Für Joseph DeMarcos Job gibt es keine Stellenbeschreibung. Eigentlich ist er Anwalt, doch wegen der Mafia-Vergangenheit seines Vaters findet er keine Anstellung bei einer Kanzlei. Durch Vitamin B bekommt er eine Stelle beim Sprecher des amerikanischen Repräsentantenhauses als Mädchen für alles. Sein Boss schickt ihn jedes Mal los, wenn die politische High Society Probleme bekommt.
In seinem zweiten Fall wendet sich der Marine Staatssekretär an den Sprecher, um einen Verdacht seines Neffen zu untersuchen, bei dem Navy-Angehörige Sabotage in einer U-Boot-Werft betreiben sollen. Da der Neffe einen Hang zu Übertreibung hat, will der Staatssekretär zunächst darauf verzichten, den NCIS einzuschalten.
Gemeinsam mit seiner besten Freundin Emma (über die man nun erfährt, dass sie früher ein Hohes Tier im Pentagon war und der Leser wird über ihre und Joes erste Begegnung aufgeklärt) und deren Lebensgefährtin Christine fliegt DeMarco nach Seattle, um sich mit dem Neffen des Marinesekretärs zu treffen.
Tatsächlich sieht es so aus, als würde der Junge nur spinnen und hat nichts Handfestes gegen seine Verdächtigen in der Hand, außer dass sie sich "merkwürdig" benehmen. DeMarco und Emma sehen den Fall als gegessen an, bis der Neffe tot aufgefunden wird.
Von da an überschlagen sich die Ereignisse. Emma schaltet ihre früheren Kontakte im Pentagon ein. Das FBI reißt den Fall an sich und der Hauptverdächtige, ein Ex-Navy-Seal setzt sich nach Kanada ab.
»Das Poseidon-Komplott« ist der zweite Roman von Mike Lawson um den ‚ungewöhnlichen Ermittler‘ Joe DeMarco. Dieses Mal ist die Ermittlungsarbeit spannender geworden, als noch im ersten Fall. Die Ereignisse um den Fall überschlagen sich, als Emma herausfindet, dass hinter der Spionageaktion einer ihrer alten Feinde steckt, der das Ganze zu einem persönlichen Rachefeldzug ausarten lässt, als er von Emmas Beteiligung bei DeMarcos Recherchen erfährt.
Lawson legt seinen Charakteren lockere Dialoge in die Münder und weiß mit Witz und Spannung zu glänzen. Auch wenn der Clou (der alte Feind Emmas) recht früh ans Tageslicht kommt und kein Raum für den Leser mehr zum Mitraten besteht, ist mit Beginn der verpatzten FBI-Aktion in Vancouver Aciton und Nervenkitzel vorprogrammiert.
DeMarco bleibt auch hier der Mann mit Grips statt Muskeln, der eher die Polizei anruft, wenn er die Verlegenheit kommt, eine Waffe zu benötigen. Doch wie schon in »Der Luchs« kommt er auch diesmal nicht umhin, selbst einzugreifen, um Emma zu retten.

