Wir tanzen mit dem Teufel!

Zwischen den 539 Seiten aus John Ringos erstem Invasions-Roman »Der Aufmarsch« gab es sicherlich einige Dinge, über die ich den Kopf geschüttelt und geflucht habe. Rechnen ist nicht Ringos Stärke. Der 58-jährige wird drei Seiten weiter zum 63-jährigen. Die zeitlichen Sprünge in dem Roman nerven ungemein, denn Ringo scheint wahllos mal ein halbes Jahr nach vorn zu springen, dann wieder ein halbes Jahr zurück, drei Monate nach vorn, wieder drei Monate zurück, usw. Ganz zu schweigen von der Namensflut der Mitspielenden. Das kann man sich einfach nicht alles merken.

Trotz dieser Nachteile hab ich das Buch nicht aus der Hand gelegt, nicht in die Ecke geworfen, sondern brav weiter gelesen. Und zwar recht fix mit Sogwirkung. Ja doch, es war sauspannend, höchst interessant und ich wollte auf jeder Seite wissen, wie es weiter geht. Dennoch ist der Roman nur bedingt zu empfehlen, denn wer sich hier als Leser a) dagegen sträubt, dass es hier nur um Soldatengeschichten geht und b) nicht in der Militärhierarchie auskennt, hat quasi schon verloren. Stärker als David Weber oder Michael McCollum schildert John Ringo hier einen waschechten Military-SF-Roman.

Worum geht’s?
Eine friedliebende, galaktische Zivilisation tritt mit den Menschen in Kontakt und berichtet von einer drohenden Invasion durch die zentaurioden Posleen. Die Galakter hoffen, dass die Menschen eine Wende in dem langwierigen Krieg herbeiführen können. Durch die außeriridsche Technologie aufgemotzt werden Erkundungsteams und militärische Expeditionskorps zwei von den Posleen besetzten Welten geschickt, während auf der Erde eine Massenaufrüstung beginnt. Im Vordergrund der Handlung steht Lieutenant Michael O’Neal, Vater zweier Mädchen, der als Experte für Gepanzerten-Kampfanzüge (die HALO-Entwickler haben sich die Rüstung des Masterchiefs offensichtlich bei Ringo abgeschaut) zur fernen Welt Diess versetzt wird. Eigentlich nur als Beobachter und Berater in Ausbildungsfragen, doch er wird mitten in das größte Bodengefecht, das die Menschheit je erlebt hat geworfen. O’Neal, der strategisches Geschick beweist, wird von seinen Vorgesetzten nicht erhört und auf Sparflamme gekocht, während der Leser mit jeder verstreichenden Seite schon ahnt, dass O’Neal mit seinen Vermutungen Recht behält.

Wer Military-SF mag, ist hier bestens bedient.

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