Willkommen auf Hell Island – der neue Reilly


Nein, genau genommen ist es nicht der neue Reilly, denn »Hell Island«, so auch der Titel des Originals, war nur ein Erzählung, die Reilly für Books Alive im Jahr 2005 schrieb.

Dennoch wird bekanntlich versucht, mit allem Geld zu verdienen. Und wo der Name Matthew Reilly draufsteht, ist bekanntlich auch Matthew Reilly drin – wenn auch in arg verkürzter Form. Die bei Ullstein im Taschenbuch erschienene Geschichte umfasst nur 110 Seiten und ist eine echte Novelle.

Vielfach wird der Begriff Novelle synonym für einen Kurzroman verwendet, was sachlich falsch ist. Eine Novelle weist gewisse Charakeristika auf, die sich allesamt in Reillys »Hell Island« vereinen.

Aufgrund der Kürzer der Story lässt sich die Handlung auch nur mit wenig Worten umschreiben, ansonsten liefe man schon fast Gefahr, zu viel zu verraten. Einige Zeit nach Shane »Scarecrows« letztem Einsatz in »Operation Elite« und dem damit verbundenen Tod von Libby Gant, setzt man den Captain des United States Marine Corps wieder an der Front ein. Zusammen mit einem jeweils zehnköpfigen Team von Deltas, Airborne und Seals-Einheiten landen seine Marines auf dem verlassenen Flugzeugträger USS WASHINGTON, der an einer in keiner Karte verzeichneten Insel vor Anker liegt und zu dem jedweder Kontakt abgebrochen ist. Als die Spezialeinheiten an verschiedenen Punkten des Trägers aufsetzen, ist das riesige Schiff wie leergefegt. Erst als sie den unteren Hangar erforschen und auf Leichenteile stoßen, stoßen sie auf die schreckliche Wahrheit.

»Hell Island« ist ein echter Reilly von der ersten bis zur letzten Seite, nur leider viel zu kurz. Wenn sich Reilly nicht inzwischen von Scarecrow verabschiedet und seinem neuen Helden Jack West ("Das Tatarus Orakel", "Die Macht der sechs Steine" und irgendwann 2010 in Deutschland der dritte Teil der Trilogoe, bisher nur unter dem englischen Titel "The Five Greatest Warriors" bekannt) zugewandt hätte, wäre aus der Novelle vielleicht ein kompletter 500-600 Seiten Roman geworden. So gibt es aber nochmals Scarecrow im Schnellschuss und das nicht zu knapp.

Die Erzählung hat reichlich Tempo und ist in Nullkommanix durchgelesen. Ein hoher Bodycount sind für Matt Reilly keine Frage – was erstaunlich ist, dass er diesmal jedoch überraschend viele "Helden" überleben ließ. Schwächeln wir da etwas?

Jedenfalls einen Daumen hoch, trotz der unverschämten 6,95 Euro für schlappe 110 Seiten – da hätte man auch mal die 4,95 Euro Marke drücken können. Bastei hat es vor einigen Jahren mit Hohlbeins "Intruder" vorgemacht, dass auch günstig geht.

 

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