Ansatzweise ähnlich macht es Samsung mit dem A80.

Das anfängliche Gespött, mechanisch-elektrische Bauteile würden schnell kaputt gehen, wich mittlerweile Neugier und Faszination. So bestätigte OnePlus das die ein- und ausfahrbare Kamera des Oneplus 7 Pro eine getestete Lebensdauer von 300.000 Kamerafahrten hat. Genug also, um jeden Tag 200 Selfies auf 4 Jahre Nutzung zu machen.

Oneplus 7 Pro mit fast nur Display-Fläche. Die Frontkamera befindet sich im Gehäuse und fährt bei Bedarf automatisch ein und aus.

Aber auch die Mechanik ist nicht die Königslösung. Der Clou liegt unter dem Display. Wir haben mittlerweile alle Sensoren inklusive Fingerabdruck unter dem Display (egal ob mit Licht oder Ultraschalltechnologie), was liegt näher, als auch die Linse der Frontkamera unter das Display zu verlagern – so wie ich es schon 2017 mal in den Raum gerufen habe.

Skeptiker fragten sofort: Wie soll das denn gehen?

Über das Wie sollen sich Ingenieure die Köpfe zerbrechen – zwei Unternehmen haben es getan und bereits Prototypen gezeigt, die eine Möglichkeit offerieren, die Kamera unter dem Display zu verstecken. Sowohl Oppo als auch Xiaomi kamen quasi zeitgleich mit neuen Technologien um die Ecke.

Sie Zukunft des Smartphones wird also im nächsten Schritt „Ganz Display“ heiße, ohne Kompromisse. Spätestens 2020 werden die ersten Smartphones mit In-Display-Kameras herauskommen und 2021 Standard sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass wir dort stehen bleiben werden. Es gibt noch so viele Möglichkeiten. Falt- und Rolldisplays, wenn echte Einsatzmöglichkeiten dafür gefunden werden und nicht nur ein „Weil wir es können“-Effekt präsentiert wird, transparente Geräte, projizierende Geräte – schaut euch mal die Ideen von SF-Autoren in der TV-Serie Westworld oder im Remake von Total Recall an 🙂

Podcasts & Co. – warum sie für mich auf Spotify und anderen Diensten nicht funktionieren

Podcasts sind ein alter Hut, aber gerade heute wieder so modern, dass sie wie Pilze aus dem Boden schießen und jeder, der hip sein will, einen Podcast betreibt oder veröffentlicht.

Zugegeben, ich selbst habe Podcasts für mich auch erst in den letzten beiden Jahren entdeckt.

Die Frage ist, wann bietet sich die beste Gelegenheit, einem Podcast oder auch einem Hörbuch zu folgen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Sicherlich mag es die eine oder der andere zu Hause gemütlich auf der Couch beim Chillen. Oder bei Routineaufgaben, die keine große Aufmerksamkeit erfordern, wie zum Beispiel Hausarbeit, wie Spülen, Wäsche aufhängen, Bügel oder was auch immer.

Für mich ist die beste Zeit zu lauschen während ich unterwegs bin. Da ich am Steuer eines Fahrzeugs sitze, muss ich mich auf das reine Lauschen beschränken.

Umso unverständlicher erscheint mir, warum in letzter Zeit immer wieder Podcaster auf die Idee kommen, ihren Podcast mit Video zu produzieren und ihn dann primär auch für Youtube zu veröffentlichen. Des Öfteren müssen sich die Podcaster selbst daran erinner, dass sie auch nur Hörer haben, die nicht sehen können, was gerade in die Kamera gehalten wird, die das Setup der Aufnahme nicht sehen oder die Location, in der aufgenommen wurde.

Genauso wild wird es, wenn dann der Podcast über Streaming Apps beworben wird – ihr könnt uns jetzt über Spotify & Co. hören.

Was ich früher nie getan habe: Ein Hörbuch von CD hören. Warum nicht? Ganz einfach: Die Gelegenheit, bei der ich es hören kann, beschränkt sich auf eine zeitlich begrenzte Autofahrt. Die meisten CD-Spieler haben sich die Stelle, an der man stoppt nicht gemerkt. Das heißt, auf der Rückfahrt hätte ich wieder bis zu der Stelle vorspulen müssen. Oder man ist doch in den Verkehr vertieft und hat etwas nicht verstanden und will mal eben zurückspulen? Track Back hätte aber gleich ein ganzes Kapitel zurückgesetzt.

Genauso geht es mir heute damit, Hörbücher oder Podcasts innerhalb einer Musik-App hören zu müssen. Ein Hörbuch über 7 Stunden oder ein Podcast über 90 Minuten, ganz egal. Sicher kann ich auf Pause drücken, aber zwischendurch möchte ich vielleicht mal Musik hören oder suche auch nur etwas im Bereich Musik – schon ist die letzte gespielte Stelle meines Podcasts oder meines Hörbuchs weg. Und wenn man weiterhören will, beginnt die große Suche. Wo war ich noch mal stehen geblieben?

