Am morgigen Donnerstag geht in Dortmund gar nichts mehr. Weder Busse noch Bahnen fahren. Die Gewerkschaft Ver.di hat zu Warnstreiks aufgerufen.
Um es gleich vorweg zu nehmen, und da können Sie noch so sehr über meine Äußerung schimpfen oder die Augen verdrehen, ich halte Streiks in dem Ausmaß für ein asoziales Verhalten.
Klar, die Gewerkschaft tritt für ihre Mitglieder ein und die wollen mehr Geld.
Für nicht Gewerkschaftler bedeutet "Ich will mehr Geld, wenn ich das nicht kriege, arbeite ich nicht mehr" eine Arbeitsverweigerung, die eine Kündigung nach sich ziehen kann. Streng genommen liegt hier sogar der Tatbestand von Erpressung vor. Aber unter dem Schirm einer Gewerkschaft ist das natürlich erlaubt. Da darf mal eben eine ganze Stadt ohne Nahverkehr sein.
Wer ist der Leidtragende in diesem Fall? Was juckt es den Arbeitgeber, ob morgen die Busse oder Bahnen fahren? Was juckt es die Streikenden?
Die Leidtragenden sind die zahlenden Kunden! Jene, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Der Dienstleister, in diesem Fall die Dortmunder Stadtwerke, sollen mir gefälligst auch eine Dienstleistung erbringen, wenn ich dafür zahle. Oder mir das Geld erstatten, das ich für ein Taxi ausgeben muss, um zu meiner Arbeitsstelle zu gelangen.
Und was wird das Ende vom Lied sein? Der zahlende Kunde wird letztendlich doppelt leidtragend sein: An Streiktagen, weil er nicht befördert werden kann und irgendwann, wenn die Lohnerhöhungen abgesegnet sind, wird der Arbeitgeber schon dafür sorgen, dass man die Mehrausgaben an Löhnen durch einen Preisanstieg des Fahrtengelts wieder hereinbekommt.
Noch einmal, und ich kann es nicht genug betonen: Ich halte dieses Verhalten für asozial. Zigtausende von Menschen werden morgen allein in Dortmund nicht von A nach B gelangen. Stellenweise wird Schulunterricht deswegen abgesagt. Besitzer von Monatskarten wird eine bezahlte Leistung verweigert. Pendler, die mit der Bahn anreisen und auf Busse und U-Bahn angewiesen sind, um zur Arbeitsstätte zu gelangen, wird kaum etwas anderes übrig bleiben, als sich ein teures Taxi zu nehmen oder gar einen Tag Urlaub einzureichen.
Streik? Schämt euch!
