Auf die Frage, wie er seine Romane schreibt, sagte Wolfgang Hohlbein einmal, dass er gar nicht so genau plant, sondern mehr in eine grobe Richtung drauflos schreibt und sich die Story irgendwann ohne sein aktives Zutun ohnehin verselbstständigt.
Aus diesem Zitat habe ich die berühmte Verselbstständigung einer Geschichte in Stein gemeißelt, denn das passiert mir regelmäßig.
Oder um es mit Howling Mad Murdocks Worten aus dem A-Team zu sagen: „I swear, I did not request those script changes.“
Gerade passierte es wieder. Eine Offizierin des Ordens der Erneuerer ist im aktuellen SWORD Band 23 in Gefangenschaft einer Widersacherin in den eigenen Reihen geraten und befürchtet, sie könnte hingerichtet werden. Der Plan war, dass ein vertrauter Offiziersanwärter sie befreit.
Doch aus dem Dialog, den ich schrieb, zeichnete sich nicht ab, dass der Typ irgendwelche Anstalten machen würde, die Dame aus der Zelle zu holen. Ja, ihr müsst euch das so vorstellen. Meine Gedanken gehen in die Richtung: Er befreit sie jetzt.
Aber vor meinen Augen spielt sich eine ganz andere Szene ab, wie in einem Film, auf den ich keinen Einfluss habe, als hätte jemand anderer die Kontrolle über meine Finger genommen.
In dem Dialog ziert sich der Offiziersanwärter, verspricht aber, zurückzukommen und ihr zu helfen. Und ich denke noch so „Okay, dann wird sie halt später befreit.“
Und was passiert dann? Er salutiert, dreht sich um und sie schlägt ihn von hinten nieder und überwältigt draußen auf dem Zellengang auch noch den Wächter vor der Tür.
Äh … hallo? Was zum Henker ist da gerade passiert.
Ich sag’s mit Hohlbein. Ich sag’s mit Murdock: „I swear, I did not request those script changes.“
