25 Jahre Atlantis. Danke, Guido Latz! – und jetzt ist es vorbei

Es ist schlimm, und wer hätte es kommen sehen? Das, was sich bereits fast ein Jahr über abzeichnete und worüber ich aus Fairness und Freundschaft nicht gesprochen habe, ist jetzt in den sozialen Medien ausgesprochen worden. Allerdings fehlt noch eine offizielle Stellungnahme, insofern werde ich hier dem nicht vorweggreifen. Fakt ist aber, dass meine nun 25-jährige Zusammenarbeit mit dem Atlantis Verlag endet.

Euch wird sicherlich schon aufgefallen sein, dass die Veröffentlichungen seit dem letzten Jahr deutlich weniger geworden sind. Sollte SWORD 21 im Juli erscheinen, ist bis heute auf weiter Flur nichts davon zu sehen. Auch schlummert DIE FLAMME VON ETAN mit vier Manuskripten unlektoriert vor sich hin.

Dem Verlag geht’s nicht so gut, über die Gründe soll er selbst berichten. Fakt ist, dass alle Autoren jetzt die Rechte an ihren Texten zurückerhalten und eine weitere Veröffentlichung im Verlag nicht geplant ist. Einige haben das große Glück gehabt, bei anderen Szene-Verlagen unterzukommen, wieder andere müssen sich darüber klar werden, was jetzt mit ihren Romanen geschieht und ob es sich lohnt, bestehende Serien noch in einer Form fortzuführen.

In meinem Fall betrifft das natürlich vornehmlich die beiden Serien SWORD und DIE FLAMME VON ETAN. Dem Verlag liegen noch die Manuskripte von SWORD 21–29 vor sowie von Etan 3–6. Sehr wahrscheinlich werde ich die Serien in Eigenregie weiterführen, sollte sich kein anderer Verlag dafür finden, der sie übernehmen würde.

Gleich vorweg: Die Schriftstellerei ist ein zeitintensives Hobby. Ich habe beim Atlantis-Verlag die letzten 25 Jahre den absoluten Luxus genossen, dass ich SCHAFFEN kann. Es gab nie große Diskussionen mit Lektorat oder Verleger. Ich habe geschrieben und abgegeben. Ja, das mag dem einen oder anderen schlampig erscheinen, aber ich sehe meine Berufung im Schreiben. Ist das Wort „Ende“ unter dem Text, möchte mein Geist weiterreisen und das nächste Abenteuer erleben. Insofern hatte der Lektor sicherlich nicht nur eine Heidenarbeit, sondern auch die Freiheit, ohne Grundsatzdiskussionen in den Texten zu korrigieren. Nur im Zweifelsfall war das berühmte TILT! in einer Textstelle zu finden, bei der ich aktiv eingreifen musste.

Diesen Luxus werde ich sicherlich bei anderen Verlagen nicht haben. Und mir fehlt auch die Zeit und Energie, mich aktiv auf die Suche zu begeben und mich zu bewerben. Wie oben erwähnt, schreibe ich lieber, als dass ich mich mit Überarbeitungen oder anderem Kram beschäftige. Insofern werden die neueren Projekte direkt bei Amazon als Kindle-Direct-Publishing-Werke erscheinen. Das ist für mich als reinen Produzenten die angenehmste und einfachste Art, nicht nur für Schublade zu schreiben. Ich rechne mir damit weder Reichtum noch Ruhm aus, sondern eher eine Methode, die mein Gewissen beruhigt: Die Romane sind online, ich kann darüber sprechen, und wer mag, kann sie kaufen und lesen.

Damit endet auch der Status eines freiberuflichen Nebenjobs. Schreiben wird mehr denn je ein Hobby sein.

So traurig und schade das alles ist, ich hege keinen Groll, sondern bin dankbar für tolle 25 Jahre der kreativen Entfaltung, die so nur beim Atlantis Verlag möglich gewesen sind. Die Freiheit, seine eigenen Werke schreiben und veröffentlichen zu können, statt nur an bestehenden Serien mitzuschreiben, ist die höchste Form der künstlerischen Erfüllung. Daher gilt mein Dank Guido Latz, der mich diese Freiheit hat ausleben lassen.

Wie geht es nun weiter? Wie ist der Plan?

Momentan möchte ich erst einmal die neueren Projekte vorantreiben, die ich seit Ende 2024 geschaffen habe. Auf meiner To-do-Liste stehen zunächst:

  • APPLESS – DU BIST MEHR
  • BACKBURN & REEVES: KATZ UND MAUS,
  • SIN LEGION: SÜNDENKRIEGE
  • ASSASSINA EUROPA: BERLIN SCHATTENSPIEL

Danach kümmere ich mich um SWORD und ETAN, wobei erst einmal geklärt werden muss, ob ich die bereits veröffentlichten Texte in ihrer lektorierten Version übernehmen darf oder meine ursprünglichen Manuskripte neu gegenlesen werden müssen. Das braucht noch etwas Zeit. Ich bitte euch hier um etwas Geduld und werde nicht mit George R.R. Martin oder Isaac Asimov über unvollendete Werke argumentieren.

Aktuell schreibe ich am zweiten Blackburn & Reeves mit dem Titel Hades-Faktor. Hier liege ich etwas zurück. Der Roman hätte bei meinem bisherigen Output schon längst fertig sein können, doch offenbar braucht er doppelt so lange. Dabei kann ich nicht einmal beurteilen, woran es genau liegt und was mich zurückgeworfen hat, denn so gut wie täglich habe ich daran geschrieben – offenbar nur zu wenig.

Parallel dazu habe ich mit der Rechtschreib- und Grammatikprüfung von APPLESS begonnen. Anschließend erfolgt eine Prüfung auf inhaltliche Stimmigkeit und Logik, danach eine Stilprüfung. Zu guter Letzt muss das Manuskript formatiert werden, ehe ich es zu Amazon hochladen kann. Alles Arbeit, die ich vorher nicht hatte und der ich mich jetzt stellen muss.

Vielleicht war dieser Umbruch nötig, um den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken: die Geschichte an sich.

Nach zweieinhalb Jahrzehnten ziehe ich keinen Schlussstrich, sondern ziehe eine neue Ebene ein. Die Freiheit, die ich bei Atlantis genossen habe, transformiere ich nun in die Unabhängigkeit des Self-Publishing. Es gibt keine Gatekeeper mehr zwischen meinem Geist und eurem Lesegerät. Wenn das Wort ENDE unter einem Manuskript steht, ist es ab jetzt nur noch ein technischer Prozess, bis ihr es in den Händen haltet. Ich freue mich darauf, euch in die Welten von APPLESS, SIN LEGION und all die anderen Projekte zu entführen – zu meinen Bedingungen, in meinem Tempo. Danke für 25 Jahre Treue. Das nächste Kapitel beginnt genau jetzt!

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