John Connor bringt die Erlösung


Vergessen Sie alles, was Sie über Terminator wissen. Denn es lohnt sich nicht, darüber nachzudenken, wenn Sie den neuen Terminator Film sehen wollen.

Die Sache mit manchen Fortsetzungen ist die, dass sie sich nicht mehr so richtig in das Gesamtbild einfügen wollen. Man denke da nur an Highlander II. Oder auch die ersten drei Star Wars Filme, die plötzlich neue Aspekte brachten, die nicht so recht zu der ursprünglichen Trilogie passen wollten (Stichwort Medichlorians).

Ähnlich verhält es sich bei Terminator. Wobei man sich hier des Mittels Zeitreisen bedient und alles, was in der Vergangenheit, unserer Gegenwart, geschieht, prägt die Zukunft. So hatten Sarah und John Connors Einsatz in Terminator 2 den Tag des Jüngsten Gerichts nicht verhindert, sondern nur verschoben, wie wir in T:3 erfahren durften.

Aber T:3 soll ja in der Chronologie der Terminator Filme ausgeklammert werden. Und die Sarah Connor Chronicles sollen das Prequel für Terminator: Salvation sein.

Alles Quatsch. Nichts passt mehr, im neuen Film. Aber die Drehbuchschreiber reden sich fein heraus. "Das ist nicht die Zukunft von der meine Mutter mir erzählt hat", sagt John Connor.

Und tatsächlich scheint sich einiges verändert zu haben. Die Firma Cyberdyne, die eigentlich in T:2 vernichtet wurde, existiert weiterhin. Ein Hybrid-Terminator, von dem vorher nie etwas zu hören war, wird bereits 2003 entwickelt. Der T-800 (unser Arnold) ist seiner Zeit um mindestens 10 Jahre voraus, denn er wird bereits 2018 gefertigt.

Die Handlung des Films bleibt in etwa die gleiche wie in dem weiter unten besprochenen Roman von Alan Dean Foster. Bis auf die Tatsache, dass der Film jedoch einige Informationen mehr enthält als das Buch und dass er mit einem völlig anderen Ende aufwartet. Wo im Buch Hoffnung geweckt wird, verliert sich der Film in ähnlich deprimierenden Worten wie das Ende von T:2.

In Fosters Roman rückt die Figur des Marcus Wright sehr stark in den Vordergrund. Er ist hier die Hauptperson, während man von Connor nur kurz und hin und wieder etwas liest. Im Film verhält es sich genau anders herum. Hier ist Connor der Held und erhält den weitaus größeren Part – bei gleichen Szenen wohlgemerkt. Diese Szenen sind im Buch nur anders beschrieben. Der Wright-Part fällt ausführlicher aus. Das, was im Buch auf mehreren Seiten beschrieben wird ist im Film in wenigen Sekunden abgehandelt, sodass Connor viel öfter zum Zug kommt.

Nichtsdestotrotz hat der Hype die Macher des Films sehr unvorsichtig werden lassen. In ihrer Euphorie über das Werk meinte man, den potenziellen Zuschauer mit Vorabmaterial nur so überschütten zu müssen. Zwei Minuten-Trailer. Vier Minuten-Trailer.

Wer alle Trailer zum Film gesehen hat, hat damit fast den ganzen Film gesehen und kann der Story ohne weiteres folgen. Das ist erschreckend. Denn auch der eigentliche Clou, dass sich hinter Marcus Wright ein Hybrid-T-Modell verbirgt, ist für den Zuschauer keine Überraschung mehr.

Genau wie das Buch kann aber auch der Film nicht mehr Story herausholen. Statt wie in den ersten drei Filmen vor Terminatoren zu fliehen, geht es in Salvation darum, Kyle Reese aus Skynet Central zu befreien. Denn ohne Kyle Reese gäbe es John Connor nicht, denn Reese wird in der Zukunft in der Vergangenheit Johns Vater.

Die äußerst intelligent gesponnenen Handlungsstränge in den Sarah Connor Chronicles finden in Salvation überhaupt keine Beachtung. Was immer Connor in der Serie erlebte, der Leinwand Connor hat davon nichts mitbekommen. Soviel dazu, dass Sarah Connor Chronicles nahtlos in Salvation übergehen sollten.

Was bleibt ist ein Endzeit-Actionfilm, ein trostloser Mix der mich weiterhin an Kämpfe zwischen Wächterrobotern aus Matrix oder Transformern im gleichnamigen Film erinnert – nur dass die Endschlacht in Matrix 3 weitaus bombastischer ist als alles, was wir in T:S zu sehen bekommen. Es gibt einige nette Szenen, ja, aber da hätte durchaus mehr gekonnt – wie Star Trek beispielsweise beweist.

7/10 Punkten.

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