Früher war alles anders … besser?


Manchmal wirklich besser.

Früher, als das World Wide Web noch jung war und man sich auf HTML-Seiten tummelte, da hat man den Internetexplorer oder Netscape benutzt, um sich durch die Weiten des Netzes zu schwingen.

Netscape ist mittlerweile sowas von tot, aber die Enginegroup, die die Basis von Netscape entwickelte lebt heute noch und bringt anstelle ihrer Mozilla Suite ihre bewährten Programme Firefox und Thunderbird heraus.

Firefox. Schnell und sicher lautet die Devise. Ohne Rücksicht auf Verluste. Verluste? Ja.

Firefox und Opera sind Systemfresser. Es gibt mittlerweile so viel Skripte auf Websites, die ständig laufen, und wer heutzutage nur einen Broswertab (man surft schließlich in TABS und nicht mehr in Fenstern, denn man will sich ja nicht die Taskleiste zumüllen oder Programme mehrfach starten) geöffnet hat, der surft gar nicht richtig. Bei fünf TABS auf einschlägigen Seiten, die auch noch inlay-Werbung haben, kann es schnell vorkommen, dass ein Browser die CPU mit 100% auslastet. Firefox und Opera sind solche Kandidaten. Wenn man dann noch ein Flashvideo abspielt, ist es schon fast vorbei.

Aber bevor die CPU auf Volllast fährt, passiert in der Regel was anderes und dafür ist Firefox sehr bekannt: Speicherfresser.

Firefox reißt an sich, was frei ist. Gnadenlos. Sie haben Word geöffnet, Thunderbird, Firefox und hören noch Musik über WinAmp, haben aber nur 1 GByte RAM? Vergessen Sie es.

Programme verwalten den Speicher nicht. Auch wenn man TABS schließt, wird der Speicherverbrauch nicht weniger. Firefox bietet zwar eine Option, die beim Minimieren Speicher einspart, aber auf lange Sicht hilft Ihnen das auch nicht weiter. Der Speicher bleibt zugemüllt. Mein Spitzenwert war bei 5 geöffneten Browsertabs 460 MByte, kurz bevor sich Firefox verabschiedet hat und neu gestartet werden musste.

Unter Windows XP ist so ein Neustart noch zu verschmerzen. Über die Funktion "Alte Sitzung wiederherstellen" bekommen Sie auch Ihre geöffneten Tabs wieder und der Speicher ist erstmal sauber.

Unter Windows Vista verhält sich das aber anders. Hier stürzt Firefox nicht ab, sondern hat den Hang, einfach keine Websites mehr aufzurufen. Sie können anklicken, was Sie wollen, der Wartekringel (Ersatz für die Eieruhr) dreht sich und dreht sich bis ans Ende aller Tage, ohne dass noch eine Verbindung hergestellt wird.

Nicht schlimm, denken Sie. Man kann ja Firefox schließen und neu starten.  Unter Vista? No chance!

Beim Schließen bleibt die Firefox.exe nämlich in der Prozesskette als "Karteileiche" oder so genannter "Zombie" hängen. Sie haben Firefox also immer noch im Speicher. Und neu starten können Sie ihn auch nicht, denn dann kommt die Meldung, es würde bereits eine Instanz von Firefox laufen.

Clevere Nutzer werden sich jetzt denken: Kein Problem, man kann ja Prozesse auch beenden. Oder wenn das nicht hilft, die ganze Prozessstruktur.

Versuchen Sie es mal. Wenn Firefox unter Vista (wohlgemerkt!) aus der Taskleiste verschwunden ist, der Prozess aber noch läuft, dann hilft Ihnen das nicht weiter. Der Prozess und auch die Prozessstruktur lassen sich über den Taskmanager nicht beenden. Firefox bleibt.

Im schlimmsten Fall geht Ihre ganze DNS-Verbindung flöten und Sie können auch mit dem Internetexplorer dann keine Webseiten mehr aufrufen, wobei E-Mail, Downloadmanager, FTP-Programme oder Chatclients wie ICQ noch problemlos funktionieren. Sie sind also noch im Netz.

Es hilft nur noch ein Neustart des ganzen Systems. Und Window Vista braucht selbst beim Herunterfahren geraume Zeit, um den Firefox-Zombie zu killen.

Viel Spaß!

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