Zwischenzeitlich gesehen


Verregnete, stürmische Abende. Winterzeit. Da muckelt man sich gerne bei Kerzenlicht und Tee in eine warme Decke und schaut abends ein wenig fern. Da ich keinen Fernsehprogramm empfange, habe ich die letzten Wochen ein paar Serien auf DVD angesehen.

Stargate SG-1, 10 Staffel.

The show is gone. 10 Jahre Stargate. Damit ist die Serie die erfolgreichste SF-Serie und eine der erfolgreichsten TV Serien überhaupt. Zum Vergleich: Star Trek überlebte mit drei Serien maximal 7 Jahre (Falls jetzt jemand meint, Dr. Who wäre erfolgreicher, also wirklich, ich bitte Sie, das kann ich nicht ernst nehmen *g*).

In der 10 Staffel geben Drehbuchautoren und Schauspieler noch einmal alles. Der Kampf gegen die Ori und ihre Anhänger, nähert sich dem Höhepunkt. Zwischen Raumschlachten und der Suche nach einer mysteriösen Waffe gegen die Ori entstehen seltsame Bündnisse (z.B. mit Ba’al). Dabei bietet die Serie auch weiterhin noch Potenzial und löst sich selbst zum Ende der 10. Staffel nicht auf. Die Gefahr der Ori ist nicht gebannt, noch immer treiben auch Goa’ould auf der Erde ihr Unwesen innerhalb des Trust. Dabei verlieren die Menschen einen wichtigen Verbündeten: Die Asgard stehen vor dem Aussterben und rotten sich als notwendige Konsequenz daraus selbst aus, nicht ohne den Menschen vorher ihre letzten technischen Errungenschaften zu überlassen.

In der 10. Staffel erweist sich Claudia Black als Vala Maldoran und damit fester Cast-Charakter als wahre Bereicherung. Dagegen komme ich mit Ben Browder als Col. Mitchell nur schwer zurecht, denn er wird als Mischung von Jack O’Neill und John Sheppard präsentiert, die aber wirklich niemand braucht. Da hätte man ruhig charakterlich etwas feilen können – zumal es nervt wenn Richard Dean Anderson seine Gastrollen als General O’Neill wahrnimmt und auf Mitchell trifft.

Alles in allem erweist sich die Abschlussstaffel als grandiose SF-Unterhaltung, bei der kein Fan zu kurz kommen sollte. Wir haben einen einigermaßen sauberen Abschluss, der aber genügend Freiheiten offen lässt.

Offen für was? The show is not gone yet. Inzwischen wurden zwei TV-Spielfilme um die Crew von Stargate SG-1 produziert. "The Ark of Truth" setzt die Story um die Ori fort und zu Ende. Und "Continuum" bietet eine Zeitreisegeschichte. Gerüchten zufolge wird noch ein dritter Film produziert.

Stargate Atlantis, 3. Staffel

Auch die zweite Stargate Serie hat sich gemausert und ist auf dem Weg zum Megaerfolg. In den USA läuft derzeit die 4. Staffel und die 5. wurde bereits in Auftrag gegeben. Kein Wunder, denn in der 3. Staffel hat man gleich die Weichen für die Zukunft gestellt und zwei der Maincast-Charaktere abserviert. Dafür spielt ab der 4. Staffel Amanda Tapping als Maincast Col. Sam Carter mit.

Zum Erfolg mit Altbewährtem, so könnte man das Geheimnis von SG-Atlantis beschreiben, denn alles was neu ist, ist es nur auf den ersten Blick. Die Wraith haben sich letztendlich als eine ähnliche Spezies wie die Goa’uld entpuppt. Sie sind ursprünglich Menschen, die von einem Parasitenkäfer verwandelt und benutzt werden (wir erinnern uns, die Goua’ould tragen einen parasitären Wurm in sich). Und zum zweiten Hauptfeind im Atlantis-Universum werden die Replikanten, Maschinen, die von den Antikern erschaffen wurden, um gegen die Wraith zu kämpfen, die sich jedoch soweit weiter entwickelten und replizierten, dass sie menschliche Form annehmen konnten.

Auch in der dritten Staffel bietet Atlantis viele schöne Episoden. Die Crossovers mit SG-1, die Gastauftritte von Jack O’Neill und Sam Carter wissen zu gefallen. Alles in allem bietet die Serie abenteuerlich spannende Unterhaltung und weiß ihr Niveau weiter zu halten.

Invasion, 1. Staffel

In Florida tobt ein Hurrikan. Seltsame Lichter am Himmel. Und am Tag danach hat sich die Bevölkerung zum Teil auf mysteriöse Weise verändert. Ein Parkranger erkennt seine Ex-Frau nicht wieder. Der Pater benimmt sich merkwürdig und gründet eine Versammlung der überlebenden Sturmopfer. Allen voran, werden diese von Sheriff Tom Underlay geschützt und unterstützt, denn Underlay ist vor zehn Jahren als einziger Überlebender eines Flugzeugabsturzes nach Homestead zurückgekehrt. Nach einer Begegnung der dritten Art.

Was wäre Invasion ohne LOST gewesen? Ein klarer Erfolg. Ganz im Stil von LOST setzt Invasion auf Geheimnisse, verliert dabei jedoch nicht den roten Handlungsfaden aus den Augen. Statt wie LOST ständig Rückblicke aus der Vergangenheit der Charaktere zu bringen, bleibt Invasion direkt am Ball. Jede Episode folgt dem Faden, birgt neue Geheimnisse und lüftet ein wenig von ihnen.

Leider überlebte die Serie nur eine Staffel. Von drei Konkurrenten (LOST, Threshold, Surface) überlebten von den zeitgleich gestarteten Mystery-Serien nur eine: LOST. Dabei hatte Invasion durchaus noch Potenzial für zwei weitere, spannende Staffeln.

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