Ebooks werden salonfähiger

Dass die großen Verlage Ebooks hierzulande zunächst nur eine geringfügige Beachtung geschenkt haben, zeigte sich in der Anfangsphase nicht nur am Preis, sondern auch an der eher lieblosen Umsetzung ins Epub-Format. Formatierungsfehler, vertauschte Textstellen und sogar ein „search & replace“-Fehler, der dazu führte, dass in einem Roman generell der Buchstabe „M“ klein geschrieben wurde. Auch am Satzanfang und in Eigennamen.

Ein weiterer Punkt waren die fehlenden Titelbilder. Ebooks begannen entweder mit dem Schmutztitel, häufiger noch mit dem Titelblatt. Nur einige kleinere Verlagshäuser bequemten sich, das eigentliche Cover, das auch auf den gedruckten Büchern zu sehen war, für die Ebook Variante umzusetzen.

Inzwischen sind die aktuellen Reader zwar noch nicht soweit Farbe darzustellen, aber mit 16 Graustufen bieten sie doch ein ordentliches und kontrastreiches schwarzweiß Bild, sodass inzwischen immer mehr Verlage dazu übergehen, auch dem Ebook das passende Titelbild zu spendieren. In Adobe Digital Editions in voller Farbpracht, auf dem mobilen Lesegerät dann zumindest in der Graufstufendarstellung.

Das ist äußerst löblich.

Der Börsenverein für den Buchhandel war bei der Diskussion um Preisnachlässe für die digitale Buchform im letzten Jahr skeptisch und fragte mit höhnischem Unterton, wie man denn verfahren solle, wenn nach der Hardcoverausgabe die Taschenbuchausgabe erscheine. Für mich war die Antwort klar. Das Ebo0k sollte bei Erscheinen auf jeden Fall günstiger sein als das HC. Sobald das Taschenbuch auf dem Markt erscheint, muss der Ebook-Preis von Verlagsseite gesenkt werden. Keine Frage.

Auch diese Praxis wurde bei vielen deutschen Verlagen inzwischen umgesetzt.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es ernährt sich.

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