Zugegeben, ich bin kein Freund von Stephen Kings Werken. Ich habe einen Roman angefangen und ihn nach einer Seite weggelegt und das Einzige, das ich mal komplett durchgelesen habe, war seine Kurzgeschichte Der Nebel, in einer Anthologie.
Diese wiederum hat mir so gut gefallen, dass ich vor Jahrzehnten mal angefangen hatte, eine Fortsetzung zu Der Nebel mit dem Titel Projekt Arrowhead zu schreiben. Die kam jedoch nie über das erste Kapitel hinaus.
Der Nebel ist letztes Jahr mit Tom Jane als David Drayton verfilmt worden. Da ich die Kurzgeschichte auch tatsächlich nach Jahrzehnten noch immer lebhaft vor Augen habe, konnte ich bei der sehr guten Umsetzung in Filmform schön mitfiebern. Auch wenn ich einen "gleich kommt das, gleich passiert das" Effekt hatte, machte mir es dann nichts aus, die Umsetzung zu sehen.
Die Story ist rasch erzählt. In einer Kleinstadt bei Portland (an der Ostküste der Staaten, nicht Oregon!) wütet nachts ein Sturm. Als David Drayton und sein Sohn Billy am nächsten Tag das Haus verlassen, um in der Stadt einkaufen zu gehen, ahnen sie nicht, dass sie ihre Ehefrau bzw. Mutter nicht mehr wiedersehen werden. Kaum, da sie sich im Supermarkt befinden, zieht ein unheimlicher Nebel auf und hüllt die gesamte Stadt ein. Die Sicht ist gleich Null. Dann geschehen seltsame Dinge. Jemand kommt aus dem Nebel in den Supermarkt und berichtet von Dingen, die sich in der Wolke befinden.
Bald darauf haben es die Menschen in dem Laden mit albtraumhafen Gestalten zu tun. Oktopoden, fliegende Insekten und Spinnentiere. All das lauert im Nebel. Doch die Gefahr kommt nicht nur von draußen. Im Laden selbst predigt die verrückte Mrs. Carmody den Weltuntergang und verlangt Bauernopfer, um die dämonenhaften Geschöpfe zu vertreiben.
Wie gesagt gleicht der Film seiner Vorlage fast bis ins Detail. Eine hervorragende Umsetzung mit hervorragenden Darstellern. Nur das Ende hat nichts mehr mit der Kurzgeschichte gemein. In der Vorankündigungen wurde es bereits als "überraschend" dargestellt, und ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Das Ende der Kurzgeschichte ist offen. Ein Hintertürchen für eine mögliche Fortsetzung. Ungewöhnlich für Stephen King: Es findet sich Hoffnung im Ende.
Aus meiner Fortsetzung der Geschichte:
Ich wollte die Hoffnung auf eine Zukunft nicht aufgeben. Für meinen Sohn Billy, Amanda
Dumfries, Mrs. Reppler und mich, die wir zu viert in meinem Scout saßen und die
Straße Richtung Süden fuhren, weg von zu Hause, weg von Steff, meiner Frau, die
wahrscheinlich nicht mehr lebte. Über diesen Punkt machte ich mir die wenigsten
Hoffnungen – aber für uns vier mochte es noch einen schwachen Lichtblick geben:
Hartford.
des Films nichts mehr übrig. Es kommt brutal. Schockierend. Und
hinterlässt lange nach dem Abspann noch ein dermaßen flaues Gefühl im
Magen, dass man am liebsten nach der nächsten Kotztüte greifen will.
Alles in allem ein starker Film, allerdings nichts für schwache Nerven.
