Schlemmerbericht Connie’s Diner

Was waren das noch für Zeiten, als das American Restaurant Bonnie’s Diner in Kamen einer Art Kette angehörte. Riesige Burgerportionen, tolle Home Fries, eine wahnsinnige Auswahl an Schnitzeln und Steaks.

Dann löste man sich aus der Kette und gab dem Kind einen neuen Namen: Connie’s Diner.

Zunächst veränderte sich außer dem Namen nicht viel, doch in der Zeit strickte man vieles neu.

Die Burgerportionen wurden kleiner, aus den Home Fries wurden olle Long Fries, die Ketchup- und Majonäse-Flasche verschwand vom Tisch ebenso wie Salz und Pfeffer.

Zwischenzeitlich führte mein ein elektronisches Bestellsystem ein: Die Kellner und Kellnerinnen liefen mit kleinen PDAs durch die Gegend und tippten die Bestellungen in die Geräte ein.

Nun der gestrige Besuch nach etwas über einem Jahr mal wieder.

Alles hatte sich verändert, nur eines nicht: Der Laden war wie immer randvoll.

Erste Überraschung: Keine Platzdeckchen aus Papier mehr auf den Tischen, als Unterlage. Die hatte ich gewöhnlich missbraucht um mein „Martin Kay was here“ im Autogrammstil zu hinterlassen.

Als die Bedienung meinte: „Sie bekommen von mir auch eine Nummer.“ schwankte ich zwischen freudiger Erwartung und Skepsis. Wenn die mich anbaggert, wieso siezt die mich dann? Und wieso wird hier überhaupt gesiezt?

Die Nummer war dann mit Kuli auf einem Abrisskellnerblock mit Schweppes-Werbelogo geschrieben.

„Wasn das für ’ne neue Nummer mit der Nummer?“

„Darüber läuft Ihre Bestellung?“

„Ja, wie jetzt? Wo sind denn die PDAs?“

„Ich arbeite seit einem Jahr hier. Habe ich nie gesehen.“

Hmpf. Ab ins Mittelalter. Ich bestellte eine Coke.

Nach 20 Minuten kehrte die Bedienung zurück und fragte, ob wir uns entschieden haben. Ich fragte nach meiner Coke.

„Die ist bestellt.“

„Rührt ihr die erst noch an?“

„Nein, aber es ist momentan sehr voll, auch da hinten am Tresen.“

Mein Blick schweift zum Tresen. Ich klemme mir die Antwort, ob ich kurz zu meinem Auto gehen soll, um die Pepsi-Flasche reinzuholen, die ich noch im Kofferraum habe.

Nach fünf Minuten steht die Tante wieder bei uns am Tisch und will unsere Bestellung aufnehmen. Mann! Ich hab mich noch gar nicht entschieden. Eigentlich wollte ich ein Steak, doch die Auswahl war auf drei magere Sorten beschränkt. Ich hatte nicht mal Gelegenheit, die Burgersorten zu studieren, also entschied ich mich in aller Eile und Drängelei für einen Cheeseburger mit Fritten.

Die Coke kam nach 30 Minuten. Das Getränkespielchen wiederholte sich auch bei meinen Freunden am Tisch.

Beim Essen gab es dann die nächste Überraschung: Eine Bestellung wurde falsch geliefert. Und zu spät.

Erster Anstich des Burgerbrötchens: Zäh wie Leder. Zumindest das Brötchen. Der Burger selbst war okay. Aber für das Geld, was man hier lässt, hätte man auch eben nach nebenan zu Burger King huschen können, um einen ordentlichen Whopper zu kauen.

Tja, ich hatte mal geplant, wenn ich furchtbar reich bin, mein Quartier im Hotel gegenüber von Connie’s Diner zu beziehen und in dem American Diner morgens Frühstücken, mittags Lunchen und abends Dinieren zu können. Aus die Maus.

Mächtig, aber dröge. Der Cheeseburger.
Mächtig, aber dröge. Der Cheeseburger.
Die Sache mit der Nummer. Ich hatte die 3 und bezahlte die 7.
Die Sache mit der Nummer. Ich hatte die 3 und bezahlte die 7.

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