Noch schlimmer wird es, wenn man seine Sachen über mehrere Geräte verteilt hören möchte. Unterwegs mit dem Smartphone, zu Hause weiterhören auf dem Smart-Homespeaker? Funktioniert in der Regel mit den wenigstens Apps.

Deshalb habe ich dedizierte Apps für Hörbücher und Hörspiele oder eben für Podcasts zu schätzen gelernt. Selbst wenn ich einen Podcast unterbreche, um zunächst einen anderen zu hören, oder eines Hörbuchs überdrüssig wurde und mich entscheide, es später zu Ende zu hören und erst ein anderes vorziehe – die Stelle merkt sich die App und synchronisiert sie sogar über mehrere Geräte hinweg.

Daher, liebe Produzenten, verdrehe ich jedes Mal die Augen, wenn ihr damit werbt, dass euer Podcast auch auf Spotify oder Soundcloud oder eben in Videoform auf Youtube zu finden ist. Ich will ihn hören, nicht sehen und ich möchte an der Stelle weitermachen, an der ich aufgehört habe.

Die nächste Stufe des Wahnsinns: Bezahle mit deinem Namen und deiner Story

Ihr kennt das sicherlich aus mehr oder minder guten Filmen: Eine einflussreiche Persönlichkeit kommt in ein Restaurant und wird von vorne bis hinten fürstlich bedient, speist und trinkt königlich und verlässt das Lokal, ohne zu bezahlen.

Im Film geht sowas, gell? Aber im wirklichen Leben ist sowas doch unvorstellbar, richtig?

Falsch. Was sich bei der Schilderung im Krewkast von Felix Bahlinger und Julian Völtzke noch unverschämt anhörte, ist dennoch möglich und findet mehr und mehr Akzeptanz.

Die beiden schilderten in ihrem Podcast eine Geschichte des Influencers Luca, der in einen Club einkehren wollte und dort mit zwei oder drei Instagram-Stories „bezahlen“ wollte. Tatsächlich gewährte ihm der Manager freien Eintritt und kostenlosen Zugang zum VIP-Bereich. Für die geforderte „Flasche“ (Sekt/Champagner) und andere Getränke sollte er dann aber zahlen.

Man beachte hier die populäre Bezeichnung „Influencer“ für die Idole (nicht zu verwechseln mit Idealen) der heutigen Zeit mit der oben erwähnten „einflussreichen“ Persönlichkeit.

Nun scheint die Realität uns schneller einzuholen, als uns lieb sein kann. Tatsächlich hat Luca vielleicht auch nur Pech gehabt. Denn offenbar ist es möglich in einigen Fällen doch ganz kostenlos durch eine Nummer zu kommen. Indem man einfach mit seinem (guten) Namen und seinem Einfluss (Reichweite / Anzahl Fans, i.e. Follower) bezahlt.

Die Krew hat eine neue App namens Freachly entdeckt, eine Wortkombination aus Free (Kostenlos) und Reach (Reichweite), mit der es tatsächlich möglich ist, in teilnehmenden Geschäften und Lokalen mit seinen „Followern“ zu bezahlen, indem man von der Lokalität eine Instagram Story oder einen Instagram Feed postet.

In dem Video dazu zeigen sie eindrucksvoll, was heute tatsächlich schon möglich ist. Sie bezahlen in einer Londoner Pizzeria mit ihrem „Einfluss“.

Was denkt ihr? Legitim, eine Modeerscheinung, die Zukunft oder unverschämt?

We made America great again – Trumps Entscheidung und die Auswirkungen

Ich möchte mich nicht zu politischen Themen in diesem Blog äußern, sondern nur ein wenig zum Nachdenken anregen. Daher lasse ich die politischen Hintergründe des Themas außen vor.

Trumps Wahlkampfkampagne beinhaltete „Make America great again“. Wie groß im Sinne von machtvoll die Vereinigten Staaten sind und wie stark auch wir in Europa von amerikanischen Technologien sind, hat der Fall Huawei jüngst gezeigt.

Die Hintergründe zu dem, was geschehen ist, könnt ihr überall in den Nachrichten nachlesen. Nur so viel, um euch eventuell auf die Spur zu bringen: Im Zuge des Handelsstreits mit China hat Präsident Donald Trump den chinesischen Konzern Huawei, der a) mit der chinesischen Regierung verbandelt (sein soll) und b) den die USA bisher immer den möglichen Einsatz von Spionagetechnologien in ihren Produkten vorgeworfen haben (bisher wurden keine Beweise dazu veröffentlicht) auf eine Blacklist gesetzt.

