Punkt für Berenson

Alex Berenson hat mit seinem zweiten Roman um den CIA-Agenten John Wells mächtig bei mir gepunktet.

Während der erste schon okay und gut war, haut „Netzwerk des Todes“ so richtig rein.

Worum geht’s? John Wells ist in den Staaten wieder im Dienst tätig und seit einigen Monaten mit seiner früheren Verbindungsoffizierin Jennifer Exley zusammen. Schreibtischjobs sind jedoch nicht Wells Sache, er braucht den Nervenkitzel und ist sofort bereit, einen neuen Auftrag anzunehmen, als sich an verschiedenen Orten der Welt die Dinge zuspitzen.

Zum Einen ist da der koreanische Wissenschaftler, der Agent für die CIA war und um Ausreise gebeten hat. Das CIA-Team, das ihn in nordkoreanischen Gewässern abholen soll, wird hoffnungslos aufgerieben.

Dann sind da die Beobachtungen aus Afghanistan. Rebellen verhalten sich mit einem Mal so, wie man es nicht von ihnen gewohnt ist. Statt eines Haufens bewaffneter Wilder werden amerikanische Truppen immer öfter in Kämpfe gegen strategisch und taktisch denkende Gegner verwickelt. Wells bricht mit einem Kommando nach Afghanistan auf, um herauszufinden, dass die Taliban von russischen Speznas-Söldnern trainiert werden. Doch wer steckt dahinter.

Auf der Suche nach dem Auftraggeber der Söldner führt Wells eine Spur zu einem internationalen Waffenschieber – erst nach und nach erkennt er, dass zwischen den neuen Verhältnissen in Afghanistan und dem Überlaufen des nordkoreanischen Wissenschaftlers ein Zusammenhang besteht. Zunächst scheint die Spur nach Teheran zu führen, doch in Wahrheit stecken ganz andere Kräfte hinter der Sache – und bald schon bahnt sich ein Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und einer anderen Supermacht an.

Berenson bringt die Story auf den Punkt und treibt sie unerbittlich voran. Zweifel, Misstrauen, Gewissensbisse. Der Leser leidet mit den Charakteren – und bei einigen Folterszenen geht es recht ruppig zu, dass einem sich beim Lesen der Magen umdreht. Mehr Action als im ersten Teil, gekonnte, bildhafte Szenen bringen neben Ironie und einer Portion witziger Dialoge ein schönes und spannendes Lesevergnügen, dass ein außer Hand legen des Buches ordentlich erschwert. Ich hoffe, Berenson wird nach diesem Roman nicht müde, mehr über John Wells zu schreiben.

 

Alex Berenson - Netzwerk des Todes

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