Madame Dunoire und Belle Aire

„Frau Schwaaaaarz!“

„Was ist denn jetzt schon wieder?“

„Hausaufgabe! Ich brauch drei bis vier weibliche Vornamen, die ich Damen des gewissen Etablissements zuordnen muss. Bis morgen früh müssen die vorliegen.“

„Zabette“, sagte Frau Schwarz wie aus der Pistole geschossen.

Gut, dass ich kugelsicher bin. „Wer geht ins Bett?“

„Zabette!“, wiederholt sie.

„Ja, was soll das denn sein? Nie gehört.“

„Das ist die Koseform von Elizabeth.“ Frau Schwarz schaut mich ganz bestimmt an. Ich runzel die Stirn.

Früher hab ich nach Namen gegoogelt. Heute erleichtert Facebook die Suche ungemein, da ich aufgrund des Profilbilds auch gleich zuordnen kann, ob der Name hauptsächlich männlich oder weiblich ist.

„Na gut, Zabette … klingt irgendwie gut. Rote Haare, kurz, Pagenschnitt, braungebrannt, ellenlange Beine … ich hab das Szenario schon vor mir.“

„Carla!“, ruft Frau Schwarz.

Ich verdrehe die Augen. „Jetzt ist aber gut. Carla oder Karla hört sich nach 70 aufwärts an, aber nicht wie eine Edelprostituierte.“

„Doch, doch. 20 Jahre, ganz jung.“

„Nein, keine Carla!“ Diesmal bin ich sehr bestimmt.

„Priscilla“, versucht es Frau Schwarz noch einmal.

Ich hebe eine Braue. „Bingo. Braune, glatte Haare, aufregende Kurven, ist gebongt.“

Bevor das Gespräch entgleisen konnte und ich die Zeit der Mittagspause völlig verschenkte, grübelte ich selber nach, doch immerhin konnte mir Frau Schwarz noch eine Lydie aus dem Kreuz leiern.

Aber ich bleibe dabei: Eine Nacht in der „Belle Aire“ kostet 30.000 US-Dollar. Ohne Extras, versteht sich.

MJV schreitet voran.

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