Demzufolge darf kein amerikanisches Unternehmen Handel mit Huawei betreiben. Eine erste Resonanz aus der Order per mufti zog Google. Als amerikanisches Unternehmen stellte es die Geschäftsbeziehungen zu Huawei ein und ließ verlauten, dass Huawei für zukünftige Smartphones nicht mehr auf die Ressourcen von Googles Betriebssystem Android zugreifen könne:

Das bedeutet keine neuen Smartphones oder Tablets mit Android Betriebssystem mit den entsprechenden Google Services, wie dem Playstore, Maps, Play Protect, Gmail usw.

Interessant ist hier, ob es nicht eine Hintertür gegeben hätte. Ja, Google ist ein amerikanisches Unternehmen. Aber das ist Amazon auch. Dennoch sind nachwievor Huawei Geräte bei Amazon Deutschland zu finden. Hätte Google UK oder Deutschland nicht die Geschäfte mit Huawei weiterführen können?

Wahrscheinlich nicht, denn selbst nicht mittelbar betroffene Firmen, wie die britische ARM, die für die mobile Prozessorarchitektur lizenziert (kein Smartphone ohne ARM-Technologien) oder auch Toshiba haben die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt – weil man mit Technologien arbeitet, die amerikanischen Ursprungs oder Patents sind – aus Angst vor Sanktionen oder Einstellen der Geschäftsbeziehung mit amerikanischen Unternehmen.

Wo sind denn die großen Unternehmen beheimatet, die es möglich machen, dass ihr diesen Artikel lesen könnt, damit ihr täglich auf euer Smartphone schauen und in Kontakt mit euren Freunden stehen könnt?

„Das kommt doch heute alles aus China“ – „Ist doch alles Made in China“.

Nein, ist es eben nicht. Ja, viele große Konzerne lassen günstig in China produzieren und wenn ihr ein iPhone bei Apple bestellt, dann wird es euch sogar direkt aus Shenzhen geliefert – aber die Technologien in so einem Mikrocomputer, die kommen in den meisten Fällen aus den USA.

Google, Microsoft, Intel, Nvidia, Qualcomm, die Bluetooth Special Interest Group (auch wenn letztere ein Zusammenschluss diverser Unternehmen ist, so hat die BSI Group ihren Sitz in den USA), alles in den Vereinigten Staaten beheimatete Unternehmen. Ihre Produkte, ob Hard- oder Software stecken heute in fast jedem Gerät, das sich im weitesten Sinne als Computer benennen lässt.

Schnipst so ein Trump-Thanos also mit den Fingern, dann verschwindet nicht die Hälfte der Menschheit, aber die Katastrophe könnte ähnlich ablaufen.

Spinnen wir den Gedanken weiter, wie sehr wir Thano… äh Trump ausgeliefert sind. Nimmt der Handelsstreit größere Ausmaße an und wird generell ein Handelsembargo mit China angestrebt, dann …

  • gibt es auch keine Smartphones mehr von OnePlus, Xiaomi, Oppo
  • könnten amerikanische Unternehmen nicht mehr in China produzieren, ergo
  • müssten Firmen wie Apple sich andere Produktionsstandorte suchen, was deftige Einbußen in deren Gewinnmarge zur Folge hätte

Was, wenn sich ein Handelsstreit auch auf andere asiatische Märkte auswirkt? Südkorea beispielsweise.

Ja, die meisten Smartphones kommen nunmal aus dem asiatischen Raum, auch wenn sie amerikanische Technologien benutzen.

Kein Samsung mehr, kein LG, kein ASUS … was bleibt dann am Ende noch?

Nur noch Apple und Motorola? Ach halt, Motorola gehört ja mittlerweile zu Lenovo und das ist ein chinesisches Unternehmen …

Dear Mr President … leg den Streit bei, damit mein Huawei P30 Pro auch weiterhin mit Updates versorgt wird. Danke!

Betriebsblindheit: Das verkannte iPhone Xr

Ich muss gestehen, ich habe mich im selben Zug gesehen. Du bekommst ein Produkt vorgestellt und dann passen die einige der Spezifikationen nicht. Prompt fällt das Produkt bei dir durch, obwohl du es nie live gesehen und nie in den Händen gehalten, nie ausprobiert hast.

Als Apple das iPhone Xr im September vorgestellt hat, lasen sich auf dem Blatt Papier einige Dinge gar nicht mal so verkehrt.

Großer Akku. Der gleiche Prozessor wie in den teureren Geräten. Selbst die gleiche Front- und Hauptkamera wie in den Xs-Brüdern. Auch wenn die Telelinse fehlt. Damit kann man leben.

