Sechs Monate mit Apple Pay

Google Pay, Apple Pay … was ist denn das für ein neumodischer Schnickschnack – genau das richtige für mich also 🙂

Auch wenn der Wunsch Vater des Gedankens ist, bedeutet Apple Pay nicht, dass Tim Cook euch auf die Schulter klopft und freudig ruft „Lass stecken, ich übernehm das.“

Apple Pay und Google Pay sind Dienste, die das Bezahlen vereinfachen sollen, indem man ganz einfach an der Kasse oder auch im Internet mit seinem Smartphone oder mit seiner Apple ID bezahlen kann.

Warum sollte man das tun? Nun, zunächst geht es um Sicherheit, Bequemlichkeit und Zukunftstechnologien.

Sicherlich kann man mit einer verlorenen GiroCard nicht so viel anfangen, weil man bei Einkäufen über 25 Euro noch die PIN des Besitzers benötigt. Bei einer verlorenen oder gestohlenen Kreditkarte sieht das oft anders aus. Kreditkarte und (gefälschte) Unterschrift reicht, um im Laden zu bezahlen. Im Internet ist noch der CVC-Code von der Rückseite der Karte nötig und schon kann das Happy Shopping beginnen, sollte der Verlust nicht unverzüglich bemerkt und gemeldet werden. Einige Kreditkartenausgabestellen bieten noch einen Verfizierungsservice bei neu besuchten Shoppingseiten an. Um den Kauf abzuschließen erhält man per SMS einen Code, den man auf der Webseite eingeben muss, ehe die Zahlung autorisiert wird. Aber auch das macht nicht jede Ausgabestelle.

Verlierst du nun dein Smartphone, was passiert dann? Du hast es hoffentlich gesichert durch eine PIN oder ein Entsperrmuster oder wie man es heute tut durch biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke oder eine Gesichtsentsperrung.

Dann die PIN immer noch die sicherste Eingabemethode ist, zeigt, dass auch Hersteller von Smartphones in regelmäßigen Abständen nach der PIN fragen, um eine andere Entsperrmethode wieder freizuschalten. Die Pin, egal ob vier oder besser sechsstellig, kennst nur du. Und du wirst sicherlich nicht wie Präsident Skroob in Spaceballs die Kombination Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs gewählt haben.

Das Entsperren via Fingerabdruck ist schon sehr sicher, auch wenn seinerzeit Experten meinten, sie könnten das System austricksen, indem sie ihren Fuß, Ellbogen oder ein Ohr zum Entsperren nutzen – klar ging das, da sie die Riefen- und Rillenabdrücke ihrer Haut in besagten Körperteilen abspeicherten. Ist ja nicht schlimm welches Körperteil man nutzt – eindeutig muss es nur sein.

Wohlgemerkt werden bei der Erfassung von Fingerabdrücken KEINE Fingerabdrücke erfasst oder gespeichert, sondern nur deren Merkmale, die auf Übereinstimmung geprüft werden. Daher würde ein a) ein so identifizierter Fingerabdruck vor Gericht nicht als 100%tiges Beweismittel dienen und b) könnte so ein Fingerabdruck auch gar nicht von einem Smartphone oder anderen biometrischen Systemen, wie beispielsweise die Zeiterfassung in einem Betrieb, extrahiert werden.

Da nur Merkmale auf dem Telefon gespeichert werden ist bei mehreren Geräten desselben Herstellers auch jedes Mal eine neue Einrichtung erforderlich. Die Merkmale werden über keine Cloudlösung gespeichert. Apple gibt die Sicherheit eines Fingerabdruckmerkmals mit 1:50.000 an – sprich, von den nächsten 50.000 Menschen, die euch über den Weg laufen, könnte eventuell einer euer iPhone oder iPad mit seinem Fingerabdruck entsperren, weil die Merkmale mit den euren übereinstimmen.

Eine 20fache Sicherheit gegenüber dem Fingerabdruck bietet nach Apples Aussagen Face-ID – hierbei wird nicht nur einfach euer Gesicht fotografiert, wie bei anderen Lösungen, sondern ein dreidimensionales Abbild eures Gesichtes erzeugt und auf dem Gerät gespeichert.

Lange Rede kurzer Sinn: Verliert ihr eure Kreditkarte und merkt es nicht, kann ein Finder damit jede Menge Unheil für euch anrichten. Verliert ihr euer Smartphone ist es für den Otto-Normalfinder wertlos, da er es nicht entsperren kann.

Diese Sicherheit erlaubt es, das Smartphone als Bezahlgerät zu verwenden. Und damit schneller zu sein, als mit Bargeld, einer Girocard oder einer Kreditkarte.

Es gibt natürlich skeptische Stimmen, was die Schnelligkeit anbelangt. „Wenn ich erst mein Smartphone aus der Tasche holen muss, kann ich auch gleich die Girocard zücken.“

Mag vielleicht auf wenige zutreffen, aber checkt euch doch mal selbst ab. Wo befindet sich euer Smartphone, wenn ihr an der Kasse steht? Ist es vielleicht nicht doch in greifbarerer Reichweite als eine Geldbörse mit den Plastikkarten oder dem Bargeld? Viele Menschen tragen ihr Smartphone in der Gesäßtasche oder einer seitlichen Hosentasche. Vielleicht genauso viele halten es an der Kasse in der Hand, weil sie gerade noch telefonieren oder Nachrichten schreiben.

