Torchwood: Wenn Frauen Frauen lieben und Männer Männer küssen


Letzte Woche lief die letzte Folge der britischen Mystery-SF-Serie »Torchwood«. Ich bin eher durch Zufall durch einen Eintrag bei Serienjunkies.de darauf gestoßen.

Ein Spin-off von Dr. Who, soll sie sein. Nun, Dr. Who kenne ich bisher nur ein paar Folgen, die ich früher wöchentlich auf BFBS in schwarzweiß gesehen habe. Wenn ich mich recht ensinne mit dem dritten und vierten Doktor. Aber später habe ich die Serie nicht weiter verfolgt. Inzwischen gibt es eine Neuauflage aus dem Jahr 2005, die bereits in die vierte Staffel geht.

Nach Torchwood habe ich mir die ersten beiden Folgen angeschaut, die nicht so unübel waren. Allerdings ist der Doktor zuweilen ein schrulliger Verwirrter, egal in welcher Gestalt er auftritt und das ganze soll stellenweise familiengerecht komisch wirken.

Das wiederum gibt es bei Torchwood nicht. Was Torchwood genau ist, wo es herkommt, wer die Organisation gegründet hat und vor allen Dingen wer eigentlich ihr Anführer Captain Jack Harkness ist, erfahren wir in den 13 Folgen der ersten Staffel nicht. Hier muss man tatsächlich über den Rand schauen und sich der zweiten Staffel Dr. Whos bedienen, in der die Gründung von Torchwood erklärt wird.

Torchwood ist für den Zuschauer also zunächst eine Spezialeinheit die in England operiert, über dem Gesetz steht und auf der Jagd nach außerirdischem Leben ist, um die Erde davor zu beschützen, denn, wie Capt. Harkness sagt, im 21. Jahrhundert ändert sich alles und wir müssen bereit sein.

Die Torchwood 3 Abteilung hat ihren Sitz in Cardiff. Torchwood 1 in London wurde vernichtet, Torchwood 2 in Wales wird namentlich erwähnt und Torchwood 4 ist verschollen. Ausgerechnet in Cardiff gibt es unterhalb der Stadt einen Dimensionsriss durch den allerlei extraterrestrisches auf der Erde landet. Dämenartige Wesen, Aliens, außerirdische, gefährliche Technologien, Zeitreisen, Menschen aus der Vergangenheit.

Torchwood ist düster, erwachsen und sexy. Gerade letzteres wird bewusst durch Sex- oder erotische Szenen betont in denen auch mal Frauen Frauen lieben oder sich Männer küssen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Für den homosexuellen Darsteller des Jack Harkness John Barrowman war der Kuss sicherlich kein Problem, doch auch der Rest der Darstellerriege muss ständig ran und kommt (nicht) in Verlegenheit gleichgeschlechtliche Figuren zu küssen.

Dabei ist Torchwood keineswegs ein angehauchtes L-World oder Queer as Folk, sondern Mystery-SF der dunklen Art. Vor Mord wird hier nicht Halt gemacht, auch vor unappetitlichem nicht. Da wäre beispielsweise die an das Texas Chainsaw Massacer oder dem französischen Thriller Froniers erinnernde Folge, in der es die Torchwood-Leute in ein Dorf verschlägt, indem eine Familie Fremde schlachtet, ausbluten lässt und anschließend als Gericht serviert.

Torchwood bietet auch Konflikte unter den Charakteren. Nach und nach steigen die Mitglieder der Gruppe dahinter, dass sie so gut wie nichts über ihren Anführer wissen. Seine scheinbare Unsterblichkeit wirkt unheimlich. Gwen Cooper führt ein sexuelles Doppelleben mit Owen und hat Gewissensbisse ihrem Freund gegenüber. Die verklemmte Toshiko verliebt sich in eine Alienschönheit und erfährt über ein Artefakt, was ihre Kollegen wirklich von ihr denken.

Insgesamt betrachtet gab es keine Hänger in den dreizehn Folgen. Die Serie ist spannend, macht Laune und Lust auf mehr. So urteilten auch die Briten, denn dort geht Torchwood bereits in die dritte Staffel.

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