Ein Ping


Hier mal ein kleines Ping von mir, damit Sie wissen, dass ich noch da bin.

Mein Schädel dröhnt ob der Erkältung, die ich mir eingefangen habe, noch immer und ich bin ziemlich schwach auf den Beinen. Dan Browns "Verlorenes Symbol" habe ich heute ausgelesen und gleich mit dem 11. Roman von Jessica R. Wards Black Dagger-Reihe angefangen. Leider hält sich Dank der Erkältung die Kreativität in Grenzen und ich komme bei Vampir Gothic nicht so weiter wie gewünscht.

Weiter geht es auf jeden Fall, jeden Tag nur etwas schleppender, als ich es vorhatte. Alena und Elmar sind mittlerweile in New York angekommen. Klotzen, nicht kleckern, daher gibts auch eine Übernachtung im Sheraton Hotel & Towers, 811 7th Avenue, Ecke 53ste. Her ein Vorgeschmack:

Die Rezeption bestand
aus einem gewaltigen Tresen hinter dem vier Concierges ihren Dienst versahen.
Etwas abseits davon stand ein einzelner Schreibtisch mit zwei luxuriösen
Sesseln davor. Offenbar der Empfang für Besitzer der Starwood Preferred Guest-Karte. Elmar wollte
zunächst gleich diesen Tisch ansteuern, als er es sich anders überlegte. Er
ging mit Saskia im Schlepptau zum Tresen und wartete, bis ein jüngerer Mann,
dessen Schalter frei war, den Kopf hob und ein strahlendes Zahnpastalächeln
aufsetzte.

„Guten Tag, Sir. Was
kann ich für Sie tun?“

„Wir haben eine
Verabredung mit einer Bekannten“, sagte Elmar. „Sie müsste bereits gestern hier
eingetroffen sein. Würden Sie bitte einmal nachschauen, welche Zimmernummer sie
hat?“

„Gerne. Wie ist der
Name?“

„Alena Labastida.“

„Wie bitte?“

Elmar seufzte.
„La-ba-sti-da.“

„Oh, Entschuldigung.
Spanisch, richtig?“

„Eher Portugiesisch,
aber ich glaube auf den Unterschied legt sie nicht so viel Wert.“

Der Concierge tippte
den Namen in seinen Computer. Er runzelte die Stirn und vergewisserte sich bei
Elmar noch einmal, ob er die Schreibweise richtig verstanden hatte. Dann
schüttelte er den Kopf.

„Es tut mir Leid, Sir,
aber unter diesem Namen kann ich keinen Eintrag finden.“

„Nicht? Schauen Sie
doch bitte …“ Ein Zupfen an seinem Ärmel unterbrach Elmar. Er drehte sich um
und ließ sich von Saskia außer Hörweite des Rezeptionisten ziehen.

„Was ist denn?“

„Vielleicht hat sie
unter falschem Namen eingecheckt“, sagte Saskia. „Sie weiß von der Rückkehr der
Vampire, und ziemlich viele von denen kennen ihren Namen. Wäre ziemlich unklug
von ihr, wenn sie dann hier ihre wahre Identität preisgeben würde, oder?“

Elmar schürzte die
Lippen. „Das muss ich dir sogar Recht geben.“ Er kehrte zum Tresen zurück und
räusperte sich. Als der junge Mann wieder aufsah, sagte Elmar: „Vielleicht hat
sie ja auch eine Nachricht für uns hinterlegt. Könnten Sie bitte einmal
schauen, ob Sie etwas für Elmar Fuchs oder Saskia haben?“

Der Concierge verzog
einen Mundwinkel, beugte sich jedoch wieder über seine Tastatur und gab die
Namen ein.

„Ah ja, hier ist
tatsächlich etwas für einen Mister Fu … Fox.“

„Fuchs.“

„Eine Nachricht von
Frau Rafaela Behrmann.“

Elmar lächelte und sah
in Saskias Richtung. Auch deren Blick hellte sich auf, als sie den vertrauten
Namen einer verstorbenen Seelenkriegerin hörte.

„Die Dame erwartet Sie
in ihrer Suite“, fuhr der Rezeptionist vor. „Ich muss Sie allerdings anmelden,
Sir.“

Elmar nickte.

Der Mann hinter dem
Tresen griff zum Telefonhörer und wählte eine Nummer. Es dauerte eine geraume
Weile, bis am anderen Ende abgehoben wurde. Elmar sah, dass der Concierge kurz
davor war, aufzulegen und ihnen bedauerlicherweise mitzuteilen, dass der
Hotelgast zurzeit nicht anwesend sei. Doch dann atmete der Mann auf und
wechselte ein paar kurze Worte mit dem Teilnehmer am anderen Ende.