Ihr braucht nicht in der Handtasche nach der Geldbörse zu fischen, nicht in die Innenseite eurer Jacke zu greifen, ein Portemonnaie aufzuklappen oder eine Karte herauszufischen, ich müsst sie nicht anschließend genauso umständlich wieder verstauen.

Bei Google Pay bringt ihr einfach das Smartphone mit entsperrtem Bildschirm an das Kassiergerät. Der NFC Chip, der ähnlich funktioniert wie der Chip in eurem Plastikgeld akzeptiert die bei Google Pay hinterlegte Zahlungsmethode und löst automatisch die Zahlung aus. Bis 25 Euro sofort und sogar ohne entsperrtes Display. Ab 25 Euro aufwärts kann es sein, dass entweder eine zuvor hinterlegte PIN verlangt wird oder die Entsperrung des Displays die Zahlung auslöst.

Bei Apple Pay ist das Ganze noch schneller gelöst. Zweimal die Power-Taste am iPhone angetippt und das Smartphone per Touch-ID (Fingerabdruck) oder schneller per Face ID entsperrt und schon klappt es. Da man sich bereits durch den Fingerabdruck oder den Gesichtscan identifiziert hat, entfällt hier in der Regel die Eingabe einer PIN. Ich habe bereits Beträge über 200 Euro problemlos auf die Art gezahlt.

Die Bezahlung folgt über den im Smartphone integrierten NFC-Chip. Und jetzt kommt das Beste: Ihr braucht dafür keine Internetverbindung, denn alle erforderlichen Daten und Sicherheitsschlüssel befinden sich lokal auf eurem Smartphone. Für die Zahlung mit Plastikgeld braucht ihr ja auch keine Internetverbindung.

Aber es geht noch schneller. Und das ist dann die aktuelle Krönung. Die Zahlung mit der Apple Watch. Ihr braucht dazu kein iPhone, das sich in der Nähe befindet, keine Internetverbindung, keinen Fingerabdruck und keine Gesichtsentsperrung und dennoch geht es am Schnellsten und genauso sicher.

Wie das?

Auch die Apple Watch hat einen NFC-Chip intus. Will man Apple Pay hier nutzen, muss man in der Wallet App genauso seine Kreditkarten hinterlegen, wie im iPhone. Hier wird nichts synchronisiert oder übertragen – daher funktioniert die Apple Watch wie eine Giro- oder Kreditkarte. Ohne Internet. Ohne Zusatzgerät. Du kannst dein iPhone zu Hause lassen, willst du mal eben zum Bäcker, um Brötchen zu holen – vorausgesetzt, dein Bäcker akzeptiert kontaktloses Zahlen und Kredtikarten.

Ja, das ist leider die Voraussetzung davon. Ihr könnt nur an Bezahlterminals zahlen, bei denen man nicht mehr die Girocard in einen Schlitz stecken muss, sondern die dieses Funkwellensymbol haben und bei denen man die Karte einfach nur noch auflegen muss. Und die zweite Voraussetzung ist, dieses Terminal darf nicht nur eine Girocard (früher EC-Karte) akzeptieren, sondern muss auch die Kreditkarte akzeptieren, die in deiner Wallet App für Apple Pay hinterlegt sind. Bei Google Pay ist es etwas einfacher. Macht euer Kreditkartenanbieter bei Google Pay nicht mit, könnt ihr dort auch Paypal als Zahlungsart wählen und direkt von eurem Girokonto abbuchen lassen. Paypal kreiert eine virtuelle Kreditkarte für euch innerhalb der Google Pay App.

Nichts anderes machen die anderen Banken übrigens auch. Ich selbst nutze VimPay als Prepaid-Karte für Apple Pay und besitze nicht einmal eine physikalische VimPay Kreditkarte. Nur die virtuelle, die im iPhone und in der Apple Watch hinterlegt ist.

Ah … die Watch. Zurück dazu. Also, ihr tragt die Uhr am Handgelenk. Näher könnt ihr nichts schon direkt beim Stehen an der Kasse an das Bezahlterminal bringen, ohne einen Finger dafür krumm zu machen. Ihr braucht nur den Arm zu heben. Kein Fischen nach einem Portemonnaie, keine Herausholen eines Smartphones. Kein Entsperren über Fingerabdruck oder Gesicht … ihr tippt nur kurz zweimal die Powertaste und schon ist die Uhr bezahlbereit.

Und wenn man sie klaut? Dann kann doch jeder … nein, kann er sie es nicht. Um Apple Pay nutzen zu können müsst ihr etwas tun, was ihr beim normalen Tragen der Uhr nicht zwingend machen müsst: Ihr müsst einen Entsperr-PIN einrichten.

Die AppleWatch verfügt über eine Trageerkennung. Legt ihr die Watch beispielsweise morgens an, müsst ihr sie durch PIN-Eingabe entsperren. EINMAL. Solange ihr sie tragt. Legt ihr sie ab, wird sie automatisch wieder gesperrt. Da reicht das bloße Abstreifen schon.

Somit ist das Bezahlen mit der AppleWatch die schnellste und sicherste Bezahlmöglichkeit, die aktuell zur Verfügung steht. Nach einem halben Jahr Power-Nutzen möchte ich das nicht mehr missen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s