Mit seinem Erstling Showdown lieferte Matt Reilly einen kleinen Vorgeschmack auf ein Genre, dessen sich die wenigsten Autoren bisher angenommen haben: Dem Action-Thriller in Buchform. Zwar ziehen auch Autoren wir James Rollins, Lincoln Child, Douglas Preston, Lee Child & Co. kräftig an, aber das Gefühl, einen Achterbahn-Action-Film zu lesen hat man dabei nicht wirklich.
Bei Matthew Reilly schon. Und das, was er bei Die Offensive ablässt, ist kaum noch zu steigern, ohne sich selbst schamlos zu kopieren und zum Wiederholungstäter zu werden.
Worum geht’s?
Captain Shane "Scarecrow" Schofield befindet sich an Bord des Marine One (dem Präsidentenhelikopter) auf einer Inspektion zwei Air Force Basen in Utah. Nachdem der Besuch von Area 8 reibungslos abgelaufen ist, wird der Leser kurz darauf in Area 7 in ein "Das gibts doch nicht, dieselbe Scheiße passiert dem selben Mann zum zweiten Mal"-Szenario geschleudert. Nur heftiger. Stirb langsam für Marines. McLane ist ein Chorknabe gegen Shane Schofield.
In Area 7 wird ein geheimes Virus getestet, das kürzlich aus China geschmuggelt wurde. Die Chinesen planen offenbar einen Angriff auf die westliche Welt, denn das Virus tötet in sekundenschnelle Menschen ohne die Besonderheit asiatischer Gene. Doch es ist in die Hände der falschen Männer geraten, denn Ex-General Caesar Russel ist nicht daran interessiert, das Virus der amerikanischen Regierung zu überlassen. Vielmehr plant er seinen eigenen Staatsstreich und lässt einen südafrikanischen Wissenschaftler eine mutierte Form des Virus züchten: Die Abwandlung soll menschen mit schwarzer Hautpigmentierung töten. Natürlich hat Russel auch ein Gegenmittel entwickeln lassen.
Doch um sein neues Amerika zu gestalten, benötigt es weit mehr als ein Virus. In etlichen Großstädten der Nordstaaten Amerikas sind auf Flugplätzen Nuklearwaffen stationiert, die bereits scharf sind und explodieren werden, wenn sie ein Satellitensignal erhalten. Dieses Signal sendet ein Spionagesatellit der Air Force, sobald der Signalkontakt zu einem Sender am Herzen des U.S. Präsident unterbrochen wird. Stirbt der Präsident, stirbt Amerika, um es wieder neu aufzubauen – ganz nach den Vorstellungen von Caesar Russel.
Wo es anfangs noch so aussieht, als hielte der Bösewicht alle Trümpfe in den Händen, wendet sich das Blatt doch sehr rasch. Russel hat ein Kommando von 50 Elitesoldaten der 7. Schwadron unter sich und lässt Area 7 hermetisch abriegeln. Die Jagd auf den Präsidenten ist eröffnet. Womit Russel jedoch nicht gerechnet hat, sind diverse Faktoren, die den Roman bis zur Unglaubwürdigkeit belasten, doch angesichts des hohen Unterhaltungswertes und der rasanten Action ist das vollkommen belanglos.
Südafrikanische Reccondos dringen in die Basis ein, um das Virus zu stehlen.
Eine Einheit der 7. Schwadron entpuppt sich als Verrätergarde, die mit den Chinesen sympathisieren.
Die Häftlinge, die in den unteren Ebenen von Area 7 als Versuchsobjekte für ein potenzielles Serum gegen das Virus festgehalten werden, können ausbrechen und beginnen, Menschen abzuschlachten. Unter ihnen der berüchtigte Präsidentenattentäter Seth Grimshaw und der Schlächterchirurg von Phoenix, der Massenmörder Lucifer Leary.
Bald heißt es jeder gegen jeden in und um den Komplex von Area 7. Inmitten des Hexentanzes: Shane Schofield mit einer Handvoll überlebender Marines, einer Secret Service Agentin und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Feuergefechte en masse, rasante Verfolgungsjagden mit X-Rail-Cars, Hubschrauber Dogfights und zu guter letzt verschlägt es Schofield an Bord eines Space Shuttle ins All.
Puh! Wie will Matthew Reilly das noch toppen? Mehr geht nicht, sage ich. Ich hatte zwei Wochen erstklassige Spannungsunterhaltung auf 530 Seiten. Wenn ich die Zeit hätte würde ich solche Bücher vermutlich an einem Tag verschlingen.

