Toughe Ladies: Rayne und Aeon


Es wurde mal wieder Zeit für Filme. In letzter Zeit habe ich wenig DVD geschaut, gestern gönnte ich mir jedoch am Abend »Bloodrayne« und »Aeon Flux«.

Bloodrayne

Basierend auf dem gleichnamigen Computerspiel inszenierte der deutsche Regisseur Uwe Boll ein ein Fantasyadventure um die Halbvampirin Rayne. Schon im Vorfeld sorgten actiongeladene Trailer und die Namen der Besetzungsliste für einigen Aufruhr. Neben Kristanna Loken und Ben Kingsley tauchen eine ganze Reihe bekannter Namen wie Michael Madsen, Matt Davies, Michelle Rodriguez, Michael Paré, Billy Zane und Meatloaf auf … und weiß Gott, aus welchem Grab Boll Geraldine Chaplin ausgegraben hat.

So viel versprechend das alles klang, so enttäuschend wurde der Film dann leider, wenn man zu viel erwartete. Da ich bereits Oliver Naujoks Rezension zu Bloodrayne kannte, habe ich meine Erwartungen auf ein Minimum reduziert und kann mit dem Reslutat leben. Die Handlung ist nur am Rande vorhanden und schnell erzählt:

Rayne wird als Abnormität in einem Zirkus gefangen gehalten. Ihre vampirischen Kräfte schlagen aus, als einer der Zirkusmitarbeiter sie vergewaltigen will. Sie verfällt in einen Blutrausch, in dem nach und nach Erinnerungen wach werden. Der alte und mächtige Vampir Kagan (gespielt von Ben Kingsley) hat Rayne mit einer menschlichen Frau gezeugt, die er Jahre später auf der Suche nach seinem Mischlingskind tötete. Rayne überlebte und will nun Rache für die Ermordung ihrer Mutter. Gleichzeitig kämpft die Allianz von Brimstone gegen die Herrschaft der Vampire.

Kagan ist auf der Suche nach drei alten Relikten, bestehend aus den körperlichen Überresten eines allmächtigen Vampirs, der weder das Tageslicht, fließend Wasser oder Kreuze zu scheuen braucht. Rayne sucht die Relikte ebenfalls, um durch sie in Kagans Festung vordringen zu können.

Nun, was fehlt dem Film: Schauspielerische Leistung, ganz klar. Der großen Riege sieht man nämlich an, dass sie keine Lust auf die Verfilmung hatte. Offenbar schafft es Uwe Boll nicht, seine Schauspieler zu animieren oder für das Projekt zu begeistern. Ganz gleich ob Michael Madsen, Matt Davis, Michelle Rodriguez oder Ben Kingsley – sie wirken wie billige Statisten, denen man anmerkt, jede Minute auf die Uhr zu schauen und sich zu fragen, ob der Drehtag endlich bald vorrüber ist. Einzig Kristanna Loken spielte für mich bisweilen überzeugen, obwohl ich in zwei Einstellungen und Szenen den Verdacht hatte, Boll wolle DeLaurentis‘ Red Sonja kopieren und eine andere Reckin aus dem Norden, nämlich Brigitte Nielsen, stünde vor mir. Aber im Gegensatz zur Nielsen macht die Loken eine gute Figur.

Der Soundtrack zum Film strapaziert die Nerven und tönte völlig unpassend bei manchen Szenen dazwischen, dass es kaum zum Aushalten ist.

Was bleibt? Eine dennoch halbinteressante Vampirgeschichte mit reichlich Blutgemetzel (auch wenn es hier teilweise so übertrieben spritzt wie in Tarantinos »Kill Bill«). Die beide angekündigten Sequels werde ich mir auf jeden Fall ebenso reintun.


Aeon Flux

Diesmal zwar keine Computerspiel-, dafür eine Art Comic-Heldin aus der MTV-Serie Aeon Flux. Gleichnamige Protagonistin wurde von der schönen Charlize Theron verkörpert. Der Film wirft einen Ausblick in die Zukunft des Jahres 2415 – 99% der Weltbevölkerung sind an den Folgen einer Virusinfektion zugrunde gegangen, bis endlich ein Wissenschaftler namens Goodchild die Seuche in den Griff bekam und die restlichen 5 Millionen Menschen in einer Megastadt zusammenpferchte. Der Garten Eden scheint allerdings nicht ganz koscher zu sein, denn hin und wieder verschwinden Menschen. Rebellen, darunter Aeon Flux, gehen der Sache auf den Grund und versuchen die Dynastie der Goodchilds, die seit 7 Generationen anhält, zu stürzen.

Futuristischer High Tech Thriller mit schönen Actioneinlagen, der im Setting an Zukunftsfilme wie Judge Dredd, Minority Report, Paycheck, Demolition Man und ähnliche erinnert. Hat mir gut gefallen, wenn er auch nicht überragend war. Leichte Kost und gute Unterhaltung.


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