Ja, hallo? Niemand bezweifelt, dass das Wasser Top-Werte aufweist, wenn es direkt ab Klärwerk analysiert wird. Aber haben diese Leute, die mit solchen Sauberkeitsslogans werben sich schon mal die Brühe angeschaut, die aus ihren Wasserhähnen zu Hause rauscht? Ist es nicht eher eine Frage der Rohrleitungsqualität, welcher Art von Wasser ich bekomme, wenn ich zu Hause den Hahn aufdrehe?
Ich habe vor zwei Jahren auswärts in der City Dortmunds gearbeitet, bei einem großen Konzern, der teilweise in einem Altbaukomplex untergebracht ist. Das Wasser, das ich morgens zum Teekochen aus dem Hahn der Küche erntete war eher als Milch zu bezeichnen. Schneeweiß. Und das Beste: die Rückstände von Kalk, Grünspan und Dreck haben sich jeweils so in Wasserkocher und Kaffeemaschine abgesetzt, dass man wöchentlich eine Grundreinigung der Geräte machen konnte.
Nicht anders an meiner jetzigen Arbeitsstätte, dem Dortmund Airport 21 – die Brühe, die wir morgens zum Kaffee-, Tee- und Cappuccinokochen aus der Leitung der Teeküche entnehmen hat nun wirklich nichts mit einem »sauberen Vergnügen« zu tun. So kalkig, dass auch der Siebfilter des Wasserkochers nicht nachkommt, wenn man das Wasser in ein Glas umfüllt.
Trinkwasser sauber? An der Messstelle sicherlich – aus dem Hahn aber nur bedingt.
