Für mich entdeckt: Spotify

Es ist nicht so, dass ich alles mitmachen muss, was neu ist, auch wenn es oft den Anschein hat. Ich schaue mir die Sachen an, prüfe, betrachte sie kritisch, lasse sie manchmal links liegen und komme dann irgendwann doch auf den Trichter etwas zu benutzen. Wenn ich das also hier kundtue, haben Produkte gleich welcher Art bereits einen langen Abwägeweg der Pro und Cons und Brauchichdasüberhaupt hinter sich.

So geschehen bei Evernote und Dropbox. Beide Programme liefen zunächst in der Free-Version bei mir und ich nutzte sie nur sporadisch. Bis ich immer mehr Dinge fand, die ich verwalten konnte. Heute bin ich Evernote Premium Nutzer und habe 50 GB Cloudspace bei Dropbox gebucht, von denen ich immerhin schon 15 GB permanent nutze.

Genauso ging es mir mit Spotify. Als die Meldung durchs Netz geisterte, dass der schwedische Dienst nun auch seine Pforten in Deutschland öffnete, las ich das nur mit halbem Interesse. Musik hören. Na und? Als das Gerede über Spotify nicht nachließ, schaute ich mir die Webseite an und dachte darüber nach, was für Vorteile mir dieser Dienst bringen könnte. Nun muss ich erwähnen, dass ich schon seit mindestens 2005 keine CD mehr gekauft habe und Alben oder Singles ausschließlich im mp3-Format (bzw. MPEG) bei Apple iTunes und heute bei Amazon kaufe.

Auf Booklets lege ich keinen Wert. Mangels Pinch-to-zoom kann ich die kleingedruckte, farbige Schrift darin auch nicht lesen (man wird halt älter). Jewel Cases gehen bei mir ständig kaputt, CDs verstapel oder verlege ich und verliere sie aus den Augen und aus dem Sinn. Und wenn man sich dann erinnert, dass man mal eine CD XY besaß, dann findet man sie nicht wieder. Ich habe lieber meine komplette Musik an einem Ort, wo ich sie jederzeit abrufen kann, entweder nach Alben, einzelnen Stücken oder neu arrangiert zu einer Playlist.

Was kann mir also Spotify bieten. Die Lösung war greifbar nahe, als ich mir die Funktionen des Dienstes näher anschaute. Dass weder der kostenlose Zugang (beschränkt auf 10 Stunden Musik im Monat, inkl. Werbeunterbrechung und nur auf dem PC nutzbar) als auch der Ultimate Account (4,99 im Monat, grenzenlos Musik, aber auf den Desktop PC beschränkt) in Frage kamen, war mir klar. Mich interessierte hier eher der Premium-Zugang für 9,99 Euro im Monat. Für einen knappen 10er im Monat soviel Musik hören, wie nur geht. Kauft man im Monat 2 CDs hat man den Beitrag schon wieder raus. Und bei Spotify geht es nicht darum, nur zwei CDs im Monat zu kaufen, sondern man kann wahllos aus über 16 Mio. Songs wählen, jede Musikrichtung inklusive.

Der Clou noch dazu: Die Musik lässt sich in Playlists arrangieren, diese lassen sich offline nutzen (von Vorteil, wenn man unterwegs Musik hört) und die iTunes Musikbibliothek fügt sich nahtlos in die Spotify-Anwendung ein.

Das hat mich völlig überzeugt. Einzelne Musik käuflich zu erwerben gehört für mich daher der Vergangenheit an. Ich entrichte meine monatliche Gebühr und habe meine eigene Musikflat, wohlgemerkt wo immer ich mich auch aufhalte, denn mein Smartphone nutzt den Dienst ebenfalls und hat die komplette Bibliothek verfügbar, entweder als Online-Stream oder als vorher heruntergeladene Offline-Playlist.

Die mobile Musik wird mit 160 Kbit/sec gestreamt, völlig ausreichend fürs Hören über ein Autoradio oder über In-Ear-Kopfhörer. Die Desktop-Variante streamt mit 320 Kbit/sec, also in CD-Qualität, das ist mehr, als Apple und Amazon im Downloadbereich (= 256 kbit/sec) bieten!

Leider versagt die Android-App derzeit noch unter Ice Cream Sandwich. Unter Gingerbread läuft sie tadellos. Und wer keinen Windows-PC nutzt wird auch bei Linux und MacOS fündig.

Der Premium-Zugang lässt sich zwei Tage kostenlos testen, wenn man sich anschließend mit Zahlungsdaten anmeldet, kann man noch weitere 30 Tage kostenfrei Musik unter Premium-Bedingungen hören. Erst danach wird die Zahlung der 9,99 Euro fällig, falls nicht vorher gekündigt wird.

Einziger Pferdefuß in Deutschland ist, dass man über ein Facebook-Konto verfügen muss, um Spotify zu nutzen. Das war in anderen Ländern, in denen Spotify bisher lief, nicht der Fall. Facebook ist vor dem Deutschlandstart jedoch eine Partnerschaft mit Spotify eingegangen, sodass die Registrierung via FB nun unumgänglich ist. Wem das nichts ausmacht, der sollte einfach mal reinhören und zumindest die 48 Stunden Premium nutzen, die zu nichts verpflichten.

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