Gelesen: Stille des Todes

Der dritte John Wells Roman von Alex Berenson.

Jetzt muss ich aber erstmal tief Luft holen: Gott war das eine Grütze!

Was geht?

John Wells, der Held der beiden Vorgänger-Romane überlebt zusammen mit seiner Freundin Jennifer Exley nur knapp einen Anschlag auf sein Leben. Den verdankt er Kowalski, den er im zweiten Roman mehr oder weniger gedemütigt hat. Als Rache für die verwundete Jenny fliegt Wells nach Zürich, um sich Kowalski zu schnappen.

Ein paar tausend Kilometer entfernt spitzen sich die Ereignisse in einem Lager für nukleare Gefechtsköpfe zu. Islamische Extremisten locken unter fadenscheinigem Vorwand zwei Mitarbeiter der Lagerstätte mit Geld und Freiheit, um zwei Gefechtsköpfe zu entwenden. Der Raub glückt, doch prinzipiell sind die Gefechtsköpfe wertlos, solange niemand die Zündungscodes besitzt. Doch um die geht es dem Anführer der Terroristen gar nicht. Er hat einen Plan, das in den Nuklearwaffen enthaltene Uran zum Bau seiner eigenen Kernwaffe zu verwenden, die er auf amerikanischem Boden zünden will.

Während Jennifer Exley in den Staaten langsam wieder genesen ist, erfährt Wells von Kowalksi von dem geplanten Terrorakt. Die Spur führt zur türkischen Import-Export-Firma von Bernard Kygeli in Hamburg. Als Wells die Fährte aufnimmt, ahnt er nicht, dass sich die Terroristen längst auf amerikanischem Boden befinden und mit dem Bau der Bombe begonnen haben. Ziel des Anschlags ist die Rede des U.S. Präsidenten zur Lage der Nation. Ein Wettlauf mit der … ihr wisst schon.

Wie ist es geschrieben?

Flüssig, wie die Vorgänger, das muss man sagen, aber …

Und sonst?

… inhaltlich tritt es auf der Stelle, daher ist vom oben erwähnten Wettlauf gegen die Zeit nicht die Spur zu sehen. Berenson nimmt sich unendlich viel Zeit für die russischen Diebe und noch, viel viel mehr Zeit für die Islamisten mit dem Bau der Bombe. Ja, ehrlich gesagt, kann man nach der Lektüre einen nuklearen Sprengsatz nachbauen, denn die Anleitung dafür liefert Berenson so detailliert mit physikalischen Termini, dass es zum Einschlafen wirkt. Und am Ende fragt man sich, wer waren jetzt eigentlich die Protagonisten? Wells und Exley? Oder doch eher Jussuf und Baschir? Baum Bau der Bombe geht soviel schief, dass der Leser schon früh ahnt, dass es niemals zu dem Anschlag kommen wird. Zudem wird das Ende, das Stellen der Terroristen auf einer Buchseite abgehandelt. Kurz und bündig, auf dass man am Ende mit der Frage „Das war es jetzt?“ dasteht.

Will ich mehr?

Erst mal nicht. Die ersten beiden Wells‘ waren gut, der dritte war gar nicht. Sorry, Alex. Das geht besser.

 

 

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