Aber dann. Woraus resultiert der Preisunterschied. An welcher Stelle wurde abgespeckt?

Klar, 1 GB weniger RAM als in den Xs-Geräten. Da aber auch das iPhone X mit „nur“ 3 GB daher kommt, sollte auch das vertretbar sein. Die iPhones sind ja ohnehin wahre Performance-Monster.

Der Aufschrei, der durch die Gemeinde ging, war dann das Display. Und wie gesagt, ich zähle mich dazu. Mir ging es dabei nicht mal um die Verwendung eines LCD-Panels.

Ja, OLED arbeitet stromsparender und kann Schwarzwerte perfekt darstellen, aber dafür hat OLED auch nicht die tolle Blickwinkelstabilität wie ein IPS-Panel.

Aber die Auflösung. Die Auflösung ist Stein des Anstoßes. 1.792 x 828 Pixel. Das ist in der Breite etwas mehr als 720p, also gerade mal HD, nicht einmal Full-HD. Sicherlich okay für ein 250 Euro Gerät aber 850 als Startpreis? Hey, du kriegst Full-HD-Panel von Honor und OnePlus für die Hälfte des Geldes, sogar in OLED. Und Apple haut dir so eine „Augenkrebs erzeugende, unterirdisch schlechte Auflösung“ um die Ohren?

Das iPhone Xr als Option war für mich erstmal gestrichen.

Mit Release des Gerätes im Oktober beschäftigte ich mich jedoch noch einmal damit. Die Kritik wegen des „schlechten“ Displays kam nicht nur aus dem Konkurrenzlager von Android, sondern auch aus den Reihen der Apple-Jünger.

Man ist es gewohnt: Smartphones mit FHD, QHD Auflösung, Samsung hat es vorgemacht. Und zu Hause guckst du auf einen 40″ Fernseher, der Full-HD hat. Natürlich sitzt man nicht mit der Nase vor dem Fernseher, sodass Pixel aufgrund des Abstands nicht auffallen, aber mal ganz ehrlich: Du hast vor einem 17″ TFT mit 1366 x 768 gesessen und sogar heute noch haben die meisten Subnotebooks (nicht Ultrabooks!) diese Auflösung bei Displaygrößen von 12″ – 17″ – auch die teuren Business-Maschinen von Lenovo, die mit Preis ab 900 Euro aufwärts aufwarten.

Auflösung ist nicht alles. Auflösung muss bewertet werden nach den Kriterien der Bildschirmgröße und des Abstands der Augen, die auf diesen Bildschirm schauen. Was vor 10 Jahren so überhaupt nicht relevant war, ist heute ein umso aussagekräftiger Faktor: Die Pixeldichte.

Wie viel Pixel werden denn auf einer Fläche des Displays dargestellt. Was nimmt das menschliche Auge davon überhaupt wahr? Ab welcher Pixeldichte erkennt das Auge nicht mehr die beleuchteten Punkte, die ein Bild oder Text auf einem Schirm ergeben?

Wofür ist denn diese Mega-QHD-Auflösung in einem Samsung-Flaggschiff gut? Merkt überhaupt jemand einen Unterschied. Die Galaxy-S-Reihe wird im Full-HD-Modus ausgeliefert, man muss erst selbst in den Einstellungen die Auflösung hochschrauben, wenn gewollt. Und? Merkt das menschliche Auge dann einen Unterschied? Subjektiv suggeriert man sich das wohl ein, aber biologisch ist da nichts rauszuholen, wenn man nicht Geordi LaForge heißt.

Die hohe Auflösung in den Samsung Geräten ist gut für Virtual Reality. Die Gear VR Headsets splitten die Auflösung auf zwei Augen auf, um den räumlichen Effekt zu erzeugen. Auf einem Daumenkinodisplay brauche ich keine 1440p, wenn ich parallel dazu an meinem Laptop bei 17″ mit 1080p arbeite.

Klick gemacht hat es bei mir beim PPI-Vergleich zu anderen Geräten, mit denen ich häufig arbeite: Ein iPad Pro mit 10,5″ Displaydiagonale und einer Auflösung von 2224 x 1668, was einer Pixeldichte von 264 dots per inch entspricht.

Niemand wird bestreiten, dass der Augenabstand zu einem Tablet sich ähnlich verhält, wie zu einem Smartphone. Niemand wird bestreiten, dass das iPad Pro ein schlechtes Display hat, das eine zu niedrige Auflösung hat. Gemeinsam mit 120 Hz Bildwiederholrate und True-Tone bietet das iPad Pro Display eine der angenehmsten Betrachtungsmöglichkeiten auf einen Bildschirm.

Niemand bestreitet das.

10,5 Zoll. Bei 264 ppi.

Vergesst die Auflösung.

