Mein zweiter Preston: Viel Sand, viel Wüste


Schon vor zwei Wochen habe ich meinen zweiten Roman von Douglas Preston zu Ende gelesen. Der Canyon (engl. Tyrannosaur Canyon) knüpft an den erfolgreichen Soloroman Der Codex von Preston an. Helden der Geschichte sind wieder einmal Tom Broadbent und Sally Colorado, die inzwischen miteinander verheiratet sind (Sally hat den Namen Broadbent angenommen).

Tom wird in der Wüste von New Mexico Zeuge eines Mordes. Ein Archäologe oder Grabräuber wird wegen eines Fundes erschossen. Der Mann übergibt im Sterben Tom ein Notizbuch mit Zahlenkolonnen und lässt ihn schwören, dies nur seiner Tochter Robbie zu übergeben. Tom verspricht es, doch außer dem Namen Robbie hat er keinen Hinweis darauf, wer der Tote überhaupt ist.

Zunächst versucht er das Rätsel auf eigene Faust zu lösen, erhält dann aber unerwartete Unterstützung von Wyman Ford, einem Ex-CIA-Mitarbeiter, der sich nach dem tragischen Tod seiner Frau in ein Kloster in den Mesas New Mexicos zurückgezogen hat. Als Ford das Notizbuch in die Hand bekommt, erwacht sein Alter Ehrgeiz, Geheimcodes zu entschlüsseln. Nach und nach gelingt es den beiden, das Rätsel zu lösen. Doch Detective Willer von der hiesigen Polizei kommt ihnen dabei immer wieder in die Quere. Zum Schrecken Toms wird Sally von einem angeheuerten Killer entführt, um durch sie an das Notizbuch zu kommen, das ein britischer Wissenschaftler an einem New Yorker Museum unbedingt in die Hände bekommen will.

Niemand hat jedoch damit gerechnet, dass auch eine geheime Abteilung der NSA Interesse an dem Notizbuch und des Fundes hat. Spätestens dann überschlagen sich die Ereignisse.

Der Canyon ist ein kurzweiliger, spannender Thriller aus Prestons Feder. Leider leidet er am Fortsetzungssyndrom. Wie zuweilen schon David Baldaccis zweiter Roman um Sean King und Michelle Maxwell, verkommt Der Canyon als Fortsetzung zum Abenteuerthriller Der Codex zu einem drittklassigen Provinzkrimi bei dem es vordergründig darum geht, den Mörder zu finden. Das Blatt wendet sich erst, wenn im letzten Drittel des 549 Seiten starken Roman die NSA das (Killer)Kommando übernimmt. Die Handlung hätte durchaus etwas gestraffter sein können, um etwas mehr Tempo gleich am Anfang aufzubauen.

Nichstdestotrotz ist der Roman gut zu lesen und hält den Leser mit jeder Seite bei Laune.

Preston hat die Gestalt des CIA-Mitarbeiters Wyman Ford anscheinend so gut gefallen, dass er diesem ein eigenes Buch gewidmet hat. Ein Wiedersehen mit Ford gibt es in dem Roman Credo: Das letzte Geheimnis.


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