Bitte übernehmen Miss Bristow – The show is gone

»Alias« war mein bester Favorit gegen »24«. Ich mag Jack Bauer und das ursprüngliche Konzept, das hinter der Serie steht, doch bei einer Staffel, die über den Zeitraum eines Jahres spielt, kann man innerhalb der Staffel mehr aus den Charakteren machen, als bei einer Serie, die eine komplette Season nur auf einen einzigen Tag begrenzt.

Nun, »24« Staffel 5 ist in der Mache und die sechste Staffel bereits in Planung. »Alias« indes musste abtreten. Nach fünf Seasons ist die Show für Sidney Bristow & Co. gelaufen.

Nachdem ich nun die fünfte und letzte Staffel gesehen habe, bin ich etwas enttäuscht. Sie ist um fünf Episoden kürzer als die Vorgänger und lehnt sich dermaßen weit aus dem Fenster, das man als Zuschauer nur noch den Verdacht hat, einen riesigen Bären aufgebunden zu kriegen. Die Storylines werden plötzlich so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass man um seinen Schopf fürchten muss.

Dabei war die Idee, die in dem Cliffhanger von Staffel 4 auf 5 aufgegriffen wurde, ein richtiger Knaller und gar nicht von schlechten Eltern. Doch es haperte an der Umsetzung, sodass der ganze Plot letztendlich völlig unglaubwürdig daher kommt.

Der große Bogen von Staffel 1 bis 5 wird gezogen. Die letzten Fragmente im Puzzle um Milo Rambaldi (die Kunstfigur in »Alias«, die an Leonardo daVinci erinnern soll) werden aufgedeckt und zusammengefügt. Der Kreis schließt sich am Ende. Das große Rätsel wird gelöst.

Dabei zieht »Alias« noch einmal alle Register und sorgt in 17 Folgen für eine durchgehende Handlung, die auf einen Höhepunkt zutreibt. Lange verschollene Gesichter tauchen auf. Wie die in Staffel 2 verstorbene Franzine in einer Rückblende oder Will Tippin, der mittlerweile in einem CIA-Zeugenschutzprogramm untergebracht wurde. Auch mit alten Bösewichtern wie Anna Espinosa, Julian Sark und Irina Derevkow gibt es ein Halleluja-Wiedersehen.

Der Effekt »Ich will wissen wie es weiter geht und endet« ist da, man kommt nicht dazu, einfach abzuschalten – aber am Ende ist man doch enttäuscht von der Art und Weise wie es endet. Auch an einigen Special Effects wurde gespart – aber diese Erfahrung musste ich bereits bei der vierten »24«-Staffel machen, gerade wenn es um Flug- und Absturzszenen geht. Das bekommt man auch besser hin.

Sidney ist nun … mit … und hat …, könnte aber … ich will hier nicht spoilern, aber so weit wollen wir es nicht kommen lassen, denn sonst endet die Serie in eine Parodie von »Scarecrow & Mrs. King / Agentin mit Herz«.

Belassen wir es also dabei. The show is gone.

In Deutschland sind bisher nur die Staffeln 1 bis 3 auf DVD erhältich (nur 1 und 2 wurden im Fernsehen gezeigt). Für die vierte DVD-Box wird es eigentlich so langsam Zeit.

Meine persönliche Wertung der einzelnen Staffeln:

Platz 1: Season 3
Platz 2: Season 2
Platz 3: Season 1 und Season 4
Platz 4: Season 5

In diesem Sinne … lebt wohl Jack, Vaughn, Marshall, Dixon, Weis, Julian, Nadia, Will, Arvin und Sid.

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