Einem inneren Wunsch entsprechend und weil der Trend zum Zweit- vielleicht sogar Drittgerät geht, habe ich für günstiges Geld den E-Book-Reader OYO erworben. Eine 10% Weihnachtsrabatt hat den Preis nochmals gesenkt, sodass ich gut 100 Euro weniger für das Gerät bezahlt habe, als vor 1 1/2 Jahren für den Cybook Opus. Letzter ist heute zwar günstiger geworden, mit 199 Euro UVP aber immer noch knapp 60 Euro teurer als der OYO.
Das Kontrastverhältnis zwischen den beiden Geräten ist in etwa gleich. Der OYO hat allerdings einige nennenswerte Vorteile. Zum Einen wäre dort das 1″ größere Display (6″), die W-LAN-Fähigkeit, die es einem ermöglicht überall dort, wo man wirelles Zugriff auf das Internet bekommt, Bücher einzukaufen, einen 2 GB großen Speicher (der Opus hat nur 1 GB, aber für reine Lektüre reichen selbst die 1 GB für satte 1.200 Bücher!) sowie die Möglichkeit mp3-Dateien abzuspielen (weniger zum Musikhören, wenn auch das Möglich ist, als eher um Audiobooks anzuhören).
Erweiterbar ist die Speicherkapazität des OYO ebenfalls, dafür sorgt ein Micro-SD-Slot.
Darüber hinaus verfügt der OYO über einen kapazitiven Touchscreen – das ist in der Preisklasse schon eine kleine Meisterleistung, denn gerade die auf elektrische Hautspannung reagierenden berührungsempfindlichen Bildschirme sind meist teurer, als die resistiven Displays.
Auf http://www.lesen.net gibt es ein YouTube-Testvideo zum OYO. Johannes Haupt hat Recht, wenn er sagt, dass das Display träge beim Blättern reagiert. Auch bei Eingaben ist mit Verzögerung zu rechnen – aber es ist keinesfalls nötig nach Haupts Methode mit starkem Fingerdruck auf das Display einzuwirken. Ein sanftes Darüberstreichen, wie man es von aktuellen kapazitiven Smartphone Displays gewöhnt ist, reicht vollkommen aus – man muss nur etwas Geduld mit sich bringen, bis das Ergebnis der Berührung visualisiert wird. Ein Blättern funktioniert jedenfalls einwandfrei.
Der OYO besitzt auch einen integrierten Webbrowser, über den ich allerdings keine Worte verlieren möchte. Wer im Internet was Nachschlagen will, hat sicherlich anderes Gerät zur Hand.
Alles in allem sind in meinen Augen die 139 Euro gut angelegt, wenn man einen günstigen E-Reader mit E-ink-ähnlichem Display erwerben und sich selbst die Welt der elektronischen Literatur eröffnen will.
Selbstverständlich ist der aktuelle Kindle 3 für das den gleichen Preis (rechnet man shipping costs und Zoll mit ein) ein High-End Gerät mit neuester Displaytechnologie und besserem Bedienkomfort – allerdings haben sich die Amazonier noch nicht dem freien Markt der Literatur geöffnet und versuchen eher Apple-like ihren eigenen Store durchzuboxen.

Den Oyo Test von Lesen.net gibt es als Youtube-Video:

99.- Euro in einer Thalia-Buchhandlung im Ruhrgebiet 🙂
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