Abenteuer Honduras – Für nichts in der Welt

Maxwell Broadbent ist ein reicher, alter Mann. Die Tatsache, dass ihn der Krebs auffrisst und er nur noch wenige Zeit zu leben hat, bringt ihn auf eine eigenartige Idee: Seine drei Söhne sollen ich ihr Erbe, das aus Kunstsammlungen im Wert einer halben Milliarde Dollar besteht, verdienen.

Broadbent zieht sich dorthin zurück, wo er in seiner Zeit als Grabräuber seinen ersten großen Fund gemacht hat: Nach Honduras. Gemeinsam mit seinem Reichtum will er sich in einem alten Grab bestatten lassen und hinterlässt seinen Söhnen eine Videobotschaft. Nur wenn sie den Mumm haben, ihn zu suchen und seine Grabstätte zu finden, könnten sie sein Erbe antreten.

500 Millionen Dollar scheinen für den jüngsten Sohn Tom Broadbent keinen Anreiz zu bieten, sich auf der Suche nach dem Grab des Vaters durch die Welt zu schlagen. Doch als die junge Wissenschaftlerin Sally Colorado bei ihm auftaucht und ihm davon berichtet, dass sich unter den Errungenschaften seines Vaters auch ein altes Maya-Medizinbuch – Der Codex genannt – befindet, entschließt sich Tom, Sally zum Wohle der Medizin zu helfen, den Codex zu finden.

Unglücklicherweise haben auch andere von dem Codex gehört. Der von Philip Broadbent engagierte Privatdetektiv Marcus Hauser – früher ein Komplize des alten Maxwell Broadbents – verspricht dem angeschlagenen Pharmakonzern Lampe den Codex, noch bevor er ihn in den Händen hält. Und auch Sallys Verlobter, der Yale-Professor Julian Clyve macht bereits Geschäfte mit einem schweizer Unternehmen.

Für die drei Broadbent-Söhne, die unabhängig voneinander nach Honduras aufgebrochen sind, und für Sally Colorado beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und dem Tod. Denn im tropischen Regenwald lauern nicht nur Gefahren in Form wilder Tiere …

Douglas Preston ist die eine Hälfte des Autorengespanns Preston/Child, das sich auf Thriller spezialisiert und mit einigen Romanen in den Staaten bereits einen hervorragenden Namen gemacht hat. Aus Douglas Prestons und Lincoln Childs gemeinsamer Feder stammt beispielsweise der Roman »Das Relikt«, der 1997 von Peter Hyams (»End of Days«) mit Tom Sizemore und Penelope Ann Miller in den Hauptrollen verfilmt wurde.

»Der Codex«, ein Solowerk Prestons, ist ein geradliniger Abenteuerroman, der zwar mit zwei, drei kleineren Überraschungen aufzuwarten weiß, ansonsten aber keine großartigen Aha-Erlebnisse oder Wendungen bietet. Dennoch lässt er sich flüssig lesen, bleibt über knapp 480 Seiten spannend und interessant. Preston schildert eindrucksvoll die Gefahren des Dschungels und scheut nicht vor unappetitlichen Szenen zurück, die sich dem Leser förmlich ins Gedächtnis brennen und noch einige Zeit nachwirken.

Fazit: Nicht so temporeich wie angekündigt, eher ein Abenteuerroman als ein Thriller, aber durchaus spannend und lesbar. Mehr von Preston/Child. Honduras werden Sie jedoch nach der Lektüre von »Der Codex« von Ihrer Urlaubsliste streichen.

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