Podcasts & Co. – warum sie für mich auf Spotify und anderen Diensten nicht funktionieren

Podcasts sind ein alter Hut, aber gerade heute wieder so modern, dass sie wie Pilze aus dem Boden schießen und jeder, der hip sein will, einen Podcast betreibt oder veröffentlicht.

Zugegeben, ich selbst habe Podcasts für mich auch erst in den letzten beiden Jahren entdeckt.

Die Frage ist, wann bietet sich die beste Gelegenheit, einem Podcast oder auch einem Hörbuch zu folgen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Sicherlich mag es die eine oder der andere zu Hause gemütlich auf der Couch beim Chillen. Oder bei Routineaufgaben, die keine große Aufmerksamkeit erfordern, wie zum Beispiel Hausarbeit, wie Spülen, Wäsche aufhängen, Bügel oder was auch immer.

Für mich ist die beste Zeit zu lauschen während ich unterwegs bin. Da ich am Steuer eines Fahrzeugs sitze, muss ich mich auf das reine Lauschen beschränken.

Umso unverständlicher erscheint mir, warum in letzter Zeit immer wieder Podcaster auf die Idee kommen, ihren Podcast mit Video zu produzieren und ihn dann primär auch für Youtube zu veröffentlichen. Des Öfteren müssen sich die Podcaster selbst daran erinner, dass sie auch nur Hörer haben, die nicht sehen können, was gerade in die Kamera gehalten wird, die das Setup der Aufnahme nicht sehen oder die Location, in der aufgenommen wurde.

Genauso wild wird es, wenn dann der Podcast über Streaming Apps beworben wird – ihr könnt uns jetzt über Spotify & Co. hören.

Was ich früher nie getan habe: Ein Hörbuch von CD hören. Warum nicht? Ganz einfach: Die Gelegenheit, bei der ich es hören kann, beschränkt sich auf eine zeitlich begrenzte Autofahrt. Die meisten CD-Spieler haben sich die Stelle, an der man stoppt nicht gemerkt. Das heißt, auf der Rückfahrt hätte ich wieder bis zu der Stelle vorspulen müssen. Oder man ist doch in den Verkehr vertieft und hat etwas nicht verstanden und will mal eben zurückspulen? Track Back hätte aber gleich ein ganzes Kapitel zurückgesetzt.

Genauso geht es mir heute damit, Hörbücher oder Podcasts innerhalb einer Musik-App hören zu müssen. Ein Hörbuch über 7 Stunden oder ein Podcast über 90 Minuten, ganz egal. Sicher kann ich auf Pause drücken, aber zwischendurch möchte ich vielleicht mal Musik hören oder suche auch nur etwas im Bereich Musik – schon ist die letzte gespielte Stelle meines Podcasts oder meines Hörbuchs weg. Und wenn man weiterhören will, beginnt die große Suche. Wo war ich noch mal stehen geblieben?

Noch schlimmer wird es, wenn man seine Sachen über mehrere Geräte verteilt hören möchte. Unterwegs mit dem Smartphone, zu Hause weiterhören auf dem Smart-Homespeaker? Funktioniert in der Regel mit den wenigstens Apps.

Deshalb habe ich dedizierte Apps für Hörbücher und Hörspiele oder eben für Podcasts zu schätzen gelernt. Selbst wenn ich einen Podcast unterbreche, um zunächst einen anderen zu hören, oder eines Hörbuchs überdrüssig wurde und mich entscheide, es später zu Ende zu hören und erst ein anderes vorziehe – die Stelle merkt sich die App und synchronisiert sie sogar über mehrere Geräte hinweg.

Daher, liebe Produzenten, verdrehe ich jedes Mal die Augen, wenn ihr damit werbt, dass euer Podcast auch auf Spotify oder Soundcloud oder eben in Videoform auf Youtube zu finden ist. Ich will ihn hören, nicht sehen und ich möchte an der Stelle weitermachen, an der ich aufgehört habe.

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