Wie Apple beim Systemstart trickst – Bootvergleich

Damals. 2011. Erstes MacBook. Was war ich geflashed wie schnell das Betriebssystem startet. Vorher war ich nur Windows mit HDD gewohnt, Startzeiten unter einer Minute gab es da nicht, eher 1 Minute und 30 Sekunden, bis man zum Anmeldebildschirm kam und dann noch mal gefühlt fünf Minuten, bis man mit dem Gerät arbeiten konnte.

15 – 20 Sekunden waren angesagt. Wahnsinn!

So schnell war auch 2013 mein MacBook Pro. Wichtig ist natürlich, dass eine SSD verbaut ist.

Irgendwann, ich glaube es müsste bei High Sierra gewesen sein, änderte Apple seinen Bootscreen.

Während vorher kurz das Apple Logo zu sehen war, lief dann der Fortschrittsbalken durch bis zum Anmeldeschirm. Nach Eingabe des Passwortes war man dann direkt auf dem Desktop.

High Sierra (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) brachte dann jedoch eine signifikante Änderung mit sich, die die Startzeiten kaschiert. Beim Hochfahren erscheint nach wie vor das Apple Logo und in Blinzelgeschwindigkeit ist die Anmeldemaske zu sehen. Was sofort auffällt ist, dass die Tastaturbeleuchtung nicht funktioniert, die vorher aber schon aktiv war.

Nach Eingabe des Passwortes beginnt die Wartezeit als eigentliche Startzeit des Betriebssystems mit Fortschrittsbalken. Und das dauert und dauert und dauert … das hat nichts mehr mit dem Schnellstart eines MacBooks von 2013 zu tun.

Ich hab jetzt einfach mal den Start meines aktuellen MacBook Pro mit dem eines vergleichbaren Windows-Rechners (Surface Laptop 2) gemessen. Beide haben die jeweils aktuellste Version ihres Betriebssystems drauf, beide i5-Prozessoren und 16 GB RAM.

Das MacBook braucht bis zur Anmeldemaske sagenhafte 8 Sekunden.

Zum Vergleich: Genauso lange benötigt mein HP Chromebook G1 13 – mit dem Unterschied, dass es nach dem Einloggen direkt den Desktop zeigt.

Nicht so beim Apple-Gerät. Nach Eingabe des Passwortes läuft der Fortschrittsbalken so langsam hoch – und bis der Desktop tatsächlich zu sehen ist vergehen insgesamt seit Einschalten 36 Sekunden.

Natürlich ist das immer noch schnell im Vergleich zu meinen alten Windows-Rechnern mit HDD.

Mit „Desktop sehen“ meine ich freilich, dass dann noch anfangen die Autostartprogramme zu starten. Einige verwendet man ja doch, gerade Clouddienste.

Widmen wir uns dem Windows-Gerät. Hier muss ich erwähnen, dass der Schnellstart erwähnt ist. Diese Funktion hat irgendwann unter Windows 10 Einzug erhalten. Sie ist allerdings nicht vergleichbar mit dem Ruhezustand, den man separat beim Schlafenlegen des Windows-Gerätes aktiviert.

Der Surface Laptop ist nach dem Einschalten 10 Sekunden unterwegs, bis er den Anmeldebildschirm erreicht. Von dort bis zum Anzeigen des Desktops sind es 6 weitere Sekunden.

Insgesamt betrachtet zeigt dies nicht, welches Gerät performanter ist oder wie schnell das Windows-Gerät ohne die Schnellstartfunktion einsatzbereit ist. Aus dem Ruhestand lässt sich ein Mac wesentlich schneller wecken als ein Windows-Gerät.

Aber Apple kaschiert seit einiger Zeit die tatsächliche Geschwindigkeit beim Hochfahren ihrer Geräte, indem sie den Nutzer rasant zum Anmeldeschirm führt und sich dann etwas Zeit beim weiteren Durchladen des Betriebssystems lässt.

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