Der dritte Weltkrieg im Wohnzimmer


"Your voice is your weapon".

Mit diesem Slogan wirbt die UbiSoft-Tochter UbiSoft Shanghai für den neuesten Strategie-Kracher, der unter dem Label der Tom Clancy Serie jüngst ausschließlich für NextGen Spielkonsolen veröffentlicht wurde.

Strategie auf Konsole? Wie geht das denn? Nach dem Reinfall diverser Echtzeitstrategietitel hatte bisher kein Konsolenspieler mehr die Hoffnung, dass einer der vielen Titel überhaupt spielbar ist. Der dritte C&C Teil Tiberium Wars bewies wieder einmal, dass sich Echtzeitstrategie und Controller nicht vertragen. Maus und Tastatur muss her.

Oder ein neues Konzept. Derzeit wird das Echtzeitstrategiespiel HALO WARS ausschließlich für die X-Box 360 entwickelt und soll optimal auf die Funktionen des Controllers abgestimmt sein. Das erste Video dazu ist schon recht beeindruckend, sowohl was Steuerfunktionen als auch was Grafik und Detailverliebtheit anbelangt.

Ubi-Soft Shanghai betrat mit Tom Clancy’s End War ebenfalls neues Terrain und münzte die Steuerung auf einen Spielecontroller um. So ist es jetzt nicht mehr notwendig mit einem Mauszeiger auf Einheiten zu klicken, sondern man wählt die auf dem Spielfeld vorhandenen Einheiten als Karteikarte an.

Warum das? Weil End War keinen Überblick aus isometrischer Sicht über das Schlachtfeld bietet. Im Gegenteil, bei End War ist der Spieler selbst Teil des Geschehens und verfolgt die Erlebnisse auf dem Schlachtfeld aus Sicht seiner Einheiten. So ist es jederzeit möglich zwischen den Einheiten zu wechseln.

Den Clou haben sich die Programmierer aber noch aufgespart. Wir erinnern uns: Unsere Stimme ist die ultimative Waffe. Ganz recht, statt auf Knopfdruck lassen sich Einheiten per verbalen Kommandos wesentlich schneller und effektiver steuern. Die Spracherkennung ist grandios und versteht sogar ein Nuscheln. Natürlich geht das Ganze nicht ohne Headset, das bei der X-Box 360 jedoch standardmäßig mitgeliefert wird.

Ein Tastendruck am Controller versetzt den Spieler in den Voice Modus. Und dann geht es schon los.
"Einheit Vier vorrücken zu Ziel B" und sofort setzen sich die Einheiten in Marsch.
"Einheit zwei unterstützen Einheit drei"
"Einheit sieben angreifen Gegner drei"

usw. usw.
Wird ein Befehl nicht verstanden, gibt es eine kurze Information im Kopfhörer des Headsets. Oder eine Bestätigung, dass der Befehl ausgeführt wird.

Die Ingame Grafik ist faszinierend. Panzer rollen durch Paris, Moskau, Washington oder über die Airbase in Rammstein. Zur Auswahl stehenden Dutzende von Landkarten mit unterschiedlichem Terrain und eine überschaubare Anzahl an Einheiten: Ein Kommandofahrzeug, Schützen, Pioniere, Transporter, Panzer, Artillerie und Kampfhubschrauber. Mehr braucht man auch nicht.

End War ist kein Aufbaustrategiespiel. Hier muss nicht erst mühselig ein Bauhof errichtet und Kraftwerke gebaut werden. Es ist nicht notwendig Rohstoffe abzubauen und eine Basis mit Verteidigungswaffen auszustatten. In dieser Hinsicht gleicht End War eher dem Spiel Ground Control 2. Besetzen die Soldaten bestimmte Uplinkstationen, steht Nachschub bereit. Sobald auf dem Bildschirm ein freies Karteikärtchen aufleuchtet, entscheidet der Spieler selbst, welcher Art Nachschub er anfordert. Bodengestützte Fahrzeuge und Infanterie wird per Transportflugzeug oder Hubschrauber eingeflogen. Es macht schon Spaß zuzuzusehen, wie einer dieser Nachschubflieger einfliegt, landet, die Luken öffnet und dann nacheinander sein die Einheiten herausrollen oder laufen.

Gespielt wird mit drei Parteien. Das Setting ist in der Zukunft, im Jahr 2020 angesiedelt. Die Erde hat den dritten Weltkrieg und damit einen nuklearen Holocaust hinter sich. Einzig das satellitengestützte Langstreckenabwehrsystem hat den Einsatz von Nuklearwafffen eingeschränkt. Die Folge ist ein neuer kalter Krieg, diesmal jedoch zwischen der ist in drei große Nationen gespalten: Die Verinigten Staaten von Amerika mit ihrer Joint Strike Force, der Europäischen Föderation mit dem Enforcer Corps und Russland mit den Speznas-Gardebrigaden.

Online soll das Spiel mit 1000den von Mitspielern über den Live-Server geführt werden können. Als dauerhafter 3. Weltkrieg. Leider war der Server zu den Zeiten, in denen ich ihn anwählte, nicht erreichbar.

Fazit: Innovatives, exklusives Konsolen-Echtzeitstrategiespiel mit schöner, zeitgemäßer Grafik und Detailverleibtheit (ja, das Wasser sieht schön und echt aus, die Soldatentrupps bewegen sich wie Menschen und abgeschossene Einheiten werden durch Transporthubschrauber evakuiert).




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