Von meinem Schreibtisch: Fast die Hälfte

Nach zwei Wochen Zwangsschreibpause wegen hauptberuflicher Verpflichtungen mal wieder ein Lebenszeichen des aktuellen Hannigan-Romans an dem ich arbeite.

Zur Belohnung, weil ihr mich die ganze Zeit über nicht mit einem „Wie weit?“ genervt habt, gibt’s einen Ausschnitt aus den letzten Sätzen:

 

 

„Jetzt bin ich aber gespannt, worum du so ein großes Geheimnis gemacht hast“, sagte Dallmer. „Sind das …?“

„Yep.“ Brown streckte seine dunkle Hand aus und griff nach den Kästchen mit transparenten Deckeln, die sich in Schaumstoff im Koffer befanden. „Funkempfänger und -sender über unsere gesicherte Satellitenverbindung. Soll echtes Stylez-Nerdwerk sein.“

„Gwen ist kein Nerd“, sagte Eileen.

Snake lachte und ließ es endlich bleiben, sich die Augen zu reiben.

„Na gut, vielleicht ein bisschen.“

„Wenn Gwen kein Nerd ist, dann bin ich ein Gadget-Wizard!“, rief Cycle.

„Äh, Boss …?“ Pendecho hatte bereits eines der Kästchen geöffnet und sich den Ohrstöpsel in den Gehörgang geschoben. „Ich fürchte, Mrs Stylez hat jedes Wort …“

Er hielt inne und zuckte zusammen. „Jawohl, Ma’am. Nein, Ma’am … Entschuldigung, ich werde Sie nie wieder Ma’am nennen, Ma’am …“

Mit hochrotem Kopf reichte Pendecho einen zweiten Ohrstöpsel an Brown weiter.

„Ich hatte dich gewarnt, die Ladies vollzuquatschen, Alter!“, sagte Cycle, griff in seine Jackentasche und förderte eine Ray-Ban-Sonnenbrille zutage, die er sich auf die Nase schob.

Brown atmete tief durch. „Sorry, Mrs Stylez, ich mach’s wieder gut.“

An seinem entgleisendem Gesichtsausdruck erkannte Eileen, dass das nicht so einfach werden würde. Sie nahm sich ebenfalls einen Ohrstöpsel und verteilte den Rest an die anderen. Kurz darauf waren sie alle untereinander und gemeinsam mit Gwendolyn Stylez, die die Operation über Satellit vom Hauptquartier aus steuerte, verbunden.

„Die Verständigungsfrage haben wir ja eindeutig geklärt“, sagte Eileen. „Wir sollten uns dann ein paar Waffen besorgen, ehe wir den Treffpunkt aufsuchen.“

Brown hob eine Hand. „Gutes Stichwort.“

Er setzte seine Finger an die Ränder der Schaumstoffeinlagen und zog daran, bis er die oberste Schicht in den Händen hielt. Darunter befand sich eine weitere Lage, eine Art doppelter Boden innerhalb des Koffers. Cycle tat es ihm beim zweiten Koffer gleich. In den weichen Ummantelungen lagen Handfeuerwaffen. Drei in jedem Koffer. Dazu zwölf Magazine.

Dallmer pfiff durch die Zähne. „Das sind MP443, ein russisches Fabrikat, richtig?“

Cycle nickte anstelle seines Chefs. „Genauer gesagt Jarygin PJa. Achtzehn Schuss, neun Millimeter. Nur für den Fall der Fälle. Unsere richtigen Schießeisen bekommen wir ja gleich von der CIA spendiert.“ Er grinste unter seinem Vollbart und den verspiegelten Gläsern der Sonnenbrille.

„Warum russische?“, fragte Snake. „Sind Colts nicht mehr gut genug?“

„Wir hatten noch ein paar auf Lager.“ Brown warf ihr eine der Pistolen und zwei Magazine zu, die die Scharfschützin geschickt auffing. „Aus einem Einsatz in Tschetschenien.“

„Ich zähle nur sechs Pistolen“, sagte Eileen und nickte mit dem Kinn in Richtung der beiden Koffer. „Wir sind zu siebt.“

Brown schnalzte mit der Zunge. „Hab gehört, Sie haben eine extravaganten Geschmack, Ghost.“

Eileen seufzte und verdrehte die Augen. „Kommen Sie mir jetzt nicht mit einer Beretta verziert mit Strass an, Brown.“

Der Schwarze grinste breit und legte im Kofferdeckel ein weiteres mit Schaumstoff gefüttertes Fach frei. Darunter befand sich noch eine Pistole. Die Heckler & Koch USP – die universelle Selbstladepistole, die Eileen gern bevorzugte. Ein deutsches Markenfabrikat in der Expert-Version. Handlich. Leichter als die MP443 und ebenfalls mit Achtzehn-Schuss-Magazinen zu bestücken.

„Wir sollten mal zusammen ein Bier trinken gehen, Brown.“ Eileen griff nach der Waffe, schob ein Magazin in den Griff, zog den Verschlussschlitten zurück und ließ ihn nach vorn schnellen. Eine Patrone im Lauf.

„Meine Frau wird begeistert sein“, sagte Amadeus Brown.

„Ich wusste nicht, dass Sie verheiratet sind.“

„Oh, ganz heißes Gerät!“, rief Cycle. „Seine Schnitte sieht aus wie eine Kreuzung zwischen Whitney Houston und Zoë Saldana …“

Der Söldner hob abwehrend die Hände, als er Browns wütenden Blick sah. Gleichzeitig stieß ihm Pendecho in die Rippen.

„Wer quatscht jetzt die Ladies voll, he?“

„Halt bloß dein Maul, Pendecho!“

Die anderen lachten. Es konnte weiter gehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s