Google für mehr Lebensqualität: So sparen Sie am Tag 110 Jahre!!

 
Es ist einfach klasse!
 
Seit ein paar Tagen erscheinen merkwürdige springende Bälle oder farbige Zeichen auf der Google-Startseite, die im Web-Volksmund mit Google Doodle betitelt werden.
 
Heute wurde das Geheimnis gelüftet: Google hat die Echtzeitsuche implementiert. Instant Search sucht bereits nach Ergebnissen, während Sie noch tippen!
 
Aber nicht nur so, wie  Sie das bisher von der Googlesuchmaske kennen, sondern die Ergebnisse werden bereits als Websitelinks angezeigt.
 
Google ist sich sicher: Jeder Internetanwender spart so je Suchanfrage zwischen 3 und 5 Sekunden Zeit.
 
Eingesparte Zeit. Das müssen Sie sich jetzt auf der Zunge zergehen lassen.
 
Google geht noch einen Schritt weiter. Weltweit würde so die  Internet Community am Tag (sic!) 3,5 Milliarden Sekunden bei Suchanfragen einsparen.
 
3,5 Milliarden Sekunden. Rechnen Sie das mal um. Von Sekunden, in Minuten, in Stunden, in Tagen in … Jahren!
 
Das sind pro Tag (sic!) 110 Jahre, die die Internet Community (die Google als Suchmaschine nutzt, wohlgemerkt) einspart!
 
110 Jahre pro Tag. Das sind in einer Woche bereits 770 Jahre – und jetzt überlegen Sie mal, welcher Fortschritt, ganz gleich ob in Gesellschaft, Technologie oder wo auch immer, in 770 Jahren, also in nur einer Woche, erzielt werden könnte, würde man die eingesparte Zeit der Internetnutzer sinnvoll nutzen und die Leute dazu anregen, sich gemeinsam kreative Gedanken zu machen.
 
Überlegen Sie einfach mal, was vor 770 Jahren war, welchen Zeitsprung, wir in nur einer Woche machen könnten!
 
Ist das nicht fantastisch?
 
Aber Sie merken schon, worauf ich hinaus will, ja? Dass diese dumme Angewohnheit zu Statistiken einfach nur bräsig ist und keinen Nutzen bringt, aber heutzutage wird eben alles relativiert und zu jeder kleinen Popelei eine Statistik gefahren.
 
Sie können mit diesen 3,5 Milliarden eingesparten Sekunden rein gar nichts anfangen, weder Sie, noch ich, die Menschheit oder sonstwer. Sie merken nicht einmal, dass Sie nennenswert Zeit eingespart haben.
 
Und was Google mit dieser Aussage nicht bedacht hat:
 
Mindestens (mindestens!) die Hälfte der Google-suchenden Internetnutzer schaut beim Eintippen ihrer Suchanfrage gar nicht auf den Bildschirm, sondern auf die Tastatur, um die richtigen Buchstaben zu treffen. In meinem Umfeld sind es nur 20% der Internetnutzer, die tatsächlich blind tippen, also nicht die Tasten beim Schreiben angaffen, sondern tatsächlich ihre Augen auf den Bildschirm gerichtet haben.
 
Damit ist die Statistik schon mal was für den Allerwertesten.
 
Hinzukommt, dass die Nutzer von iGoogle gar nicht in den Genuss dieses scheinbaren Vorteils kommen. Ferner muss man ein Google Konto besitzen und angemeldet sein.
 
Und überhaupt: Die Ergebnisse der Echtzeitsuche weichen gravierend von denen der Standardsuche ab – und das sogar zum Nachteil.
 
Gebe ich meinen Namen bei Google ein, erhalte ich als erstes Suchergebnis einen Link zu meiner Website (beachtlich, ich schwöre, ich habe Google dafür nicht bezahlt!).  Die Echtzeitsuche ist offenbar eher Marketing-orientiert, denn dort werden zuerst Amazon-Ergebnisse zu meinen Büchern ausgeworfen.
 
Wie sagte William Shakespeare noch einstweilen: Much ado about nothing!
 
Nicht überall, wo mit Effizienz geworben wird, steckt auch Effizienz drin.

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