Kult, der zu schnell ging


Aufgrund von Zeitmangel, habe ich mir die 15 Episoden der amerikanischen SF-Serie »Firefly« schön hübsch eingeteilt. Gestern Abend schaute ich mir die letzten beiden Folgen an und kann nun meinen Senf dazu abgeben.

Joss Whedons Projekt über eine bunt zusammengewürfelte Crew von neun Charakteren, die in eine Art Weltraumwestern-Universum angesiedelt werden, ist definitiv zu früh eingestellt worden. Die Serie hat für mich das gewisse etwas, was genreähnlichen Konkurrenten wie »Gene Rodenberry’s Andromeda« oder »Farscape« einfach fehlt: Einen eigenen Stil. Dazu agieren die Schauspieler auch nicht so stocksteif wie in den beiden zuvor genannten Serien, sondern scheinen an ihren Rollen genügend Spaß zu finden, um sie glaubhaft rüber zu bringen. Ob es die naive Technikerin Kaylee ist, der geistig etwas hinterher hinkende Kämpfer Jayne, der nur an seinen eigenen Vorteil denkt, der stoische Shepherd Book oder die als Hure auf dem Schiff Serenity arbeitende Inara. Sie entwickeln ein lebendiges Spiel, das allein schon das Zusehen Spaß macht.

Hinzu kommt das tolle Setting. Ich liebe Weltraumwestern. Die tolle Musik und die Backgroundgeschichte sprechen für sich. Dass es auch mal lahme Episoden gibt, versteht sich von selbst, doch der Großteil weiß durch Spannung und Witz zu überzeugen. Gerade der Humor kommt bei »Firefly« nicht zu kurz, gepaart mit ordentlich Selbstironie, die sicherlich mit zum Kultstatus der Serie beigetragen hat.

Dennoch fiel die Serie der Quotenschere zum Opfer, sodass sie bereits nach 15 Folgen eingestellt werden musste. Ein Wiedersehen mit der Crew gibt es allerdings in dem Kinoereignis »Serenity«, das ich mir demnächst anschauen werde.

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