Schaut auf die ppi-Zahl.

Der Kindle OASIS Ebook-Reader von Amazon hat ein gestochen scharfes Display, das mit seiner tollen Pixeldichte extrem prädestiniert für augenfreundliches Lesen ist. Die Pixeldichte des Kindle OASIS beträgt 300 ppi.

Das iPhone 6, 6s, 7 und 8 haben eine Pixeldichte von 326 ppi.

Das heißt, obwohl der Kindle OASIS Schrift gestochen scharf darstellt, sodass das menschliche Auge keine Pixel mehr in Buchstaben wahrnimmt, sondern flüssige, ineinander übergehende Formen, wird Text auf einem iPhone 6, 6s, 7 und 8 noch schärfer dargestellt.

Zurück zum iPad Pro: Selbst das iPad Pro stellt Schrift so scharf dar, dass man super angenhem mit dem Gerät arbeiten und darauf lesen kann und problemlos Full-HD-Videoinhalte genießt.

Bei 264 ppi, bei denen das menschliche Auge keine Pixel mehr sieht, solange man Text nicht quasi-unendlich hochskaliert.

Das iPhone Xr besitzt die gleiche Pixeldichte, wie das iPhone 6, 6s, 7 und 8 – nämlich 326 ppi und stellt damit mehr Pixel auf einem Inch dar, als das iPad Pro oder gar der Kindle OASIS oder vergleichbare E-Reader.

Was auf dem Blatt Papier schlecht klingt ist in Wahrheit gar nicht so schlecht, wie es gerne geredet wird. Das ist wie damit zu prahlen, dass sein Auto 300 fahren kann – wenn man es in der Realität nie ausfahren kann, ist diese Geschwindigkeit unnütz. Genauso unnütz wie eine höhere Auflösung oder Pixeldichte auf einem 6,1″ Gerät, wo eine geringere Pixeldichte auf einem 10,5″ für ein extrem angenehmes Schauerlebnis sorgt.

Ich schaue gerne auf das Display des Xr – und ja, wenn ich schräg von unten drauf gucke, wenn es auf dem Tisch liegt, dann ist der Blickwinkel extrem stabil – beim iPhone Xs hingegen gibt es die typische OLED-Blauverschiebung (wenn sie auch nicht so stark ist, wie beim Google Pixel 2 XL, aber sie ist vorhanden!).

Lasst auch das Xr also nicht madig machen von Leuten, die nur nach Auflösung schreien und Datenblätter rezitieren. Schaut euch das Gerät unvoreingenommen im Laden an, falls es euch interessiert.

 

Apple Oktober Event: Da nimmt man sich vor, nicht schwach zu werden …

Ja, mir hat der Mission Impossible Opener vom September Event richtig gut gefallen, aber dafür waren im Oktober die Neuvorstellungen zackiger. Sie hauen raus und raus und am Ende frage ich mich, woher das Geld nehmen?

Eigentlich stand für mich nur ein Upgrade meines Desktops-Setups an. Mein iMac tut es zwar ganz gut, kommt aber gerade im Speicherbereich sehr rasch an seine Grenzen. Ausgerechnet mein Modelljahr lässt keinen Speicherwechsel oder -upgrade hinzu. So muss ich ständig mit den 16 GB haushalten. Und wo ich diese Zeilen schreibe, Google Chrome mit 20 Tabs geöffnet habe, dazu Evernote mit einigen geöffneten Fensternotizen, Opera mit 20 ebenso 20 Tabs und einige Clouddienste wie Google und One Drive im Hintergrund laufen, sind tatsächlich nur noch 1,6 GB von diesen 16 frei. Jetzt mal eben Photoshop mit drei oder vier Bilder zu starten oder in Final Cut was schneiden – das wird nicht nur eng, sondern geht nicht mehr. Ich müsste wahlweise Opera oder Chrome schließen.

Ein neuer iMac sollte es eigentlich nicht sein. Ich möchte gerne kein Auflösungswirrwar haben. Der iMac mit 4K Retina-Display skaliert natürlich die Auflösung angenehm. Ein herkömmlicher 4K Monitor daran angeschlossen bringt entweder sein natives 4K, was dann für meine Augen nicht mehr wirklich angenehm zum Arbeiten ist, oder ich bin gezwungen, die Auflösung anzupassen, was dann nicht immer gut aussieht, vor allen Dingen dann für unterschiedliche Ansichten zwischen den Displays vom iMac und dem externen sorgt.

Ein Display allein ist mir zu wenig zum Arbeiten. Bisher habe ich drei gehabt. Aber das ging nur, weil ein iMac 21,5″ auf dem Tisch steht, flankiert von gleich großen externen Displays. Ich möchte aber auch gerne alles eine Nummer größer haben. Angenehm sind 27″ mit 1440p, wie ich festgestellt habe und das auf zwei gleichen Bildschirmen.

