Aus, vorbei, geschafft und erledigt


Nicht irgendwas, sondern ich selbst. Und genau an dieser Stelle merkt man dann, dass man älter wird.

Heute war ein Besuch ins Phantasialand mit meinem Sohn angesagt. Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal dort war, muss schon einige Jährchen her gewesen sein. Somit hat sich auch einiges verändert. Die Bob-Bahn ist mal abgebrannt, dort wurde jetzt das Mystery Castle mit dem Freefall-Tower errichtet. Einen Bob-Bahn-Ersatz gibt es mit der rasanten Coloradobahn, die Black Mamba ist ein Rollercoaster für starke Nerven, die Drachenboote mussten Tretboten weichen, ein wirres Kinderspielparadies namens Wuzenochwas, dessen Hauptattraktuion die Winjas Force & Fear ist – ein Indoor-Spinning Coaster. Spinning bedeutet in diesem Fall, die Kapseln rotieren während der höllischen Fahrt nochmals um sich selbst.

Etwas enttäuscht war ich vom Ambiente. Außer, dass die Angestellten Uniformen der jeweiligen Erlebnislandschaft tragen, versetzt den Besucher nichts so richtig in die entsprechende Atmosphäre von Chinatown, der Wildwest-Stadt, Berlin oder den Dschungel. Auch zu den Attraktionen fehlt einiges am Ambiente. Ich weiß noch, mit welchem riesigen Aufwand man damals das Space-Center und Galaxy ins Leben gerufen hat. So richtig schön nach amerikanischem Vorbild. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Das Space-Center hat einen anderen Anstrich und heißt jetzt »Temple of the NightHawk« und ist richtig öde geworden. Und Galaxy musste einem neuen IMAX-Film weichen, nämlich »The Race for Atlantis«, nicht mehr so spannend und spektakulär wie der Ausflug in den Weltraum.

Leider hat sich das Phantasialand von jeher bei ruhigen Fahrten einer simplen und stupiden Puppenmechanik gewidmet. Sei es die Hollywoodtour, die Gondelfahrt, die Silbermine oder die Geister-Rikscha – man tuckert actionlos durch die Gegend und ergötzt sich an durch Figurenmechanik nachgestellte Szenen. Da wird so eine Attraktion rasch langweilig. Sie hat nur den Vorteil, dass man trocken bleibt, wenn es draußen regnet.

Im Gegensatz dazu haben es die amerikanischen Vorbilder so richtig drauf. Ich werde nie die Attraktion »JAWS« vergessen, bei der der Hai zwar auch nur Pappmaché ist, aber wesentlich effektvoller aus dem Wasser schießt. Das Personal spielt dazu noch mit und gibt die Action vor, ballert mit Platzpatronen aus einer Pumpgun vom Boot auf den Hai. Verirrte Kugeln treffen Treibstofffässer, die dann in einer echten Flammenwand hochjagen, so heiß, dass man glaubt, die Hitze verbrennt einem im Boot die Haut. Das nenne ich wirkungsvoll, nicht diese Kaffeefahrten, die man uns in Deutschland präsentiert.

Richtigen Spaß gibt es nur in den wirklich schnellen Attraktionen. Allerdings durfte da Sohnemann dann meist nicht mit rein. Ich selbst hab mir den Rollercoaster gespart, denn den kannte ich bereits aus Tampas Bushgardens und dafür lieber die River Quest (ein durch und durch nasses Mountainrafting-Vergnügen) und den simulierten freien Fall im Mystery Castle mitgenommen.

Zum Schluss haben wir uns die Parade angeschaut und klein Joshua Kay ließ durchblicken, dass »wie der Vater so der Sohn« mehr als nur einen Funken Wahrheit enthält. Es war ein Bild für die Götter, wie mein Fünfjähriger den hübschen Ladies der Parade zuzwinkerte und sie ihn mit Lächeln belohnten.

»Papa, fahren wir morgen wieder hierhin?«, war dann die abschließende Frage auf dem Nachhauseweg.

Nun, Sohn ist zu Hause abgeliefert und Papa hat jetzt qualmende Socken, schmerzende Füße, Beine wie Gummi, Kopfschmerzen für vier und fühlt sich einfach nur noch groggy. Ab in die heiße Wanne!

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