Anders aber kein Ersatz: Lara Adrians Midnight Breed


Den zweiten Band aus der Reihe Midnight Breed fand ich ja wesentlich interessanter und lebendiger, als den ersten. Da hab ich mich schon auf die Nr. 3 gefreut und wurde doch wieder ein wenig enttäuscht. Vielleicht darf man Lara Adrian auch nicht direkt nach Frau Ward lesen. Da merkt man doch einen feinen, aber prägnanten Unterschied. Bei letzterer ist alles lockerer, die Atmosphäre dichter und natürlicher, während bei Frau Adrian es manchmal zu gestelzt hergeht.

Wir erinnern uns: Der Aufbau von Midnight Breed ist ähnlich zu dem der Black Dagger.

Es gibt Kriegervampire, die sich zu einem Orden (Bruderschaft) zusammengeschlossen haben und die gegen einen Feind der Vampire (die Rogues) kämpfen. In jedem Buch wird einer der Recken näher vorgestellt und findet in der Regel in der Story seine Partnerin fürs Leben.

Die Hintergrundstory ist eine ganz andere. Während in Black Dagger die Vampirrasse von der Jungfrau der Schrift in einem einzigen ihr gewährten (von Gott?) Schöpfungsakt geschaffen wurde und es dort sowohl männliche als auch weibliche Vampire gibt, stammen die Blutsauger in Midnight Breed von acht vor Jahrtausenden auf der Erde notgelandeten Aliens ab. Hier werden nur männliche Nachkommen gezeugt mit menschlichen Frauen, die eine genetische Anomalie aufweisen, die es ihnen ermöglich mit den Vampiren Kinder zu zeugen.

Auch wenn die Hintergrundstory eine andere ist, identifiziert man doch schnell die Vampire von Frau Adrian mit denen von Frau Ward.

Lucan, der Anführer, erinnert einfach zu stark an Wrath. Nicht äußerlich, aber charakterlich.
Bei Dante hatte ich auch stets das Bild Rhages vor Augen.

Im dritten Roman sollte es um den finstersten der Vampire gehen: Tegan. Doch der ist gar nicht so finster, wie Frau Adrian ihn gerne dargestellt hätte. Da mangelt es doch an einiger Methodik, die Frau Ward bei dem Finsterling Zsadist wesentlich besser im Griff hatte. Will sagen: Vor Zsadist und dem, was er anderen antun könnte, hat der Leser beim Lesen Angst, bei Tegan indes kommt gar kein Gefühl auf, der bleibt relativ eindimensional.

So schleppt sich der Roman "Geschöpf der Finsternis" auch anfangs etwas hin. Die Stammesgefährtin Elise, die sowohl ihren Ehemann als auch ihren Sohn verloren hat und die partout nicht mit dem Bruder ihres Mannes, dem Ex-Agentur Mitarbeiter Sterling Chase, der mittlerweile dem Orden der Krieger beigetreten ist, nachgeben wollte, betätigt sich als Jägerin. Sie hat Rache geschworen für das, was mit ihrem Sohn Camden geschehen ist – der ist durch eine Überdosis der Droge Crimson zu einem Rogue, einem blutdurstigen, nicht mehr kontrollierbaren Vampir, mutiert und von Sterling Chase gerichtet worden (Band 2).

Nun nimmt sich Elise die menschlichen Lakaien der Rogues vor. Doch bei einem geht es schief. Sie ist nicht zeitig vor Sonnenuntergang zurück und wird von mehreren Rogues bedrängt. Zufällig ist Tegan in der Nähe und rettet ihr das Leben.

Während des Hin und Hers bei dem sich Tegan und Elise immer einen kleinen Schritt näher kommen, finden sie zusammen mit den anderen Ordensmitgliedern heraus, worauf es Lucans Bruder Marek, der Anführer der Rogues, abgesehen hat. Alle Spuren führen zu einem Vampir namens Odolf, der in Berlin ansässig ist.

Ab der Reise nach Berlin, die etwa in der Mitte des Buches beginnt, wird es spannend. Natürlich folgt Marek Tegan und Elise, weil er glaubt, sie könnten das Geheimnis lüften, hinter dem er so sehr her ist. Und tatsächlich erfahren sie von dem in einer Anstalt gefangenen Rogue Odolf etwas, das ihnen gar nicht behagt. Offenbar hat einer der acht Aliens, die seinerzeit auf der Erde abstürzten und Chaos und Vernichtung über die Menschheit brachten und den Grundstein für die Vampirrasse gelegt hatten, überlebt. Der Gen-Eins-Vampir Dragos, also der direkte Nachkomme des Alien, hat seinen Vater bei der damaligen Säuberung verschont und ihn in einer Gruft versteckt, um ihn irgendwann wieder zu erwecken.

Doch Dragos starb. Aber sein Geheimnis offenbar nicht mit ihm, denn sein Sohn führt sein Werk fort.

Wie eingangs erwähnt zwar leichte Lektüre, die manchmal zu sehr mit den Gedankengängen der Protagonisten beschäftigt ist, statt diese agieren zu lassen. Auch die Action kommt deutlich kürzer als in den beiden Vorgängerromanen oder als bei Black Dagger. Dennoch bleibt die Story an sich noch interessant genug, um zum nächsten Buch zu greifen.


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