Meine Hoffnung lag darauf, dass Apple einen neuen MacMini herausbringt, der a) genügend Anschlüsse hat und sich b) auf mindestens 32 GB RAM hochsetzen ließ (bisher war bei 8 GB Schluss).

Ich habe gewünscht, Apple hat erfüllt. Damit war der neue MacMini so gut wie gekauft. 4 Thunderbolt-3-Anschlüsse im USB-Typ-C-Format plus 2 normale USBs, das passt sehr gut.

Nun könnte man einwenden, dass der iMac zumindest eine dedizierte Grafikkarte intus hat, die gerade bei Videobearbeitung wichtig ist. Mein alter Mac hat eine GeForce mit 1 GB VRAM, das MacBook Pro hat die gleiche Intel-Onboard-Grafik wie der MacMini – die Video- und Bildbearbeitung auf dem MBP geht für mich vollkommen in Ordnung. Mehr Arbeitsspeicher, schneller Arbeitsspeicher und ein aktueller Prozessor gleichen hier die Grafikkarte für mich aus.

Nun denn, danke Herr Cook, da hattense mich.

Weiter im Text. Nach langer Zeit gibt es ein Upgrade zum MacBook Air. Dazu gibt es nur zwei Dinge zu sagen: Warum hat das so lange gedauert und warum ist das so verdammt teuer?

Gerade das MacBook Air sollte eigentlich die „Unter-1000-Euro-Käufer“ ansprechen – daraus wird jetzt nichts mehr. Preislich beginnt das MacBook Air jetzt bei 1.349 Euro. Das ist schon etwas heftig. Selbst ich kann da jetzt nicht mehr in die Bresche springen und behaupten, wenn du dir was Vergleichbares von Microsoft kaufst, zahlst du genauso viel. Die Surface Laptops sind IMHO etwas günstiger.

Da ich dieses Jahr erst ein neues MacBook Pro gekauft habe, fällt das Air ohnehin für mich aus.

Aber dann. Die neuen iPads. Meine Einstellung war vor dem Event: Ich habe zwei iPads und brauche kein neues.

Warum habe ich zwei? Weil das 10,5″ Gerät sich super für Notizen und Meeting-Protokolle eignet, ich aber einen Ticken mehr Bildschirm bräuchte, wenn ich skizziere.

Das 12,9″ Display ist zum Skizzieren geeigneter, aber letztendlich viel zu groß. Am Ende des Tages sah es so aus, dass ich dennoch das 10,5 mit mir herum trug und das 12,9 zu Hause blieb.

Ein halber Zoll mehr Displaydiagonale könnte mich da schon weiter bringen. Also flugs das 12,9 und das 10,5 Modell verkauft und das neue geordert. Schmale Ränder, mehr Display. Ob ich den Homebutton vermissen werde? Eher nicht. Ich habe ihn nur zum Entsperren genutzt und sanft den Finger draufgelegt, um ja keine mechanischen Teile kaputtzumachen. Die Gestensteuerung des iPads funktioniert unter iOS 12 so wie beim iPhone X und ohnehin kam man mit dem 5-Fingergriff auf dem iPad aus jeder App wieder zum Homescreen zurück.

Die Frage ist nur, wie gut ich mit FaceID auf dem iPad klarkomme, denn meistens liegt es bei der Benutzung auf dem Tisch. Entweder drüber beugen oder anheben.

Zu guter Letzt hat Apple im Rahmen der iPad Vorstellung auch einen Nachfolger  des Apple Pencil auf den Tisch gelegt. Nicht nur, dass er über einige Streichgesten etwas mehr kann, das wirkliche Schmankerl ist hier doch eher, dass er a) Steckerlos aufgeladen wird (man heftet ihn magnetisch einfach an die Seite des iPads und er wird geladen und b) er magnetisch am iPad haftet und so transportiert werden kann (man wusste nie, wohin mit dem Stift) und c) dadurch dass er nicht mehr komplett rund ist, dürfte der Stift nun besser in der Hand liegen.

Nachteil an der Sache: Man kann den Stift nun nicht mehr ohne iPad aufladen. So hatte ich das bisher immer gehandhabt. Einfach ein Lightning Kabel mit Adapter dran und gut ist.

Und ein neues Keyboardfolio gab es dann auch gleich für die neuen 11″ und 12,9″ Modelle. Diesmal umschließt es auch die Rückseite und haftet magnetisch an der des iPads. Ähnliches kennt man bereits von einem Samsung-Tastaturfolio, das allerdings so verbaut war, dass man dort rechts und links vertauscht hat. Ja, ob ihr es glaubt oder nicht, das offizielle Samsung Keyboard Folio für das Galaxy Tab S3 ließ sich nicht wie ein Buch aufschlagen, denn dann befand sich das Tablet verkehrt herum darin. Man musste hier völlig unlogisch drehen. Aber egal.

