Ode an das Honor 9

Ich bewundere den Hersteller Huawei, der seit einigen Jahren nicht mehr nur ein Nischendasein im Smartphone-Bereich fristet, sondern sich echt gemausert hat. Ob typisch chinesische „Evolution“ (sprich Abkupfern von anderer Technologie) dahinter steckt oder eigene Kreativität, zumindest designtechnisch gehen die P-Gerät eigene Design-Wege und in Zusammenarbeit mit dem Kamerahersteller Leica setzt man neue Maßstäbe im Bereich Fotografie mit einem Smartphone.

Von Huawei habe ich selbst 2015 das P8 besessen, das heute noch voll funktionsfähig bei meiner Schwester im Einsatz ist.

Als dann Huawei seine günstigere Marke Honor gründete, probierte ich auch hier ein erstes Sahnestücken: Das Honor 4X. Das war zwar in der Kategorie „Unter 200 Euro) noch ein Plastikbomber, der aber unter der Haube für ein flüssiges Android sorgte, eine lange Akkulaufzeit und eine akzeptable, wenn auch nicht herausragende Kamera. Ebenfalls 2015 gekauft und nach einem halben Jahr an einen guten Bekannten verkauft, der es heute noch im Einsatz hätte, wäre es ihm nicht letzte Woche hingefallen.

Zwei Jahre später versuchte ich es nochmals mit Honor. Das Honor 6X war mit 224 Euro geringfügig teurer als 2015 das Honor 4X, hatte aber wahnsinnige Sprünge nach vorne gemacht. Statt Plastik setzte Honor jetzt auf einen Full-Alu-Body. Mehr Prozessor. Mehr Speicher. Mehr Kamera. Ein wahnsinnsschneller Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zum Entsperren. Klasse Gerät.

Da viele Geräte experimentelle Käufe sind, die nach 6 Monate wieder den Besitzer wechseln, war dieses Schicksal auch dem Honor 6X beschieden. Der Käufer ist heute noch sehr zufrieden mit dem Smartphone. Honor hat hier in der X-Reihe ein echtes Sahnestück geschaffen.

Generell geht es bei der Marke Honor nach Buchstaben. Die X-Klasse als Mitteklasse-Smartphones, A für „A“insteiger und ohne einen Buchstaben die High-End-Lösung – wobei es mit dem Zusatz „Mate“ immer noch eine Klasse höher geht – analog zu den Huawei-Produkten.

Die High-End-Geräte orientieren sich oft am aktuellen Flaggschiff des Mutterkonzerns. So wurde aus dem Huawei P9 das Honor 8. Und auf das Huawei P10 folgte das Honor 9.

Ähnliche Specs, aber doch wieder anders. Hier sticht auch wieder das Design hervor. Während die Front des Honor 9 verdammt stark an ein Samsung Galaxy S7 erinnert, zeigt sich wie beim Honor  8 die Rückseite mit einem Alleinstellungsmerkmal. Leicht gewölbt aus knapp 15 Lagen Glas gefertigt, bricht sie das Licht aus unterschiedlichen Winkeln so, dass immer ein neues Farbreflexionsspiel entsteht.

Unter der Haube haben wir wieder ein abgespecktes Huawei-Phone. Weniger Prozessor, eine ähnliche, wenn auch schwächere Kamera. Statt Leica-Branding setzt Honor nur auf die Dual-Kamera, versteht es aber auch bei seinem Gerät, die beiden Kameras komplett im Gehäuse verschwinden zu lassen, eine Sache, die Samsung erst mit dem S8 nahezu erreicht hat. Natürlich macht das Honor nicht die gleichen guten Bilder wie ein S8 oder das Note 8, aber sie sind schon verdammt gut.

