Umstieg auf Apple Notizen

First author’s problems: Wie organisiere ich meine Manuskript-Arbeit.

Es gibt Autoren, die planen ein Leben lang, ehe sie die ersten Zeilen an einem Manuskript schreiben. Es gibt Autoren, die mir erzählen, dass sie sich gar keine Notizen machen. Ich weiß nicht, ob ich an solche Elefantengedächtnisse glauben mag, denn dieselben Autoren haben chaotisch organisierte Schreibtische und finden die Ladekabel ihrer iPads nicht wieder.

Zehn Jahre lang habe ich Evernote benutzt, doch dann kamen die großen Veränderungen in der App, die ein Arbeiten darin für mich unmöglich machten. Es mag nach einem Jahr wieder besser geworden zu sein, doch jedes Mal wenn ich Evernote auf einem iOS-Gerät starte, stürzt die App ab. Somit war meine Entscheidung, den Premium-Dienst zu kündigen, richtig.

Ich bin auf OneNote umgestiegen. Insgesamt funktioniert das gut, denn die Ordnerstruktur bietet mir sogar mehr Verschachtelungsmöglichkeiten statt der Stapel in Evernote.

Ich nutze hier die mobilen Versionen, die MacOS-Variante (hauptsächlich) und unter Windows 11 die OneNote for Windows 10-Version, da mir die Reiter in der Microsoft365-Variante zu unübersichtlich sind.

Allerdings hat OneNote ein paar Probleme: Das Schriftbild bei Eingaben mit dem Stift ist katastrophal, die Funktionen der iOS und Android-Varianten sind eingeschränkt, ich habe Synchronisierungsfehler (du bist offline!) und das Programm an sich ist ein Ressourcenfresser.

Hinzu kommt, wenn ich mal schnell was handschriftlich notieren will, weiche ich auf etwas aus, das besser für einen Stift geeignet ist. Hier verwende ich hauptsächlich ein iPad Pro oder Air mit dem Apple Pencil. Zwar ließe sich das Surface Book auch mit Stift verwenden, doch das nehme ich tatsächlich sehr selten als Tablet aus der Halterung heraus. Und wie gesagt: Meine Sauklaue sieht einfach nicht schön unter OneNote aus.

Ich spiele immer wieder mit dem Gedanken, Apples Notizen zu nutzen, denn hier kann ich wie in OneNote arbeiten, aber gleichzeitig auch mit Stift schreiben und skizzieren.

Tatsächlich ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich in OneNote eine Zeichnung anfertigen will über fehlende Möglichkeiten. Ich nutze dann Notability, obwohl OneNote zwei Vorteile hat: Man kann es im Querformat nutzen, was für Zeichnungen wesentlich besser ist und man hat eine endlose Arbeitsfläche.

Dennoch macht es mehr Spaß in Notability zu skizzieren und die Zeichnungen mit eingefügten transparenten Grafiken zu ergänzen.

Ein Beispiel für eine Planung einer Szene sieht beispielsweise so aus. Nicht lachen. Ist ja im Grunde nur eine Arbeitshilfe für mich und kein Kunstwerk für die Öffentlichkeit:

Planung für Showdown in SWORD 5: OPERATION OUTPOST

Diese Zeichnungen kann ich natürlich zu OneNote exportieren, aber dann sind sie dort entweder als Bild oder PDF eingebettet und ich kann nicht mehr daran arbeiten. Nachträglich etwas zu radieren oder zu ändern ist dann nur unter Aufwand möglich, oder ich müsste es in Notability ändern und neu zu OneNote exportieren.

Nun wird Apple Notizen von iPadOS-Version zu iPadOS-Version besser und ich wage nun den Sprung. Gerade das Feature, eine Schnellnotiz zu erstellen, hat mich angefixt.

Inzwischen werden Notizen auch auf dem Mac entsprechend skaliert. Was hilft es, wenn ich bei hoher Auflösung nichts auf dem Bildschirm erkennen kann? Im Gegensatz zu Windows bietet macOS unverständlicherweise keine Textskalierung bei höheren Auflösungen, ein Grund, warum ich beispielsweise macOS Mail nicht nutze, aber auch keine Apps wie Thunderbird. Das ist mir bei 1440p alles zu winzig.

Der Beginn einer neuen Freundschaft: Apple Noizen im Aufbau

Apple Notizen bietet eine hervorragende Ordnerstruktur, sodass ich beispielsweise alle meine Notizen zum Thema „Romane“ in Unterordnern weiter gliedern kann. Das geht in OneNote auch, wirkt aber unübersichtlicher je tiefer ich mich verschachtele. In Evernote geht das nur bis zum zweiten Grad: Stapel, Notizbuch und dann folgen schon die Notizen. So war es möglich einen Stapel Romane anzulegen, dann ein Notizbuch SWORD aber darunter fanden sich sofort die einzelnen Notizen. Nochmal Unterordner zu erstellen, wie beispielsweise zu jedem einzelnen Roman, funktionierte nicht.

Wie ihr seht, ist Apple Notizen noch recht leer. Ich pflege jetzt erst einmal aktuelle Arbeitsnotizen ein und befülle nach und nach die anderen und älteren Notizbücher, um am Ende ein Komplettwerk zum Nachschlagen zu besitzen.

Immerhin umfassen meine Notizen in Evernote über 6.000 Einträge, die sich über 10 Jahre gesammelt haben. Davon brauche ich natürlich nicht alle, weil sich auch eine Menge Datenmüll darunter befindet, der nur festgehalten wurde, weil ich ihn für bestimmte Zwecke benötigte.

Ein weiterer Nachteil von OneNote ist, dass man nicht schnell alle Notizbücher auf einen Blick bekommt. Ich kann als „Ordner“ nicht parallel mein privates Notizbuch und das für Romane ansehen, obwohl beide geöffnet sind. Ein Trick wäre hier, OneNote in einem neuen Fenster zu öffnen, doch das verschlingt doppelte Ressourcen und führt zu merkwürdigen Eigenarten. Manchmal ist in einem der Fenster der Cursor verschwunden oder es wird nicht mehr synchronisiert.

Auch einzelne Notizen lassen sich in OneNote nicht in Pop-Up-Fenstern darstellen. Will man sich eine Notiz neben einer anderen anzeigen lassen, muss tatsächlich OneNote in einem separaten Fenster geöffnet werden. Die komplette App. Wenn man bedenkt, dass meine Arbeitsweise oft so aussieht, dass ich mir sieben geöffnete Notizen auf zwei Bildschirme verteilt öffne, um diese dann ständig im Blick zu haben und im Schreibfluss nicht zwischen den Notizen wechseln muss, dann wird das mit OneNote schwierig.

Evernote kann das seit dem Update auf die Version 10 auch nicht mehr.

Apple Notizen dagegen beliebig viel Notizen als lösgelöste Schwebefenster auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, sodass ich sie immer im Blick habe und notfalls auch bearbeiten kann. Zücke ich das iPad und füge etwas hinzu oder lösche etwas aus der Notiz, habe ich die Änderungen augenblickich auch auf dem Mac vorliegen.

Mir ist bewusst, dass ich mich dadurch stärker an den Apple Kosmos binde und für den Fall, dass ich nur ein Android-Gerät dabei habe, nicht an meine Notizen komme, aber gut, einen Tod muss man sterben.

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