Als er auflegte reichte
er Elmar eine Plastikkarte im Scheckkartenformat. „Für den Aufzug“, sagte er.
„Dreiundzwanzigster Stock, Zimmer 23505.“

„Danke.“ Elmar nickte
zu Saskia mit dem Kinn in Richtung Aufzüge und ging los. Von den vier
Expressfahrstühlen befand sich einer auf Loungeniveau und öffnete seine
gläsernen Türen, nachdem Saskia den Rufknopf gedrückt hatte. Aus der Kabine
drang sanfte Instrumentalmusik. Elmar machte eine einladende Geste und ließ
Saskia den Vortritt. In der Kabine schob er die vom Concierge überlassene Karte
in den Schlitz unter den Rufknöpfen und gab dann die Ziffer 23 über ein Paneel
ein. Die Türen schlossen sich. Sanft setzte sich der Lift in Bewegung.

Während sie sich
anschwiegen zogen die Stockwerke an ihnen vorbei. Als sie den Zwanzigsten
passierten, wurde es Elmar zu unangenehm. Er holte tief Luft und räusperte
sich, doch bevor er ein Wort von sich geben konnte, hob Saskia eine Hand.

„Du brauchst nichts zu
sagen. Wir gehen da rein, Alena versucht mich zu heilen und ich bin weg. Okay?“

Elmar atmete noch
einmal tief durch. „Ich … äh … wie du meinst, aber denkst du nicht …“

„Nein.“ Saskia
schüttelte den Kopf. „Der ganze Rest ist euer Bier. Rettet die Welt. Du und
Alena. Für mich ist das eine Nummer zu groß.“

Elmars Hand schoss vor
und drückte den Nothalt. Die Kabine ruckte und blieb stehen. Saskia blickte ihn
wütend an.

„Was soll das?“

„Jetzt hör mir mal zu.“
Elmars Stimme war lauter, als geplant. Er schluckte und stieß den Atem aus. „Du
hast mit der ganzen Sache hier angefangen, erinnerst du dich. Du hast Buffy
gespielt …“

„Ich sagte, ich hasse
…“

„Spielt doch keine
Rolle!“, fuhr Elmar dazwischen. „Du musstest die Vampirjägerin rauskehren. Nach
allem, was Alena über dich erzählt hat, warst du in der Dunkelsphäre eine
herausragende Kriegerin. Ich will dir daher auch keine Qualitäten absprechen.
Du steckst seelisch sogar den Angriff des Schattens weg, aber kaum haben wir
eine Krise, schaltest du auf stur und willst aussteigen.“

„Ich …“ Saskia zeigte
auf sich und runzelte die Stirn. Die Überraschung wich bloßem Zorn. Sie stemmte
die Hände in die Hüften. „Ich schalte
auf stur? Was heißt hier, kaum haben wir eine Krise? Es geht hier nicht um
einen Ehestreit oder so was, Fuchs. Hast du schon vergessen, dass du mich umbringen wolltest?“

Ein Knistern erklang in
einem kleinen Lautsprecher neben dem Tastenpaneel des Lifts. Kurz darauf
meldete sich eine Stimme.

„Hier spricht der
technische Dienst. Sie haben den Aufzug angehalten. Ist bei Ihnen alles in
Ordnung? Drücken Sie bitte zum Sprechen die rote Taste.“

Elmar ignorierte die
Aufforderung. „Ich hab versucht, dir zu erklären, was da vorgefallen ist.“

„Oh ja. Du hast eine
Entscheidung getroffen. Du wolltest mich opfern, damit du leben kannst. Sehr
gentlemanlike, wirklich Elmar.“

„Herrschaften?“, fragte
die Stimme aus dem Lautsprecher erneut.

„Herrgott.“ Elmar
drückte die Taste. „Hier ist alles in Ordnung. Ich habe einen Jackenärmel
zwischen den Türen eingeklemmt. Hab ihn aber sofort wieder raus. Es geht gleich
weiter.“

„Verstanden, Sir. Wenn
Sie Hilfe brauchen …“

„Alles bestens, danke.“
Elmar legte seinen Daumen auf das Eingabefeld und drückte noch einmal die
Ziffern zwei und drei. Der Fahrstuhl setzte sich wieder in Bewegung.

„Okay, du hast Recht.
Ich hätte mich von den Schatten aufsaugen und van Hornes Rat ignorieren können.
Ist es das, was du hören willst?“

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