Hinzu kommt wieder ein sagenhaft schneller Fingerabdrucksensor, beim Flaggschiff auf der Front in den sensitiven Homebutton integriert, statt auf der Rückseite wie beim Honor 6X. Dieser Fingerabdrucksensor ist der schnellste, den ich bisher erlebt habe. Apple kann hier kaum mithalten, Samsung schon gar nicht. HTC vielleicht, wenn ich auch behaupte, dass das Honor schneller entsperrt als ein Google Pixel (HTC) oder ein HTC 10.

Auch der Akku kann sich mit 3.200 mAh-Stunden sehen lassen. Schließlich löst das 5,15″ kleine LCD-Display nur mit Full-HD auf, sodass man sich einiges an Saft beim Displaybetrieb sparen kann. Viele größere Flaggschiff-Geräte haben nur einen minimal größeren Akku (das S8 bei 5,8″ und einer QHD+ Auflösung besitzt nur einen 3000 mAh Akku, das neue Galaxy Note 8 bei 6,3″ mit QHD+ Auflösung nur 3300 mAh).

Umso weniger verstehe ich, warum Technik-Youtuber wie Damir Franc über die Akku-Laufzeit des Honor 9 meckern. Auf Twitter war sogar von einem Idle Powerdrain, also einem Kapazitätsschwund im Standby bei Nichtnutzung die Rede.

Schwachsinn.

Eine Zeitlang hab ich das Honor 9 nur am Wochenende genutzt und wochentags lag es auf meinem Nachttisch und diente mir morgens als Wecker. Bei aktivem WLAN. Der Akku hielt im Idle-Zustand jeweils gut 5 Tage. Von einem Powerdrain kann hier absolut keine Rede sein.

Nachdem mein iPhone 7Plus bereits für den Ebay-Verkauf zurückgesetzt und verpackt wurde, nutze ich dienstlich seit gestern das Honor 9.

Zu meiner üblichen Nutzung gehören:

  • Morgens Wecken
  • Mails checken
  • aktiviertes Bluetooth mit Bluetooth-Verbindung zum Infotainment-Systems des Autos
  • Musik- oder Podcast-Streaming vom Smartphone zum Infotainment-System für ca. 60 Minuten am Tag
  • Telefonieren (sechs bis 10 Telefonate am Tag)
  • E-Mails checken und beantworten.
  • Fotografieren (knapp 50 Fotos)
  • Kameraupload im Hintergrund via OneDrive und Google Fotos
  • What’s App
  • Audioaufzeichnungen

Der Akku hielt bei diesen Tätigkeiten zwei volle Arbeitstage und zeigte heute Abend um kurz vor halb neun noch 9% Restkapazität.

Keine Ahnung, was Herr Franc da für ein Montagsgerät erwischt hat oder ob er nur auf hohem Niveau jammert. Da wo ich herkomme, nennt man das: Tolle Leistung!

Für ein Smartphone, wohlgemerkt.

Zum Vergleich: Das Samung Galaxy Note 8 habe ich heute Morgen von der Ladestation genommen. Da kabelloses Laden seine Tücken hat, wie ich immer wieder feststelle, wurde der Ladevorgang von gestern Abend in der Nacht unterbrochen und die Kapazität lag heute Morgen nicht bei 100%, sondern nur bei 29% (für alle iPhone-Anhänger, die glauben Tim Cook müsste wegen des kabellosen Ladens jetzt eine Heiligsprechung bekommen – selbst Apple gibt zu, dass eine Vibration das iPhone 8 vom Ladepunkt rutschen lassen und so das Laden unterbrochen werden kann)

Statt schnell zu laden habe ich den Akku über die kabellose Ladestation immerhin bis vor meinem Antritt des Arbeitsweges noch auf 97% hochpuschen können. Das Note 8 befand sich heute den ganzen Tag mit aktiviertem Bluetooth und aktiviertem LTE im Idle-Modus und wurde nicht von mir genutzt.

Fazit um 20:27 Uhr – der exakt selben Zeit zu der ich den Screenshot des Honor 9 machte: 63% Restladung.

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