HTC One (M8)

Gestern hat die High Tech Computer Corporation ihr neues Smartphone Flaggschiff präsentiert.

Im Vorfeld war die Rede vom ALL NEW HTC ONE – da fällt man schnell in alte Gewohnheiten und nennt es HTC One 2 (wie seinerzeit bei Apples iPad 3, das als „Das neue iPad“ auf den Markt kam).

Dankbarerweise hat HTC sein neues Flaggschiff nun einfach nur HTC One mit der Bezeichnung M8 dahinter genannt. Der letztes Jahr erschienene Vorgänger lief unter der internen Bezeichnung M7.

Bevor ich fortfahre verweise ich noch auf meinen Artikel vom 14.01. mit Gedanken über die Notwendigkeit einer Smartphone-Anschaffung im Jahr 2014.

Mal abgesehen von allen sich in den Markt drängenden chinesischen Günstiganbietern wie Huawei, Oppo Electronics & Co. und auch von den eher als Randerscheinungen zu bezeichnenden „Großen“, die Smartphones nicht als Kerngeschäft auf den Markt werfen, wie ASUS, ACER oder demnächst auch Lenovo, so ist unter den richtig großen Namen der Branche der Drops so gut wie gelutscht.

Samsung hat das Galaxy S5 vorgestellt.

SONY das Xperia Z 2

HTC nun das One (M8).

Motorola hat mit dem Moto G im Günstigsektor und mit dem Moto X im Mittelklasse-Segment bereits sein Pulver verschossen.

Fehlt noch LG, das zwar bereits mit dem Phablet LG (Optimus) G Pro 2 von sich Reden machte, jedoch im echten Smartphone-Bereich noch das LG G 3 in der Hinterhand hat. Wenn sie in ihrem Turnus bleiben, werden wir erst im Herbst damit rechnen dürfen.

Dann aber wird wohl auch Apple im September soweit sein, das iPhone 6 zu präsentieren und auf den Markt zu werfen.

Allein die Technik und Innovationen betrachtet, stehe ich nachwievor hinter meinem oben erwähnten Artikel. So gesehen ist bisher der Kauf eines neuen Telefons nicht notwendig.

Der neue Schnappdrache 801 mag ja schneller als das Vorgängermodell sein, ob dahinter dann ein wirklicher Nutzen steht, der die generelle Bedienung flüssiger macht oder ob sich das nur bei Spielen mit Extrembelastung bemerkbar macht, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Trotz Herzfrequenzsensor hat das das S5 von Samsung nicht wirklich viel neues gebracht. Design gleich, Plastik blieb. Ob S3, S4 oder S5 – gehoppst wie gesprungen. Jedes Jahr nur ein bisschen aufgebohrt.

Das Xperia Z spricht mich nachwievor nicht an. Das erste Z hatte ich in der Hand und habe ihm eine ultraschlechte Blickwinkelabhängigkeit attestiert. Darüber hinaus ist der „flache, aber eckige Kasten“ nun wirklich kein Handschmeichler. Trotz Spritzwasserschutz kam das Z genauso wenig für mich in Frage wie der schnell hinterher geschobene Nachfolger Z1, der zumindest das Display ausbesserte.

Allein optisch bringt mich auch das neue Z2 nicht nach vorne.

Was LG zaubert, wissen wir noch nicht. Wenn sie auch nur die gleichen Specs abliefern, wie der Wettbewerb, werden wir hier vielleicht keine nennenswerten Überraschungen erwarten dürfen.

Auch das HTC One (M8) ist ein Gerät, das einen Wechsel vom M7 oder einem anderen Flaggschiff der Konkurrenz nicht zwingend notwendig macht.

Die Doppelkamera mit dem nachträglich verstellbaren Fokus ist ein nettes Gimmik, aber wer ernsthaft erwägt Fotos zu machen, wird sicherlich nicht auf eine Smartphone oder Kompaktkamera zurückgreifen. Für Hobbyknipser ist da ein Telefon wie das M8 schon wieder viel zu teuer, wenn es man nur wegen der Kamera Features kauft.

Ganz toll: HTC verbaut als Frontkamera eine 5 MP Linse. Dürfte momentan einmalig auf dem Markt sein, bisher hörte der Spaß für Selfies bei 3 MP auf. Wenn jetzt noch ein Frontblitz an Bord wäre, hätten die 5 MP auch noch einen Sinn, da dieser aber fehlt, muss schon eine ordentliche Beleuchtung her.

Den vorne vergeblich zu suchenden Blitz findet man auf der Rückseite. Dort verbaut HTC beim M8 einen Doppelblitz mit herkömmlich kaltem (blauen) LED-Licht und einem wärmen Licht, was für satte Farben bei den Aufnahmen sorgen soll.

Drei wichtige Neuerungen gibt es dann aber doch:

1. Der auf 5″ angewachsene Bildschirm hat integrierte On-Screen-Tasten, die man es von einem Plain Android gewohnt ist. Keine Softkeys mehr, die sich unterhalb des eigentlichen Displays befinden. Damit nimmt man den 5″ gleich wieder etwas Platz weg, der für die Button-Reihe herhalten muss. Und das Display selbst lässt iPhone-Jünger in Jubelspottrufe ausbrechen. Was gab es doch für einen Aufschrei in der Android-Gemeinde, das als iPhone 5 mit 4″ Display herauskam und Apple nichts anderes getan hat, als das Display zu strecken. Im Gegensatz zu festen Formaten bei Fernsehern oder Tablets (16:9, 16:10, 4:3) folgen die Displays von Smartphones keinem sinnvollen Schema. Schon das HTC One M7 war einfach in die Länge gezogen worden, statt proportional den Bildschirm in Länge und Breite zu  strecken. Auffällig war das beim Vergleich mit dem Nexus 4, das bei gleicher Bildschirmdiagonale wesentlich breiter, dafür aber kompakter wirkte, das das HTC-Gerät.

Nun hat es HTC wieder getan. Breiter ist das M8 kaum geworden, dafür aber so ultralang, dass man fast an Phabletgröße heranreicht. 146 mm – zum Vergleich: das Display das LG G2 ist 0,2″ größer als das des HTC One M8, aber das G2 misst in seiner Länge nur 138 mm. Das Xperia Z2 ist zwar einen Millimeter länger als das HTC One, hat dafür allerdings auch eine 5,2″ Diagonale.

Grund für den langen Korpus sind die Boomsound-Stereolautsprecher, die HTC wieder auf der Vorderseite verbaut hat.

2. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger und außer Samsung allen anderen Smartphone-Herstellern, ist HTC wieder dazu übergegangen, seinen Geräten Speicherupgrades in Form eines Micro-SD-Karten-Slots zu spendieren. Und hier setzt man gegenüber den Koreanern von Samsung noch eins drauf: Während das S5 maximal mit 64GB-Karten gespeist werden kann, arbeitet das HTC One sogar schon mit den neuen 128 GB Micro-SDs.

3. Das vom LG G2 bekannte Knock-Feature, das ein Aufwecken des Smartphones aus dem Ruhezustand durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm ermöglicht, ohne die Ein-und-Austaste zu drücken, ist bei HTC nun ebenfalls an Bord. Darüber hinaus ermöglichen Wischgesten bei ausgeschaltetem Schirm die Aktivierung bestimmter Abläufe, zB das Aufrufen der letzten App.

Das war es im Prinzip schon. Wechsler sollten nur noch bedenken, dass HTC nun als zweiter Hersteller nach Apple eine NANO-SIM verwendet.

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