Star Trek – Teil 11 oder eher Teil 1


Definitiv Teil 1.

Star Trek läuft dieser Tage zum 11. Mal über die Kinoleinwand. Gemäß dem neuen Reboot-Boom wird auch hier alles neu.

Reboot scheint momentan das Stichwort schlechthin zu sein. Man nehme alte Zutaten und sage dem Zuschauer: Vergiss alles, was du bisher über das Thema kennst, wir fangen einfach ganz neu an und erzählen unsere eigene Version.

So geschehen bei Casino Royale. Oder auch bei Batman begins.

Star Trek erzählt die Geschichte der Enterprise Crew wie wir sie aus der Classic Serie und sechseinhalb Kinofilmen kennen, völlig neu. James Tiberius Kirk wird nicht in Iowa geboren, sondern an Bord eines Fluchtshuttles. Er lernt seinen Vater niemals kennen.

Aber so ganz rebooted ist das dann doch nicht, denn der Auslöser für all dies ist ein romulanisches Minenschiff, dass 129 Jahre aus der Zukunft kommt, um Rache zu nehmen. Die erste Begegnung erfährt dieses Schiff mit der USS Kelvin auf der Kirks Vater Dienst tut und mit dem Schiff untergeht und stirbt. Somit ist der Lauf der Geschichte, wie der Zuschauer sie von Star Trek geändert und der Weg frei für etwas vollkommen neues.

20 Jahre später wird James Tiberius Kirk von Capt. Christopher Pike für Starfleet rekrutiert. Wie schon bekannt mogelt sich Kirk beim Kobayashi Maru Test durch und wird zunächst vom Dienst suspendiert. Doch als Gefahr im Aufzug ist und sich das romulanische Minenschiff Vulkan nähert, schmuggelt ihn Pille McCoy (hervorragend gespielt von Karl Urban) an Bord. Durch einen Zufall entdeckt Kirk, dass der vulkanische Notruf eine Falle ist, um die Flottenpräsenz der Föderation im Erdorbit zu schwächen. Tatsächlich werden 7 Schiffe vernichtet und nur die Enterprise verschont.

Während sich Captain Pike an Bord des romulanischen Schiffes begibt und Spock das Kommando über die Enterprise überträgt, setzt er drei Leute im Orbitalsprung aus, um den Minenbohrer des romulanischen Schiffes abzuschalten.

Als Kirk und Sulu nach erfolgreicher Mission wieder an Bord der Enterprise gelangen, wird Kirk wegen fast begangener Meuterei von Spock (noch hervorragender gespielt von Zachary Quinto) an die Luft gesetzt und trifft auf einem Eismond in der Nähe Vulkans auf Spock aus der Zukunft (Leonard Nimoy). Von dem Zukunftspock erfährt Kirk in einem Mindmeld, was überhaupt gespielt wird. Die beiden schlagen sich durch das Eis zu einem Außenposten der Föderation, in dem Montgomery Scott Dienst tut (ebenso hervorragend gespielt von Simon Pegg). Mit Scottys Hilfe gelingt den beiden die Rückkehr zur Enterprise.

Von da an gibt es nur ein Ziel: Den Romulaner Nero aufzuhalten, denn nach dem Fiasko, das er mit Vulkan angerichtet hat, konzentriert er sich jetzt auf die Erde.

Obwohl alles neu ist, gibt es doch viele Wiedererkennungswerte des alten Star Trek. Die Sternenflotte ist weiterhin in San Francisco beheimatet, die Uniformen gleichen denen aus der Classic-Serie, die Enterprise sieht von außen aus wie die Enterprise A, die "alte" Crew wird von den neuen Darstellern genauso gut gespielt, wie die Originale. Auch wenn der russische Akzent Chekovs im englischen Original etwas zu aufgesetzt klingt.

Dafür gibt es aber auch viel Neues. Neue Beameffekte, neue Phasereffekte, ein Hauptbildschirm der nicht nur Bildschirm sondern auch gleich Fenster nach draußen ist und ein Maschinenraum, der nicht nur die Ausmaße, sondern auch das Innenleben einer gewaltigen Chemiefabrik hat. Da gibt es riesige Kühltanks, Rohre, Schornsteine – ein einziges Fabrikgelände, das nicht so recht zu einem Maschinenraum passen will.

Die Story selbst ist wieder aus der Trickkiste alter Folgen und Filme hervorgekramt worden und bietet in etwa eine Mischung aus Star Trek VII "Generations" und Star Trek X "Nemesis". Der Romulaner Nero wird in seiner Zeit Zeuge des Untergangs von Romulus, gibt Spock daran die Schuld und will in der Vergangenheit Vulkan zerstören und damit seine Rache haben. Schon tausendmal gesehen.

Dennoch schafft es J.J. Abrams ("Mission Impossible III", LOST, Alias) diese altbackene Story in einen spannenden SF-Kracher umzusetzen. Und nichts weiter ist der neue Star Trek Film auch: Eine Actionachterbahnfahrt mit viel Geschieße und Geprügel. Action von der ersten bis zur letzten Minuten mit nur sehr, sehr wenigen ruhigen Szenen.

Da Abrams bereits vor dem Filmstart in einem Interview verkündete, dass man an schon an dem nächsten Star Trek Film schmiede und nach dem bombastischen Einspielergebnis des ersten Tages in USA, ist eine Fortsetzung sehr sicher. Doch wenn auch diese so erfolgreich sein will, muss sie ihrem Motto treu bleiben – und das heißt in diesem Fall STAR TREK ACTION.

Note: 8,5 / 10 (Abzüge wegen einiger zu hektischer Schnitte)

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