Gelesen: Tom Clancy’s Endwar


Gleich eines vorweg: Wenn auf meinem Nachttisch (dem virtuellen hier im Weblog) mehrere Bücher stehen, dann lese ich die nicht gleichzeitig, sondern habe das unterste bereits ausgelesen, bin nur noch nicht dazu gekommen, hier etwas dazu zu schreiben.

Noch eines vorweg: Wo "Tom Clancy’s" draufsteht, ist nicht Tom Clancy drin, wie viele Rezensenten auf Amazon es immer noch glauben. "Tom Clancy’s" ist ein Markenname, der in erster Linie für Videospiele herhält, deren Inhalte auf Ideen oder Figuren von Tom Clancy basieren. Eine ganze Reihe von Spielen wie Rainbow Six, Advanced Warfighter usw. zieren den Tom Clancy’s Schriftzug. So auch Endwar, das ich bereits an anderer Stelle besprochen habe.

David Michaels ist der eigentliche Autor zum Roman Endwar, der vage die Handlung des Videospiels umreißt. Vage deswegen, weil mit Endwar nur am Rande das Szenario aufgreift, das im Spiel geboten wird.

Wir befinden uns in der Zukunft. Saudi Arabien und Iran haben sich nach einem nuklearen Schlagabtausch vollständig vernichtet. Damit wird Russland wieder zu einem der wichtigsten Öl fördernden Länder und strebt danach zu alter Stärke zurückzugelangen. Durch Geheimdienstberichte alarmiert schickt die USA ein Marines Kommando, um den russischen Oberst Doletskaya zu entführen und ihn nach den Invasionsplänen einer Operation 2659 zu verhören. Während der Gefangene dicht hält, fliegen russische Truppen in Kanada ein und besetzen wichtige Zentren, doch der kanadische Premier will den Kopf in den Sand stecken.

Eigenmächtig schickt der amerikanische Präsident Truppen über die Grenze und versucht die russische Invasion Kanadas aufzuhalten.

David Michaels schreibt ein typisches Invasionsszenario, das mich beim Lesen spontan an John Ringos SF-Werk Invasion erinnert hat. Immer wieder hatte ich die Helden aus Ringos Epos vor Augen, wenn die Spezialeinheiten dieses und jenes Vorhaben in die Tat umsetzten. Nur, dass nicht gegen Posleen ins Feld gezogen wurde, sondern gegen russische Truppen.

In den ersten Kapiteln ist der Roman etwas hektisch, denn Michaels wirft den Leser von einem Kapitel ins nächste, ohne genug Freiraum für die Vorstellung der Protagonisten zu bieten. Das legt sich aber nach drei oder vier Kapiteln und man hat abgesteckt, wer wichtig ist, um wen man bangen muss, wer das Zeug zum Helden hat. Von da an liest sich Endwar als spannendes Kriegsdrama, leicht futuristisch angehaucht, immer wieder an Ringo erinnernd, mit dem gleichnamigen Spiel jedoch nur am Rande zu tun habend. Kann man lesen. Muss man aber nicht.

Die Übersetzung wäre fast ordentlich geworden, wenn der Übersetzer nicht eine Funkbestätigung (im Englischen ein "copy that") stets in astreinem Bundeswehrdeutsch mit "Das ist verstanden." übersetzt hätte. Das liest sich nicht nur beim ersten Mal total blöd, sondern auch bei allen anderen 124 Malen 😦
Ein schlichtes "Verstanden." hätte hier vollkommen genügt. So ist man es auch gewohnt.

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