Was fehlte bei der Präsentation? Die Leaks waren ja im Vorfeld schon eindeutig, aber es gab immer noch Menschen, die die Hoffnung nicht aufgaben, noch etwas mehr zu sehen zu bekommen.

AirPower: Die Ladematte, bei der es egal ist, wo mein sein Gerät platziert. Gedacht, um iPhone, Apple Watch und Air Pods gleichzeitig kabellos aufzuladen. Für mich kein Ding, denn ich nutzte eine feste magnetische Rundschließe – damit kann ich die Uhr sowieso nicht auf einer waagerechten Fläche laden. Und für die AirPods müsste es ein Update des Ladecases geben, mit dem aktuelle funktioniert induktives Laden nämlich nüscht.

Neue AirPods: Das wäre dann das Zweite Gadget gewesen, das einige Leute noch erwartet hätten.

ApplePay: Immerhin hatte Tim Cook im Sommer angekündigt ApplePay würde in diesem Jahr in Deutschland starten. In der Keynote gab es keine Erwähnung. Eigentlich hätte diese vielleicht schon in den September gehört, zu den iPhone passt sie besser, als zu den iPads. Nun, woran auch immer es hakt, es scheint so, als hätte Apple hier kurzfristig einen Rückzieher gemacht.

In der iOS 12.1 Beta 3 war die Funktion ApplePay in den Einstellungen vorhanden. In den späteren Versionen flog sie raus. Im finalen Release ist von ApplePay nichts zu sehen. In den Tipps zu iOS stand vor kurzem noch ein Hinweis, wie man kontaktlos mit  dem iPhone bezahlt. Nach Update auf iOS 12.1 ist auch dieser Hinweis aus den Tipps verschwunden.

Das lässt Böses erahnen. Vielleicht wird es 2018 also doch nichts damit. Das ist schade, da Google mit Google Pay bereits schön vorgelegt hat.

OnePlus 6T – Lohnt sich der Umstieg?

Um es kurz zu machen: Vom 6 oder 5 T? Nein, gewiss nicht.

Heute hat OnePlus in New York zu einem Event eingeladen und das neue Smartphone OnePlus 6T vorgestellt.

Bei OnePlus ist das aktuell immer so eine Sache, denn sie haben immer nur ein Smartphone am Start. Kein Flaggschiff, kein Mittelklasse, kein Niedrigpreis, nein, nur ein Smartphone. Und wenn weg, dann weg – sprich, wer das aktuelle Telefon in einer bestimmten Speichergröße oder Farbe haben möchte, der kann in die Röhre gucken, wenn er zu lange wartet.

Während Apple mit seiner s-Reihe Verbesserungen im Jahresrhythmus bringt, ist OnePlus mit den t-Modellen bereits nach 6 Monaten wieder am Start. Im Halbjahresabstand kann man eigentlich nicht so viel nachlegen, oder?

Denkste! Zumindest hat das T-Modell der 5er-Reihe letztes Jahr gutgetan.

Das OnePlus 5 mochte ein feines Gerät sein, hatte jedoch ein Problem mit einem verkehrt herum eingebauten Display, das zu Irritationen führte. Zwar kann OnePlus bei der T-Reihe nicht auf einen neuen Prozessor setzen, da Qualcomm nur im Jahresrhythmus nachzieht, dennoch war das OnePlus 5T in 2017 ein völlig neues Gerät.

Nicht nur, dass man das Display wieder korrekt herum einbaute, nein, der Fingerabdruck-Sensor verschwand von der Front auf die Rückseite, das Display wurde von 16:9 auf 18:9 gestreckt und schon war das OP5t nicht mehr als ein Facelift des Vorgängers zu erkennen.

So toll und schnell die OnePlus-Geräte auch sind (The fastest phone on Earth – zurecht!), so muss man dennoch Abstriche machen, die bei anderen (dann teureren) Geräten schon gang und gäbe sind. Nach wie vor verzichtet OnePlus auf eine offizielle IP-Zertifizierung zum Schutz vor Staub und Wasser und auf Stereolautsprecher. Trotz Glasrückseite des OnePlus 6 wurde auch hier keine induktive Ladefunktion verbaut.

Die Kamera ist gut und spielt in der oberen Liga mit, allerdings am unteren Ende der oberen Liga.

Wer mit den Abstrichen leben kann, bekommt ein wirklich ausdauerndes und schnelles Gerät, das nur halb so viel kostet, wie die Flaggschiffe anderer namhafter Hersteller. Und ob induktives Laden, Stereolautsprecher und IP67 oder 68 500 Euro Aufpreis wert sind, nun, das muss jeder selbst entscheiden.

