Von meinem Schreibtisch: Zurück zu Chrome

Eine Zeitlang habe ich meine Manuskripte auf verschiedenen Chromebooks in Google Docs geschrieben. Leider machte ich irgendwann den Fehler, mein heißgeliebtes HP G3 zu verkaufen und gegen ein neueres HP x360 einzutauschen. Das gefiel mir aber nicht mehr zu so gut und irgendwann wechselte ich von Google Docs zurück auf Word und schrieb zunächst an Surface Laptops oder Surface Books, ehe ich Ende 2020 wieder auf ein MacBook Air und Mitte 2022 auf ein MacBook Pro wechselte.

Das Tippen auf einem MacBook ist für mich eine Offenbarung, gar keine Frage. Ich bin darauf sehr schnell. Allerdings ist die Tastaturbeschichtung der MacBooks eine Katastrophe. Ich habe sehr schnell fettige Finger und die speckigen Abdrücke sieht man der Tastatur sehr rasch an. Die Mac-Tastaturen sehen rasch durchgenudelt aus. Vielleicht würde das nicht so wirken, wenn sie nicht schwarz wären.

Letztes Jahr schaffte ich mir ein neues Chromebook an. Etwas überdimensioniert und eigentlich eher ein Gaming Device, doch mir gefiel das Design und vor allen Dingen die Bidlschirmdiagonale von 14″, die ich für mich als optimal empfinde – nicht zu klein, nicht zu groß, genau passend.

Allerdings lag das Gerät nach der Einrichtung einfach in der „Ecke“ herum und wurde so gut wie gar nicht genutzt. Vor zwei Wochen, während ich noch an Braedyns Schwarm arbeitete, kam ich auf die verrückte Idee, mitten im Projekt einfach mal das Gerät zu wechseln.

Das ist zwischen MacBook und Windows Laptop kein Problem, doch ChromeOS unterstützt weder die die Android App von Microsoft Word noch gibt es die alte Chrome-App mehr. Die Empfehlung der Redmonder ist: Nutz Word Online.

Auch dagegen ist nicht viel einzuwenden, denn inzwischen lässt sich die Browseransicht so weit reduzieren, dass man fast den Fokusmodus von Word erreicht. Ihr wisst schon: Nur du und das Blatt Papier.

Doch Word Online hat einige Schwächen, auch wenn man nur tippt und keine besonderen Anforderungen stellt: Zum einen werden typografische Anführungszeichen nicht deutsch, also unten und oben, sondern englisch (nur oben) dargestellt. Aber sie sind typografisch, also sollte mein Lektor sie später in die französischen durch Suchen und Ersetzen umwandeln können. Ein weiteres Problem sind die Schriftarten. Es lassen sich keine neuen in Word Online erstellen und ausgerechnet mein Lieblings-Font Lexend Deca ist nicht vorhanden.

In Google Docs allerdings schon … was tun? Die Ersatzschriftart, die Word Online ausspuckt, ist zumindest gut lesbar, also hab ich einfach mal drauflos getippt und was soll ich sagen, die Tastatur vom ASUS Vibe Flip fühlt sich großartig an und ist grau. Grau, liebe Leute, grau. Und ihre Beschichtung ist matt, nicht auf Hochglanz gebürstet wie bei Apple. Es macht Spaß darauf zu tippen, das Chiclet-Design lässt mich schnell tippen und die Tasten sehen nach Gebrauch immer noch wie neu aus.

Inzwischen sind die letzten drei Kapitel von BRAEDYNS SCHWARM auf dem Chromebook entstanden und der Roman ist dort beendet worden. Ebenso habe ich das neue Manuskript OTRUS INFERNO direkt auf dem Chromebook begonnen. Es wäre zwar ein geeigneter Zeitpunkt gewesen, auf Google Docs zu wechseln, aber die Manuskripte und Arbeitsdateien sind ohnehin alle in OneDrive gespeichert und werden darüber synchronisiert. So liegt es nahe, bei Word zu bleiben.

ASUS Vibe CX34 Flip Chromebook, tolles und performantes Gaming Chromebook mit hervorragender Tastatur für Vieltipper.

Eine Sache noch: Chromebooks werden von zahlreichen Legenden umrankt. Beispielsweise, dass sie saugünstig sind, dass man kaum etwas mit ihnen machen kann und dass sie keine Systemanforderungen haben.

Das ist Quatsch und gehört ins Reich der Legenden. Es geht dabei wie bei jedem anderen System immer darum, was man damit tun will. Einen Roman von 300 – 400 Seiten Länge in einem Browserfenster zu schreiben benötigt Performance und Speicher. Ich habe vor einigen Jahren mal auf einem Chromebook mit schwachem Prozessor und 4 GB RAM geschrieben. Da hört es einfach schon nach 200 Seiten in Google Docs auf, weil kein flüssiges Scrollen oder Tippen mehr möglich ist.

8 GB RAM sind Minimum, ein Intel Core i5 oder vergleichbarer AMD Prozessor sind auch ein hübsches Zubrot. Mein Lenovo IdeaPad Duet 5 arbeitet mit einem Snapdragon 7C 2nd Gen. deutlich schleppender als das ASUS mit dem i5. Beide haben 8 GB RAM.

Und für mich wichtig, da ich hin und wieder auch in dunkleren Umgebungen (z.B. auf der Couch bei Ambientelicht und Fernseher) schreibe: Ich brauche unbedingt eine hintergrundbeleuchtete Tastatur. Die gibt es in der Regel nicht bei den Chromebooks in der Preisklasse zwischen 200 und 400 Euro, sondern ebenso wie die 8GB RAM in den höheren Lagen.

Wer sich also ein 150 – 200 Euro Chromebook zulegen will, sollte vielleicht erst einmal ausprobieren, ob ihm das wirklich ausreicht. Ein oder zwei Browserfenster zum Surfen sind sicherlich kein Problem, doch mehrere Desktops zu befeuern, 30+ Tabs in mehreren Fenstern geöffnet zu haben und dann umfangreiche Arbeiten darin zu machen und flüssig durchzuscrollen, da geht es schnell an die Grenzen. Und da rede ich nur vom OS-eigenen Browsingerlebnis, nicht einmal von ChromeApps oder ausgeführten Android Apps wie Luma Fusion oder einer Fotobearbeitung.

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