5 Jahre Ground Zero

 
Heute vor fünf Jahren wurden die Vereinigten Staaten Opfer des in ihrer Geschichte größten Terroranschlags. Zwei entführte Flugzeuge crashten in die beiden Türme des World Trade Centers, ein drittes Flugzeug rammte das Pentagon.
 
Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern.
Um kurz nach 15 Uhr saß ich in meinem Büro als das Telefon klingelte und ein Arbeitskollege aus Düsseldorf anrief.
»Du, hier kommt gerade die Frage auf, ob es am World Trade Center eine Webcam gibt.«
»Keine Ahnung«, sage ich. »Warum?«
»Die Susi meint, da wäre gerade was in den Nachrichten gewesen, dass ein Flugzeug in das World Trade Center geflogen ist.«
»Ach du Scheiße. Nee, ne?«
»Ja, weiß ich auch nicht, deswegen wollte ich ja mal gucken, ob es da eine Webcam gibt.«
»Wenn sowas passiert wird es sicherlich auch in den Online-Nachrichten stehen. Ich schau mal.«
 
Ich durchwühlte das Internet. Aber ganz gleich, welche deutschsprachige Nachrichtenseite ich aufrief, ich bekam keine Verbindung. Also versuchte ich die amerikanischen und englischen Sites, doch auch hier schien alles down zu sein. Seiten bauten sich nur halb oder gar nicht auf. Wenn das Internet dermaßen überlastet war, musste etwas an der Meldung dran sein.
 
Irgendwann bekam ich Kontakt zur Site von DIE WELT. Der Newsticker lief und bestätigte meine Befürchtungen. Genau zu dem Zeitpunkt war ein weiterer Jet in den zweiten Tower gekracht. Mit zitternder Hand wählte ich die Nummer meines Kollegen in Düsseldorf.
 
»Uwe … da ist jetzt noch ein Flieger reingecrashed.«
»Quatsch … du verarschst mich jetzt. Oder? Oder?«
»Nein.«
Mir blieb die Sprache weg. An einen Unfall war jetzt nicht mehr zu denken. Bis zum Feierabend blieb die Sache Thema Nr. 1. Die Telefone standen merkwürdig still. Keine E-Mails kamen herein. Keine Telefaxe. Als hätte die Welt den Atem angehalten. Vermutlich hatte jeder gebannt und mit Schrecken die Nachrichten verfolgt.
 
Als ich nach Hause kam, erlebte ich die Live-Berichterstattung im Fernsehen mit. Dann brach vor meinen Augen der erste Turm in sich zusammen. Live. Kein Hollywoodfilm. Das ist geschah wirklich. Ich merkte, wie mir Tränen in die Augen traten. Ein Wahrzeichen der USA stürzte einfach in sich zusammen. Der Schock saß tief. Es schien nicht schlimmer kommen zu können – dachte ich, bis dann der zweite Turm einstürzte.
 
Fünf Jahre Ground Zero. Wenn ich heute daran denke, merke ich immer noch, wie mich Trauer und Wut angesichts des ungeheuerlichen Schreckens packen.

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