Das Finale?


Die Story um die letzte Rune hat mittlerweile eine Komplexität erreicht, die nicht mehr mit einfachen Worten zu beschreiben ist.

Travis Wilder ist zur Erde zurückgekehrt, um den Konzern Duratek, der gemeinsame Sache mit dem Alten Gott Mohg macht, zu besiegen und gleichzeitig die beiden alten Runensteine des Zwielichts und des Feuers vor dem Fahlen König auf Eldh in Sicherheit zu bringen. Beltan und die schwangere Vani folgen Travis und finden bei Deirdre Falling Hawk und ihren Sucherfreunden Hilfe, um Travis zu finden und zu unterstützen.

Das Ziel Durateks wird schnell klar: Mit Hilfe des Predigers Sage Carson werden ausgewählte Menschen von Phantomschatten entseelt und Eisenherzen eingepflanzt. Diese Untoten sollen Mohg, dem Herrn der Dämmerung als Armee dienen, wenn Duratek das Tor nach Eldh öffnet.

Auf Eldh selbst hat Grace Beckett, die nunmehr von allen als Königin von Malachor akzeptiert und respektiert wird, die letzte Bastion zwischen den Domänen und dem dunklen Königreich Imbrifale erreicht: Burg Todesfaust. In ihrem Gefolge befinden sich jedoch nur 500 Ritter und Soldaten, um die alte Festung gegen das, was König Berash durch das Runentor gegen sie auffährt, zu verteidigen. Burg Todesfaust wird belagert. Die alten Verteidigungsanlagen, die das Bollwerk gegen das Böse schützen sollen, bleiben im Verborgenen – und zu allem Übel befindet sich ein alter Freund als Verräter in den eigenen Reihen.

Im fernen Königreich Calavere hat König Boreas die Anhänger Vathris aufgerufen ihm nach Norden zu folgen. Er schart ein Heer von über 5.000 Mann um sich, um Grace Beckett zu Hilfe zu eilen, doch dann greifen die Hexen ein, um die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse zu verhindern. Allerdings hat niemand die Rechnung ohne Baronesse Aryn gemacht, die weit über sich hinaus wächst …

Mark Anthony hat mit dem Zweiteiler »Das Tor des Winters« und »Der Runenbrecher«, der in USA als ein Buch mit dem Titel »Gates of Winter« erschien, den bisher spannendsten und ereignisreichsten und epischsten Roman der Saga geschrieben. Er kommt gleich zur Sache und von dort aus geht es mit großen Sprüngen weiter auf das drohende Ende zu. Geschickterweise hat Anthony bereits über die
lange Vorarbeit der früheren Romane dafür gesorgt, dass der Leser sowohl mit Haupt- als auch mit Nebencharakteren warm geworden ist. So fiebert man wirklich mit jedem mit, der namentlich benannt ist – und deren Zahl lässt sich auf eine beachtliche Summe beziffern.

Als dann die erste Nebenfigur stirbt, wird der Leser wachgerüttelt: Es ist Ernst. Kein Spiel. Es geht auf das Ende zu. Jetzt kann alles passieren. Oder nichts. Und dann heißt es zum Ende hin auch tatsächlich Abschied von einem der geliebten Hauptcharaktere nehmen. Hier kann man getrost die Taschentücher bereit halten, denn diese Wende, obwohl vorhersehbar, hat es wirklich in sich. Denn bis zuletzt bangt und hofft man, dass alles doch noch ein gutes Ende nehmen wird.

Das Ende? Wäre schön gewesen. Eigentlich schließt Mark Anthony mit »Der Runenbrecher« den Zyklus. Alle losen Fäden werden verknüpft, die meisten Fragen zum Schluss beantwortet und das Leben, das danach kommt, bliebe der Fantasie des Lesers überlassen. Als Abschlussband hätte »Der Runenbrecher« wirklich etwas getaucht, doch dann, im letzten Kapitel werden neue Fragen aufgeworfen. Fragen, die zum wahren Abschluss in den nächsten beiden Romanen folgen werden.

Ob dies wirklich hätte sein müssen, werde ich erst später erfahren, denn jetzt steht erstmal wieder etwas anderes auf dem Leseprogramm und meinem Nachttisch.

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