Drei Damen aus den USA. Maya Roxy Chen-Hart, Cassidy Sullivan und Jordan „Jo“ Miles. Die sind mir förmlich zugelaufen und haben mich angebettelt, ihr neues Musikprojekt zu produzieren … klingt cool, was? Na, ganz so war es nicht, nicht einmal ansatzweise.
Vor ein paar Monaten hat Google sein generatives Musikmodell Lyria 3 in sein Large Language Modell Gemini integriert, Die ersten Ergebnisse klangen schon sehr gut, und es sah so aus, als könne man als fauler Hund, ohne Vorkenntnisse und große Experimentierfreudigkeit einfacher und bequemer an Ergebnisse kommen als bei Suno & Co.
Allerdings waren die Ergebnisse auf 30 Sekunden begrenzt, sodass unsaubere Starts und Enden die Folge waren. Abrupte Abbrüche und keine Möglichkeit, einen Song zu erweitern oder direkt zu bearbeiten.
Vor einigen Wochen hieß es dann, mit Gemini Pro und dem Thinking Modus lassen sich nun Musikstücke bis zu 3 Minuten Länge generieren. Das hab ich mit folgendem Song komponiert. Der Prompt war simpel, ich wollte etwas in Richtung New Country Rock haben, gab zwei Vergleichsbeispiele an und inhaltlich nur ganz locker drei Stichwörter.
Heraus kam dabei „West Virginia Iron“:
Dann bin ich auf den Geschmack gekommen. Warum? Weil sämtliche Algorithmen, egal von welchem Streaming Dienst, nicht meinen Musikgeschmack bestimmen können. Die suchen „ähnliche Künster“ oder „ähnliche Lieder“ oder ähnliche „Genre“ wie die, die ich höre. Aber machen wir uns nichts vor, heute ist es nicht unüblich, dass ich mir ein Album von einem Interpreten oder einer Band anhöre und tatsächlich nur ein einziges Lied darauf gut finde.
Wenn ich also Musik nicht finde, warum nicht selber machen.
Allerdings ging ich dann etwas „professioneller“ an die Geschichte. Statt aufs Geratewohl in Gemini sinnbefreit Musik zu generieren, schwenkte ich um zu Claude und brainstormte dort. Auf den Namen der Band „Roxy Flame“ bin ich selbst gekommen, der war plötzlich da. Claude schlug mir drei weibliche Bandmitglieder vor, ein paar Namen dazu, eine Backgroundstory zu jeder Figur, eine Beschreibung für die Bildgeneration, tja, und als ich erstmal die Gesichter der drei Mädels hatte, war es zur Umkehr zu spät.
Also gut, erzählen wir auf dem Album „West Virginia Iron“ die Story von drei Endzwanzigern und verarbeiten ihre Geschichten miteinander. Es geht um das Verlassen des Elternhauses, Freiheit, loszuziehen, die Welt zu sehen, seine Sorgen in Whiskey zu ertränken, Spaß zu haben, die Liebe kennenzulernen, die einen aber in einen goldenen Käfig sperrt und schließlich, wieder in die Heimat zurückzukehren und neue Freunde zu finden.
Das alles spiegelt sich in dreizehn Songs wider, mal rockig, mal Western, mal Ballade, mal mitreißend, mal fröhlich und dann wieder mit einem kleinen Stich im Herzen.
So entstanden nacheinander die Songs in der Reihenfolge:
West Virgina Iron
Midnight Highway
Broken Crown
Gasoline Dream
Three of a kind
Hometown Devil
Reckless Heart
Hitting the Red
Redemption Whiskey
Backroad Sinner
Wildfire
Road to Freedom
Iron and Fire
Da ich schon mit „2 gegen das Buch“ ein KI-Experiment gewagt hatte, machte ich auch hier gleich weiter. Also die Audiotracks in statische Videos schneiden, dazu ein Titelbild, ein Albumcover, einen eigenen Youtube Kanal der Band erstellen und die Videos hochladen und als Playlist kombinieren.
Das Ergebnis könnt ihr euch gerne hier anhören:
Falls die Playlist bei euch nicht direkt abgespielt wird, findet ihr sie auch direkt auf dem Kanal.
