Gelesen: Collateral – Sam Carver wieder im Spiel

Seit über einem Jahr stand der Thriller COLLATERAL (orig. Dictator) von Tom Cain als Taschenbuch in meinem Regal. Ich brachte es nicht über mich, ihn zu lesen, weil ich … gar nicht mehr weiß, wann ich tatsächlich das letzte Mal ein gedrucktes Buch gelesen habe. Die Annehmlichkeiten des E-Readings haben mich komplett überzeugt und momentan lese ich nur, was ich auch als Ebook bekommen kann.

Dann brachte Bastei ein halbes Jahr nach der VÖ des TBs die Ebook-Version heraus. Toll. Ich war echt sauer. Warum machen die das nicht zeitgleich?

Nach dem zweifelhaften Konsum des letzten Alex Berenson stand eigentlich ein McCoughlin auf der Leseliste, doch dann dachte ich an die guten alten Zeiten mit Tom Cains Samuel Carver zurück, dem Auftragskiller, der Lady Dis Leben auf dem Gewissen hatte … nun, einen Versuch war es wert, auch wenn die beiden Nachfolgebücher nicht an den ersten heranreichten. Doch als Buch lesen? Mit beiden Händen halten? Verknicktes im Rucksack? Im Bett nicht die richtige Liegeposition zum Halten des Buches finden?

So verrückt es sich anhört, ich kaufte Collateral vor zwei Wochen noch einmal als Ebook nach. Und begann sofort mit dem Lesen.

Was geht?

Im vierten Roman führt es Samuel Carver zunächst nach Mosambik, wo er die Tochter Zalika Stratten aus den Händen eines malembischen Entführers befreien soll. Die Aktion gelingt, der Entführer bleibt jedoch ungewollt am Leben. 10 Jahre nach dem Einsatz erinnert sich Zalikas Onkel Wendell Klerk der Dienste Carvers und bittet ihn erneut um Hilfe. Seine Nichte hat einen Plan ersonnen, den Tyrannen Malembas zu beseitigen, um in einem sanften Staatsstreich die Regierungsgeschicke in die Hände des Demokraten Patrick Tshongas zu legen.

Zunächst lehnt Carver den Auftrag ab. Was hat er mit einem Putsch zu tun. Als ihn aus Malemba jedoch die Nachricht erreicht, dass ein Freund und dessen Kinder inhaftiert worden seien, nimmt Carver an und das Schicksal seinen Lauf. Die anfangs gut geplante Operation endet jäh in einem Fiasko, denn der frühere Entführer Zalikas ist jeder Aktion um mindestens einen Schritt voraus.

Und der Stil?

Wie immer bei Tom Cain flüssig und unterhaltsam. Übersetzungspatzer von Angela Koonen sind mir nur wenige aufgefallen. Bitte, Frau Koonen, auch Sie und alle anderen Mitarbeiter bei Bastei Lübbe müssen wissen, dass es das Wort „schliddern“ in der deutschen Sprache nicht gibt, auch wenn das Internet etwas anderes behauptet. Sobald der Duden es aufgenommen hat, dürfen sie es verwenden, aber lassen Sie es doch bis dahin bei einem „schlittern“, das klingt weniger umgangssprachlich und fachlich korrekt. Über die in meinen Augen schmerzenden, physikalisch-mathermatisch völlig unsinnigen „Stundenkilometer“ muss ich schon wohlwollend hinwegsehen, denn die sind mittlerweile im Duden fest verankert, auch wenn sich mir dabei nicht nur die Zehnägel hochrollen.

Mehr von Carver?

Klar, immer her damit. Im März kommt das 5. Abenteuer in der deutschen Übersetzung heraus. Diesmal ist das Ebook gleich mit angekündigt (na bitte, geht doch!).

 

 

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