Das Upgrade vom 5t auf das OP6 lohnte sich hauptsächlich in optischer Hinsicht. Die Seitenränder wurden nochmals schmaler, der Bildschirm größer und länger, denn es gab nun kaum einen Rand oben und nur noch ein schmales Kinn an der Unterseite.

Wer die Gestensteuerung liebt, wurde allerdings auch schon beim 5t fündig. Dafür bekam das 6er die berühmte Notch, die Einkerbung, in der sich Frontkamera und Sensoren befinden. Irgendwo muss man die ja lassen. Zum Glück lässt sie sich in den Einstellungen ausblenden, sodass Statusinfo wie Batterie, Netzwerk und Uhrzeit weiterhin links und rechts neben der Notch angezeigt werden, das Ganze aber wie aus einem Guss wirkt. Eine Sache, die man beim iPhone schmerzlicht vermisst.

Noch schlimmer beim Pixel 3 XL – hier lässt sich in der Entwicklerumgebung die Notch ebenfalls ausblenden, allerdings wandert dann die komplette Statusleiste nach unten, sodass man platztechnisch verloren hat, statt dazuzugewinnen.

Zurück zum OnePlus 6T. Das T-Modell hat zwar eine Designfinesse, allerdings sind die Unterschiede zwischen 6 und 6T nur marginal und nicht so gravierend wie vom 5 auf das 5T.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist verschwunden und befindet sich nun im Display.
  • Der 3,5 mm Klinkeanschluss für Kopfhörer ist verschwunden
  • Die Notch wurde auf einen kleinen Tropfen reduziert
  • Das Display wurde von 6,28″ auf 6,41″ gestreckt und liegt jetzt knapp unter dem iPhone Xs Max.
  • Der Akku wurde von 3.300 mAh auf 3.700 mAh gestreckt

Das war es. Prozessor ist der gleiche (Snapdragon 845), da Qualcomm erst in 2 bis 3 Monaten die nächste Generation vorstellt. Die Kamera soll ebenso die gleiche wie im Vorgänger sein. Nur hat man hier per Software (Stichwort A.I.) nachgebessert, um im Lowlight-Bereich bessere Ergebnisse zu erzielen. Wenn das per Software geht, sollte es doch auch beim OnePlus 5t möglich sein, der Kamera auf die Sprünge zu helfen, oder?

Nun kommen wir zu der Frage, ob sich ein Update lohnt?

Vom OnePlus 6 auf das T-Modell? Nein, definitiv nicht. Ja, designtechnisch ist es wegen der kleinen Notch hübscher geworden, aber beide Notches lassen sich ausblenden. Auch mit dem 3.300 mAh-Akku hält mein OnePlus 6 sehr gut durch.

Der Knackpunkt ist der Fingerabdruck-Sensor, denn der war sowohl im OP5t als auch im OP6 einer der schnellsten dieses Planeten. Der neue im Display soll ersten Berichten zufolge deutlich träger reagieren. Das liegt freilich an einer neuen Technologie. Wenn wir uns die ersten Fingerabdrucksensoren anschauen, reagierten die zehnmal langsamer als heutige. Hier sprechen wir von einer berührungsempfindlichen Sensorik, die über die Jahre hinweg immer wieder verbessert wurde.

Der Fingerabdruck-„Sensor“ im Display steht erst in den Kinderschuhen – und statt eines Sensors ist hier ein Kamerasystem verbaut, dass eure Rillen- und Riefen-Merkmale aufnimmt. Das wird mit der Zeit noch besser.

Zur Not lässt sich das OP6T genauso wie sein Vorgänger per Gesichtserkennung entsperren und das so wahnsinnig schnell, schneller geht es nicht! Allerdings ist es fraglich, wie sicher das Ganze ist und ob man das System nicht auch mit einem Foto überlisten kann (ist mir bisher nicht gelungen, aber ich habe für sowas auch keine Geduld).

Selbst wer vom OP5t kommt hat nicht wirklich einen Grund für ein Upgrade, es sei denn man möchte unbedingt auf ein randloses Display setzen. Das OP5t ist mit dem Snappdragon 835 noch gut bestückt, macht Fotos, die kaum schlechter sind, als die des OP6, unterstützt ebenso Gestenführung statt Homebuttons.

Also, wer warten kann, lieber warten. Im Juni 2019 wird sicherlich das OnePlus 7 mit dem brandaktuellen Snapdragon 855 das Licht der Welt erblicken. Und bis dahin hat sich sicherlich wieder einiges getan. Vielleicht verschwindet die Notch komplett und man setzt auf Sensoren im Display wie Samsung.

Man weiß es nicht.